Auf dem Salzert haben die Bürger verschiedene Wünsche für ihren Stadtteil geäußert. Foto: ov

Am 24. März eröffnet Nicole Müller einen Kiosk. Zum Angebot gehören eine Postfiliale, frische Backwaren und Selbstgemachtes. Gleichzeitig gibt es Grenzen des Machbaren auf dem Salzert, so der OB.

Nicole Müller berichtete beim Bürgerworkshop für das Projekt „Mein Salzert“ von ihrem Vorhaben. Beim Projekt „Mein Salzert“ will die Stadt zusammen mit den Bürgern und anderen Akteuren die Lebensqualität im Stadtteil verbessern. In Umfragen zum Auftakt hatten sich die Anwohner auch einen Supermarkt für ihren Stadtteil gewünscht. Ein solcher Einkaufsmarkt lohne erfahrungsgemäß nur in Stadtquartieren mit mehr als 3000 Einwohnern, die der Salzert aber nicht habe, erklärte die Seniorenbeauftragte der Stadt Ute Hammler, als sie die Umfrageergebnisse vorstellte.

 

Auch Oberbürgermeister Jörg Lutz hatte sich in einem Vorab-Pressegespräch so positioniert. „Das wird da oben heute nicht mehr funktionieren.“ Auch möglichen Aufstellautomaten mit Lebensmitteln gibt das Stadtoberhaupt keine Chance. Lediglich partielle Versorger könnten hier ein Geschäft machen.

Der neue Kiosk

Und dazu will auch Müller zählen, die auf dem Salzert aufgewachsen ist. Sie übernahm im Jahr 2020 die Bäckereifiliale in dem Lörracher Stadtteil und führte sie bis 2022 als kleinen Lebensmittelladen für den Grundbedarf weiter. Letztlich habe sie wegen steigender Lebensmittelpreise schließen müssen, sagte sie unserer Zeitung.

Ende März will sie nun ihren Kiosk, das „Lädele“, mit kleinem, aber feinem Sortiment an der Dinkelbergstraße eröffnen. Es wird frische Backwaren und Süßigkeiten geben, kalte Getränke und Kaffee zum Mitnehmen, eine Lottostelle und anders mehr. Auch Selbstgemachtes wie Kuchen, Marmelade und Likör will Müller anbieten. Für alle, die wegen Briefmarken nicht in die Stadt fahren wollen, wird es eine Postfiliale geben. Von März bis Juni wird der Kiosk montags bis freitags von 16 bis 18 Uhr geöffnet haben und samstags von 8 bis 11 Uhr. Ab Juli will Müller die Öffnungszeiten dann, abhängig vom Bedarf, erweitern.

Agenda für Stadt

Im Workshop ging es um Angebote, die von Bürgern und Stadt direkt beeinflusst werden können – einen gemeinsamen Mittagstisch, Angebote für die Jugend und weitere Angebote und Begegnungsmöglichkeiten. Die Stadtverwaltung hatte hingegen drei Handlungsfelder bewusst ausgeklammert, bei denen der OB meinte: „Wir müssen schauen, was wir da tun können.“ Konkret ging es um den ÖPNV, Verkehr und Sicherheit sowie die Einkaufsmöglichkeiten.

Doch das treibt die Menschen um, wie auch beim Bürgergespräch deutlich wurde. Eine Frau wollte mit der Stadt über Verbesserungen bei der Busanbindung reden. Wegen unpünktlicher Busse habe sie auf dem Weg zur Arbeit Wartezeiten bis zu einer halben Stunde, schilderte sie.

Der Verkehr

In den Umfragen hatten Eltern auch sicherere Schulwege für ihre Kinder gewünscht. Man sei mit den Zuständigen im Rathaus im Gespräch und werde demnächst die Schulwege besichtigen, erklärte Anu Karjalainen, Teamleiterin Soziales/Jugend/Sport im Rathaus.

Zum Themenfeld Verkehr ist dem OB bewusst, dass ein fehlender Vollversorger im Lebensmittelbereich dafür sorgt, dass die Bewohner des Stadtteils häufig mit dem Auto einkaufen fahren müssen. Diesen sendet das Stadtoberhaupt zugleich das Signal, dass es nicht weniger Parkmöglichkeiten auf dem Salzert geben wird. „Das wird nicht funktionieren.“ Hier sei die Gesamtsituation anders gelagert als beispielsweise in der Nordstadt, wo über eine neue Parkraumbewirtschaftung gesteuert werden könne und soll. Mobilität sei zu gewährleisten. „Es wird kein leichter Aushandlungsprozess“, weiß der Oberbürgermeister zugleich.