Beim anschließenden Feiern auf dem Kirchplatz: Michael Paulus, Sigrid Karus und Karl Echle (von links) Foto: Silvia Lorek

Karl Echle, Sigrid Karus und Michael Paulus wurden feierlich verabschiedet. Wie viel Wertschätzung, Verbundenheit, Dank und Freundschaft den Dreien entgegengebracht wird, belegte die voll besetzte Kirche.

Auferstehung, Schöpfung sowie der Dank an Gemeindereferentin Sigrid Karus für 26 Jahre, Kirchenmusikdirektor und Regionalkantor Karl Echle für 21 Jahre und Pastoralreferent Michael Paulus für 33 Jahre „wertvolle Arbeit“ im Dienst der Seelsorgeeinheit Freudenstadt-Alpirsbach standen beim feierlichen Gottesdienst in der Taborkirche im Mittelpunkt.

 

Musikalisch umrahmte der Taborchor unter dem Dirigat von Karl Echle mit wechselnder Verstärkung an der Orgel durch Walter Hirt und Jörg Sander sowie Sopran-Solistin Claudia Echle den sonntäglichen Gottesdienst, der von Pfarrer Anton Bock geleitet wurde.

Seltene Urkunde überreicht

Zu den ersten Gratulanten im Gottesdienst gehörten die Kindergartenkinder mit ihren Erzieherinnen, die sich mit dem Lied „Ich schenk dir einen Regenbogen“ verabschiedeten.

Vorsitzender des Fördervereins „Freunde der Musik in der Taborkirche“, Hans Rebholz, dankte Echle, einem „exzellenten Organisten und musikalischen Leiter“ für die „gelebte Ökumene“ mit den evangelischen Kollegen. Rebholz überreichte Echle die seltene Urkunde als Ehrenmitglied.

Nach dem Sopran-Solo „Panis Angelicus“ von Claudia Echle und dem Lied „Nun danket alle Gott“, gesungen vom Taborchor und der Gemeinde, endete der Gottesdienst.

Im Anschluss lud die Kirchengemeinde auf den Kirchplatz ein – zum Essen, weiteren Beiträgen, einander begegnen, sich persönlich zu bedanken und Lebewohl zu sagen.

Bock richtete im Namen der Diözese Rottenburg-Stuttgart, der Seelsorgeeinheit Alpirsbach, Freudenstadt, Dornstetten, Loßburg und Zwieselberg als Erster das Wort an die Drei, die vieles während ihrer Dienstzeit initiiert und vor allem Menschen „vom Kleinsten bis zum Größten oder Betagtesten“ begleitet oder angeleitet haben.

Hospizarbeit gestartet

Bock lobte, Michael Paulus habe in den 33 Jahren Dienstzeit freudig den Dienst der Predigt ausgeführt, dabei drei Pfarrer erlebt, Familienkreise, Trauergruppen sowie Hospizarbeit ins Leben gerufen und als Kindergartenbeauftragter vieles geprägt. Caritas wäre ohne ihn nicht denkbar gewesen.

Pfarrer Anton Bock (links) dankt Karl Echle mit einem Geschenk. Foto: Silvia Lorek

Als Gemeindereferentin habe Sigrid Karus 26 Jahre lang Herzlichkeit, „gaudium et spes“ (Freude und Hoffnung) in vielen Bereichen wie Erstkommuniongruppen, el Camino, Weggottesdiensten, Weltgebetstagen oder Religionsunterrichten an der Theodor-Gerhardt-Schule vermittelt. Ohne sie sei Seelsorge nicht zu denken, so Bock. Er lobte Kirchenmusiker und Chorleiter Karl Echle als Glücksfall und „Geschenk des Himmels“, bei dem die Chöre gerne singen, auch Organisten aus der Seelsorgeeinheit ihren Platz haben und zum Einsatz kommen.

Ökumenische Zusammenarbeit

Musikerkollege Jörg Sander von der evangelischen Stadtkirche erinnerte sich and die Zeit vor 20 Jahren als Echle schon da gewesen sei und ihn „jetzt im Stich lasse“, wie er augenzwinkernd meinte. Er lobte die gute ökumenische Zusammenarbeit. Hans Schnieders vom Amt für Kirchenmusik dankte Echle für die „liebevolle Art“, seine ausgezeichneten Literaturkenntnisse und die „Freude an der Musik“.

Als humorvolle Einlage präsentierten Kirchenmusikdirektor Karl Echle und Tina Skowronek von der Mitarbeitervertretung das abgewandelte Gemeindelied „Suchen und Fragen“ als musikalischen Rückblick der Dienstzeit. Die Gemeinde sang dazu den Refrain: „So spricht Gott sein ja zum Rentner-Dasein“ bis Echle abschließend intonierte: „Eine Ära geht zu Ende – neues Personal bringt eine Wende.“

„Mit Bach durch das (Kirchen-) Jahr“

Konzert im August
 Ein Orgelkonzert der Reihe „Mit Bach durch das (Kirchen-) Jahr“ wird am Sonntag, 4. August, um 19 Uhr in der Taborkirche Freudenstadt aufgeführt. Am 6. August jährt sich zum 184. Mal das historische Orgelkonzert, welches Felix Mendelssohn Bartholdy 1840 in der Thomaskirche Leipzig gegeben hat, um ein Denkmal für Johann Sebastian Bach zu finanzieren. Kirchenmusikdirektor Karl Echle spielt nun dieses historische Programm, welches von einer Introduktion und einer freien Fantasie von Mendelssohn Bartholdy umrahmt wurde und ansonsten gewichtige Orgelwerke von Bach beinhaltete. So erklingen Bachs Fuge Es-Dur, die Choralbearbeitung „Schmücke dich, o liebe Seele“, Präludium und Fuge a-Moll, Passacaglia c-Moll, Pastorale F-Dur sowie die berühmte Toccata und Fuge d-Moll. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erbeten.

Konzert im September
Ein weiteres Konzert aus der Reihe „Mit Bach durch das (Kirchen-) Jahr“ wird am Sonntag, 8. September, um 18 Uhr in der Taborkirche aufgeführt. Am 14. Deutschen Orgeltag gestalten die Organisten an der Taborkirche ein Orgelkonzert mit Werken von Bach. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erbeten.