Verursacht närrisches Brauchtum erschreckte, verängstigte und sogar aggressive Kinder? Schabenhausens Zunftmeister kritisiert die Schabenhausener Kindergartenleitung sehr deutlich.
Nicht nur Tanz, Jux und Tollerei prägten den Wasserträgerball der Schabenhausener Schlierbachnarren. Dem Zunftmeister Willi Veelker war es zu Beginn der närrischen Olympiade sichtlich anzumerken, das er etwas loswerden musste. Dass nämlich die Fasnet auch ein ernstes Gesicht habe, und auch die Zeit sei, in der man auch mal jemandem den Spiegel vorhalten dürfe.
Was war geschehen? Willi Veelker rief den Schmotzige Dunnschtig in Erinnerung mit einem schönen Kinderumzug ums Störzle, gefolgt von einem närrischen Kinderball in der Schlierbachhalle. Was er jedoch den gesamten Tag über vermisst habe, das waren die Kinder vom Kindergarten. Im Vorfeld habe sich die Kindergartenleitung schon vom Umzug und dem närrischen Treiben in der Halle abgemeldet, worüber man ja noch diskutieren könne.
Dann habe es aber geheißen, dass im Kindergarten auch keine Kinderbefreiung, wie sie schon lange Tradition ist, erwünscht sei mit der Begründung der Kindergartenleitung, die närrischen Gesellen könnten die Kinder erschrecken und verängstigen.
Die Farbpsychologie
Und da sei ihm auch die Erinnerung an die letztjährige Fastnacht wieder hochgekommen, damals hätten beim Kinderball die von den Narren die über den Deckenlichtern angebrachten Farbfolien auf Drängen der Kindergartenleitung wieder entfernt werden müssen, weil aufgrund der Farbpsychologie das dabei verwendete Rot die Kinder aggressiv machen würde. So haben sich die Schlierbachnarren an die befreundeten Zünfte aus dem Kernort gewandt, um sich an den Kinderbefreiungen an den dortigen Kindergärten zu beteiligen. Und er habe wirklich lange und intensiv geschaut, ob er dabei irgendwo ein erschrockenes, verstörtes oder verängstigte Kind ausfindig machen konnte. Doch das sei ihm nicht gelungen – nur Kinder, die vor Freude mitgelacht, getanzt und gesungen haben.
Daraus resultierend gab es einen neuerlichen Versuch im Schabenhausener Kindergarten, die Kinder persönlich mit einem kleinen Geschenk und einem Einladungsbriefchen zu überraschen, mit ihren Eltern oder Großeltern am Nachmittag zum Umzug und zum Kinderball zu kommen. Die Situation habe sich dann regelrecht perfide dargestellt, so zürnte der Narrenvater. Die Kinder seien an den Fenstern gestanden, hatten Bilder gemalt, die sie den Narren gezeigt hätten, aber trotzdem hätte man die Narren nicht hineingelassen.
Beschwerde bei Gemeindeverwaltung
Wenn es Eltern gebe, die mit der Fasnet nichts am Hut haben, so sei es ja okay. „Wenn jedoch ein oder zwei Elternpaare oder Erzieherinnen über das Wohl und Wehe eines ganzen Kindergartens bestimmen wollen“, dann habe er ein Problem und werde auch noch bei der Gemeindeverwaltung darüber seinem Unmut Luft machen.
Beim Träger des Kindergartens, der Stiftung Lernen-Fördern-Arbeiten in Rottweil habe er trotz wiederholter Versuche und Rückrufbitten keinen Kontakt zustande bekommen.