Sabine und Kurt Winter (Mitte) umrahmt von Bürgermeister Christoph Enderle (von links) und den Ortsvorstehern Gottlob Huß (Wittendorf), Peter Weigold (Lombach), Hans-Ulrich Wößner (Betztweiler-Wälde), Eva Heidelberg (Sterneck) und Gerd Class (24- Höfe). Foto: Weigold

Ganz im Zeichen des Abschieds stand die erste Sitzung des Gemeinderats Loßburg in diesem Jahr. Denn Kurt Winter, der langjährige Ortsvorsteher von Schömberg, hatte seinen Rückzug aus diesem Amt zum Jahresende 2022 angekündigt.

Loßburg - 47 Jahre war Kurt Winter Mitglied im Ortschaftsrat von Schömberg, 38 Jahre lang leitete er die Geschicke des Orts. Nach der feierlichen Stabübergabe an seinen Nachfolger Karl Pfau in der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrats, gab es nun auch eine Feierstunde im Gemeinderat.

Loßburgs Bürgermeister Christoph Enderle betonte in seiner Rede die absolute Loyalität und Verlässlichkeit von Winter. Die Zusammenarbeit mit ihm sei immer vertrauensvoll und von Wertschätzung geprägt gewesen. Nur so sei für den Ortsteil Schömberg so viel erreicht worden. Enderle wollte nicht noch einmal aufzählen, was in der langen Amtszeit von Winter alles umgesetzt werden konnte. Aber zumindest auf die Meilensteine ging der Schultes in der Feierstunde ein.

Der erste Kreisverkehr in Loßburg

Die Auszeichnungen in den Wettbewerben "Unser Dorf soll schöner werden" auf Bundes- und Landesebene führte Enderle an. Der erste Kreisverkehr in Loßburg, der "KWK" (Kurt Winter-Kreisel) in Schömberg und das Großprojekt "Schutzhütte Oberer Wald" wurden aufgezählt. Die Hütte sei auf Jahre ausgebucht.

"Und dann habe ich gelernt, dass auf dem Schömberg andere Gesetze gelten", berichtete Enderle. Dort gelte das "Schömberger Landrecht". Legislative, Exekutive und Judikative: Alles sei dort in der Person des Ortsvorstehers zusammengefasst. Hier gelte, was der "Bäcken Kurt" sagt und vorgibt.

Ehefrau musste viele Abende auf ihren Mann verzichten

Der letzte große Höhepunkt sei mit Sicherheit die 800-Jahr-Feier im Sommer 2022 gewesen. Nach drei Jahren akribischer Planungszeit sei sie zum krönenden Abschluss für den "König von Schömberg" geworden. "Danach höre ich auf", habe Winter schon vorab verkündet. Und er hat Wort gehalten.

Enderle dankte Winter, seinem dienstältesten Ortsvorsteher, für diese vertrauensvolle lange Zusammenarbeit, schloss in seinen Dank auch Winters Ehefrau Sabine mit ein, die wegen des Ehrenamts so viele Abende auf ihren Mann verzichten musste.

Anerkannt, motivierend und grundehrlich

Auch für den Nachfolger Karl Pfau sei noch etwas übrig. Enderle erinnerte an die seit Jahren ersehnte Flurbereinigung und den Ausbau der Mobilfunkversorgung.

Auch Werner Faulhaber, der Sprecher der FW-Fraktion und an diesem Abend auch der Sprecher aller Fraktionen, ließ in seinem Grußwort anklingen, wie viel Anerkennung, Respekt und Wertschätzung die Ratsmitglieder Winter entgegenbringen. Faulhaber hatte sich umgehört, um herauszufinden, wie Winter gesehen wird. "Leidenschaftlich, extrem engagiert, kämpferisch, aber auch empathisch und vertrauenerweckend. Überall anerkannt, motivierend und grundehrlich", so sein Fazit.

Entweder ganz oder gar nicht

Schon der frühere Schultes Thilo Schreiber habe über Winter gesagt: "Halbe Sachen gibt es bei ihm nicht. Entweder ganz oder gar nicht."

Zudem verriet Faulhaber, dass Winter auch die Funktion des Sprechers der Ortsvorsteher innehatte. Ein Kollege habe in diesem Zusammenhang einmal im Scherz vom "leidenden Ortsvorsteher" gesprochen. "Kurt Winter ist ein Macher, er packt Dinge an und setzt sie um", bescheinigte ihm Faulhaber. Dass dabei das "Schömberger Landrecht" zum Zuge kommt, habe manches erst ermöglicht oder zumindest beschleunigt.

Teilnahme an Weiterbildungen

Auch Faulhaber ließ die Meilensteine in der Entwicklung von Schömberg noch einmal Revue passieren. Ganz besonders freue ihn die Anerkennung des unvergleichlichen Plenterwalds im Besitz der Schömberger Stiftung auf EU-Ebene. Er habe zahlreiche Projekte erst möglich gemacht, zum Beispiel das "Landhotel Winter", die Schutzhütte Oberer Wald. Immer habe Winter die Weiterentwicklung seines Schömbergs im Blick gehabt, dabei stets im Einklang mit den bestehenden Werten der Gemeinde.

Und auch persönlich sei Winter nie stehen geblieben. Zweimal jährlich habe er sich mit dem Ortsvorsteher-Kollegen Gottlob Huß aus Wittendorf auf den Weg nach Karlsruhe zum Regierungspräsidium gemacht, um dort an Weiterbildungen teilzunehmen, aber auch um sein Netzwerk zu erweitern. Werner Faulhaber dankte Kurt Winter für sein Engagement, seinen Einsatz, seinen kollegialen Umgang und seine Freundschaft.

Mit viel Beifall und allen guten Wünschen wurde Winter schließlich in den "Ruhestand" verabschiedet.