Werner Baumeister (von links), Reinhard Mast, Mario Gotterbarm und Uli Mansfeld stellen gemeinsam den Vortrag vor. Foto: Wiebke Jansen

Soziale Medien gelten manchem als Gefahr für die Demokratie. Der bekannte Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen ist in Nagold zu Gast, um darüber zu sprechen und zu diskutieren.

Rasend schnell verbreiten sich Informationen, Nachrichten und auch Fake News über die Sozialen Netzwerke. Jeder kann alles erfahren und alles wissen – das klingt erst einmal tiefdemokratisch. Und doch werden soziale Netzwerke inzwischen als mögliche Gefahr für die Demokratie gehandelt. Wie nun damit umgehen?

 

Die Volkshochschule (VHS) Oberes Nagoldtal, die Urschelstiftung und der Wehrhaften Demokratie Nagold (WDN) haben sich zusammengeschlossen und für Donnerstag, 20. November, einen Vortrag mit anschließender Diskussion im Nagolder Kubus organisiert. Der Titel: „Umgang mit Fake News und populistischer Kommunikation.“

Als Referenten konnten sie Bernhard Pörksen gewinnen, Professor für Medienwissenschaft in Tübingen. Dieser forscht unter anderem dazu, wie sich Skandale und Empörung im digitalen Zeitalter verbreiten – schneller, weiter und dynamischer als je zuvor: „Der entfesselte Skandal“ – auch der Titel eines der Werke Pörksens.

Grenzen in Kommunikation und Moral fallen

„Es herrscht eine totale, medienkommunikative Entgrenzung“, meint Werner Baumeister von der WDN. Das sei auch eine moralische Entgrenzung, die daraus folge.

Fest steht für alle Beteiligten: Social Media und das Internet werden nicht mehr verschwinden. Also gelte es, mit den Schattenseiten umzugehen lernen. Das erfordere Medienbildung und eine kritische Gesellschaft, meint Ulrich Mansfeld von der Urschelstiftung, etwa in den Schulen.

Aber nicht nur dort: Auch im Bereich der Erwachsenenbildung sei Aufklärung nötig, wie gefährlich die tagtäglich genutzten Sozialen Medien und das Internet sein können, betont VHS-Leiter Mario Gotterbarm. Es gehe auch um die Frage: „Was können wir von Social Media erwarten – und was nicht?“ Und: Wie bringt man die theoretischen Überlegungen über Gefahren und verantwortungsvollen Umgang in die Praxis?

Diskussion wird in die analoge Welt geholt

Mit dem Vortrag und der anschließenden Fragerunde soll der Austausch in den analogen Raum geholt werden. Im digitalen Raum werde häufig nur mit „Daumen hoch“ und „Daumen runter“ kommentiert – Schwarz und Weiß, erklärt Gotterbarm. Das gesprochene Wort verliere immer mehr an Bedeutung, bedauert Mansfeld. Die öffentliche Diskussion verlagere sich ins Private, an den heimischen Computer oder das Smartphone.

„Wir möchten alle, die hier in Nagold in der Politik aktiv sind, die in der Zivilgesellschaft aktiv sind, zusammenbringen und vernetzen“, unterstreicht Reinhold Mast von der WDN.

Der Vortrag

Der Vortrag „Umgang mit Fake News und populistischer Kommunikation“ mit Bernhard Pörksen ist am Donnerstag,  20. November, von 19 Uhr bis 20.30 Uhr  im Kubus. Es herrscht freie Platzwahl. Die Veranstalter empfehlen, frühzeitig dort zu sein. Einlass ist ab 18.30 Uhr. Der Eintritt ist frei. 
Fragen für die Diskussion können schon im Vorfeld  an info@vhson.de eingereicht werden.