Die Amtszeit von Reiner Ullrich als Ortsvorsteher war von klaren Positionen und manchem Schlagabtausch geprägt.
Zum Schluss endete alles versöhnlich nach fast fünf spannenden Jahren. Es gab viel Lob und einige Geschenke. Waldmössingens Ortsvorsteher Reiner Ullrich, inzwischen außer Dienst, ist manchmal angeeckt, hat den Ort aber auch mit seiner ganz eigenen Handschrift geprägt. Am Freitagabend wurde Ullrich, in Begleitung seiner Frau Monika und Tochter Nadja, in der Kastellhalle nicht nur durch viele Amtsträger, Kollegen und Wegbegleiter, sondern auch von Vereinsmitgliedern und Mitarbeitern sowie zahlreichen Bürgern persönlich verabschiedet.
Das Akkordeonorchester unter der Leitung von Mario Lortmann startete beschwingt in den Abend und bildete zusammen mit dem Musikverein, dirigiert von Madeleine Eble, die musikalische Klammer zwischen den Wortmeldungen.
Suche nach Nachfolger
Den Auftakt im Reigen der Redner übernahm Schrambergs Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr. Sie lobte die gute Arbeit der Ortsverwaltung und zählte einige Projekte auf, die Ullrich in seiner Amtszeit angestoßen oder begleitet hatte. So habe ihm die Geschichte Waldmössingens besonders am Herzen gelegen. Die Mitgliedschaft im Verein Römerstraße Neckar – Alb – Aare und die Planungen bei der Umgestaltung des Weiherwasens sowie die öffentlichen Grabungen im Kastell machten dies deutlich. Es sei nicht leicht gewesen, einen Nachfolger zu finden, räumte Eisenlohr ein, letztendlich sei dies mit Sybille Kunz gelungen.
Mancher Schlagabtausch
Ullrichs erster Stellvertreter Adrian Schmid betonte, dass Ulrich vieles zusammen mit dem Ortschaftsrat angepackt habe. Zudem habe er immer ein offenes Ohr für die Räte und die Bürger gezeigt. Auch habe er sich vehement im Schramberger Rathaus für die Belange des Ortsteils eingesetzt. Dabei habe mancher Schlagabtausch durchaus einen hohen Unterhaltungswert offenbart, schmunzelte Schmid.
Für die Waldmössinger Vereine ergriff der stellvertretende Vereinsring-Vorsitzende und Zunftmeister Manuel Häring das Wort. Er berichtete, gespickt mit der einen oder anderen Anekdote, über den nimmermüden Einsatz Ullrichs für die Vereine.
Pfarrer Christian Albrecht verglich sich und Ullrich mit den berühmten Filmfiguren Don Camillo und Peppone: Zwar durchaus mal verschiedener Meinung, aber stets für das Wohl Waldmössingens an einem Strang ziehend. Große und kleine Projekte hätten sie gemeinsam auf den Weg gebracht. Albrecht lobte Ullrichs energischen Einsatz: „Wer sich so weit für eine Sache aus dem Fenster lehnt, braucht gute Argumente.“
Versöhnliche Worte
Nach einer musikalischen Einleitung durch David Berger trat schließlich Reiner Ullrich ans Rednerpult. Seine Art der Amtsführung, so Ullrich, leite sich aus der Gemeindeordnung ab, wonach der Ortsvorsteher dazu berufen sei, den örtlichen Interessen im Rahmen der städtischen Gesamtinteressen Geltung zu verschaffen. Nach seiner Überzeugung profitiere die Gesamtstadt, wenn sich Waldmössingen weiterentwickle. Versöhnliche Sätze richtete Ullrich an Dorothee Eisenlohr, die ihn trotz aller Meinungsverschiedenheiten immer als Mensch respektiert habe. Sein Dank richtete sich auch an viele Kollegen in der Stadtverwaltung, die ihn unterstützten. Ullrich betonte die vertrauensvolle und gute Zusammenarbeit mit dem Ortschaftsrat.
Langer Applaus
Ein besonderes Erlebnis sei die tolle Zusammenarbeit mit den Kolleginnen aus der Ortsverwaltung und des Bauhofs gewesen, blickte Ullrich zurück. Er nannte jeden Einzelnen in seinem Dank beim Namen und hob Anita Glanz als seine „rechte Hand und meinen heimlichen Chef“ und Bauhofleiter Thomas Gaiselmann als findigen Praktiker heraus. Langer Applaus würdigte noch einmal seine Verdienste um Waldmössingen, bevor es zum gemütlichen Umtrunk ging.