Die kirchlich diakonische Flüchtlingsarbeit befindet sich im Fluss und fordert in regelmäßigen Abständen die Flexibilität der Mitglieder im Arbeitskreis (AK) Asyl ein.
Ende des Jahres läuft der Vertrag von Andrea Thies aus, die für das Projekt kirchlich diakonische Flüchtlingsarbeit in Schwenningen zuständig ist. Die Landeskirche kündigte an die Stelle nicht mehr zu finanzieren.
Co-Leiter Reinhold Hummel vom AK-Steuerungsteam bezeichnete eine Panikstimmung zum jetzigen Zeitpunkt dennoch als fehl am Platz. Optimistisch blickte er nach vorne und motivierte die verbleibenden neun Monate als Chance für Diskussionen über modifizierte und neue Strukturen im AK zu nutzen.
Zuversichtlich stimmte ihn dabei auch die Unterstützung von Elke Armbruster. Die Geschäftsführerin der Diakonie im Landkreis sicherte bereits zu, alles zu unternehmen um die Stellenfinanzierung über andere Projekte abzusichern. Hummel appellierte an eine offene Diskussion und nannte als Beispiele für eine Neuausrichtung die Öffnung der Schreibstube für alle oder die Patenschaften auslaufen zu lassen.
Hilfe zur Selbsthilfe
Albrecht Benzing appellierte, sich mit Nachdruck dafür einzusetzen, die Hilfe zur Nächstenhilfe lebendig zu erhalten und in die bevorstehenden Diskussionen auch Gremien wie den Kirchengemeinderat einzubeziehen.
Sachgebietsleiterin Deutsch und Integration an der VHS, Catherine Müller, erläuterte, dass die Durchführung der Deutsch- und Integrationskurse aufgrund der langen Wartelisten bis Ende Juni wie geplant erfolgt. Wie es danach weitergeht, ist laut Müller ungewiss, doch ging sie aufgrund gesetzlicher Anpassungen von einem Teilnehmerrückgang von rund 30 Prozent aus. Derzeit nehmen rund 350 Teilnehmer in knapp über 25 Integrationskursen teil. Zudem bietet das DRK Erstorientierungskurse in 13 Modulen an, in denen allerdings nicht der Spracherwerb im Vordergrund steht.
„Ärgerliche Situation“
Die in der Gemeinschaftsunterkunft Lupfenstraße für die Flüchtlingssozialarbeit zuständige Stephanie Chisseu berichtete von derzeit 66 Bewohnern. Einige von ihnen müssen demnächst in eine neue und weiter entfernte Unterkunft umziehen. „Die vom Umzug betroffenen Kinder müssen wir in diesem Fall oft in den Schulen und Kindergärten abmelden“, berichtete Chisseu von einer ärgerlichen Situation für alle. „Die Bereitschaft der Bildungseinrichtungen, freie Plätze für Kinder aus der Gemeinschaftsunterkunft bereit zu stellen, steigt dadurch nicht“, ergänzte Hummel.
Spannungen im Haus
Chisseu berichtete von nicht ausbleibenden Spannungen im Haus, die immer wieder aufgrund der engen Wohnverhältnisse entstehen. Es gibt Menschen, die in eine Privatwohnung möchten und nichts finden, andere dürfen nicht. In der Gemeinschaftsunterkunft liegt es vielfach an der fehlenden Intimität, weshalb Auseinandersetzungen entstehen. Hinzu komme kulturelle, aber auch charakterliche Unterschiede. „Wir haben alle Hände voll zu tun“, berichtete Chisseu von einer abwechslungsreichen, aber auch fordernden Arbeit.
Veranstaltungen
Die in der Flüchtlingsarbeit der Diakonie für das Projekt „Integration vor Ort – starke Frauen durch Empowerment“ zuständige Sarah Löhe warb für den Frauentreff, der am Donnerstag, 19. März, von 15 bis 17 Uhr zum gemeinsamen Basteln von Servietten und mehr einlädt. Der Treff findet einmal monatlich an einen Donnerstag im Muslenzentrum in der Kronenstraße statt.
Einmal monatlich am Dienstag besteht dort auch die Möglichkeit, das Frauen-Café zu besuchen. Nächster Termin ist der 14. April ab 9 Uhr.
Eine Besonderheit ist der Auftritt des kolumbianischen Gitarristen Mario Aréval, der am 23. März ab 16 Uhr im Muslenzentrum mit ausdrucksstarker und poetischer Intensität die Musik aus Kolumbien und Lateinamerika näherbringt. Gäste sind willkommen, die Teilnahme ist kostenfrei.