Mit der Verabschiedung von Pfarrer Andreas Bihl in den Ruhestand ist die Pfarrstelle Grömbach – mit Wörnersberg und Garrweiler – nach mehr als 400 Jahren nun Geschichte. Gruppen und Kreise dankten Bihl mit viel Wertschätzung für sein Wirken.
Punkt 9.30 Uhr am Sonntagvormittag ließen die ersten Sonnenstrahlen nach dem Morgennebel die bunten Motive der Bleiglasfenster leuchten. Der festliche Gottesdienst in der St.-Georgs-Kirche in Grömbach war diesmal rund um die Verabschiedung von Pfarrer Andreas Bihl in den Ruhestand gestaltet.
Mit kräftigen, munteren Posaunenklängen wurden die Besucher im dicht gedrängten Kirchenschiff begrüßt. Die Hauptperson hatte Tobias Geiger, Co-Dekan in Nagold, zu einer Eloge inspiriert, welche die neun „Hirten“-Jahre Bihls in dieser Pfarrei in höchstem Maße honorierte.
Mit wenigen Sätzen in heiterer Art skizzierte Geiger den Weg des Jubilars vom rein „friedensbewegten“ Studenten hin zum Verkündiger des wirklichen Friedens; wobei Bihls Ehefrau Beate eine kostbare Rolle gespielt habe.
Gottesdienste sind auch weiterhin möglich
Mit der Verabschiedung von Pfarrer Andreas Bihl in den Ruhestand endet auch die 400-jährige Geschichte der selbstständigen evangelischen Kirchengemeinde Grömbach-Wörnersberg, die bereits zum 1. Januar 2023 in der Verbundkirchengemeinde Altensteig aufgegangen war. Nach Bihl gibt es keinen hauptamtlichen Pfarrer mehr für Grömbach, Garrweiler und Wörnersberg.
Durch den Wegfall der Pfarrstelle kommt eine Umorganisation mit Altensteig zum Tragen. So wird Pfarrerin Sabine Lüdke die Aufgaben in Grömbach, Garrweiler und Wörnersbach mittragen. Gottesdienste werden weiterhin möglich sein, alle Gruppen und Kreise sollen lebendig bleiben.
Künftig Wortverkündiger im Ehrenamt
Für seine nun letzte Predigt als ordinierter Pfarrer hielt sich Bihl an einen thematisch genau passenden Text aus dem Buch des Propheten Micha und würzte ihn mit dem von ihm bekannten klaren, humorvollen Ernst. Die vollzähligen Kirchen- und Jugendchöre trugen mit musikalischen Schätzen zum Fest bei und brachten mit einem wohlbedachten Geschenkkorb ihre Dankbarkeit zum Ausdruck.
Ebenso wie die Investitur Andreas Bihls vor neun Jahren war auch die Entpflichtung durch Co-Dekan Geiger eine feierliche Handlung. Im Talar wird Bihl nicht mehr agieren, aber als Wortverkündiger im Ehrenamt ist er künftig sozusagen vollzeitlich unterwegs. Seinen Wohnort wird das Ehepaar in Reutlingen haben, in der Nähe seiner großen Familie.
Das Festtagsprogramm in Grömbach ging nach dem offiziellen Teil weiter. Moderator Hans Armbruster gab den Vertretern von Vereinen, kommunalen Einrichtungen und Gemeinden Gelegenheit, Andreas Bihl ihre guten Wünsche mit auf den Weg zu geben. Unter ihnen waren auch Wörnersbergs Bürgermeister Reinhold Möhrle für die Verbundgemeinden, Verbandspfarrer Klaus-Peter Lüdke und Kirchengemeinderat Hans Kopp.
Mit einem musikalischen Beitrag gratulierten die Schüler der Markgrafenschule Altensteig. Der Kinderchor überraschte mit einer Fotoserie aus dem Leben Bihls. Jede Laudatio betonte die große Gabe Bihls als Brückenbauer zwischen Meinungen und Religionsgemeinschaften, auch als Ideengeber für kreative Lösungen. Ein lustiger Sketch der Organisten gehörte ebenfalls zu den unerwarteten Geschenken. Für die von Herzen dargebrachten Gaben dankte Andreas Bihl bewegt und erfreut.