Das Klärwerk in Hausach entsorgt das Abwasser aus sechs Städten und Gemeinden, auch das aus Wolfach. Foto: Fischer (Archivfoto)

Bevor der Oberwolfacher Rat den Haushalt beschloss, besprach er die Wirtschaftspläne der kommunalen Betriebe. Hohe Investitionen und laufende Projekte prägen die Zahlen.

Ehe der Gemeinderat den Haken hinter den Kernhaushalt der Gemeinde setzte, stand die Verabschiedung der Wirtschaftspläne der beiden kommunalen Eigenbetriebe an. Beide schließen 2026 nach Plan unterm Strich mit einem Minus. Einen Verlust von 38 300 Euro prognostizierte Kämmerer Thomas Springmann in seinem Zahlenwerk für den kleineren der beiden Eigenbetriebe, die öffentliche Abwasserbeseitigung.

 

53 000 Euro sollen investiert werden, davon 50 000 Euro in die Verlängerung des Mischwasserkanals im Bereich Friedensstraße/Lindenplatz. Größte Verschiebung im Wirtschaftsplan: die Rückführung eines Trägerdarlehens über eine Million Euro an den Haushalt der Gemeinde. „Dort wird das Geld gebraucht zum Ausgleich der dort fällig werdenden Auszahlungen“, erklärte Springmann. Im Gegenzug soll für den Eigenbetrieb ein Kredit am freien Markt aufgenommen werden. Ab 2027 sieht die Finanzplanung wieder positive Ergebnisse vor.

Die konkreten Sätze zur Anpassung werden im Lauf des Jahres festgelegt

Das allerdings werden die Bürger zwangsläufig zu spüren bekommen: Wie schon in der Vorwoche im Rahmen der Vorberatung des Wirtschaftsplans, bekräftigte Springmann, dass bei den Abwassergebühren zum 1. Januar 2027 Anpassungsbedarf bestehe. Die konkreten Sätze soll der Rat im Lauf des Jahres festlegen. „Ungleich komplexer“ als die Abwasserbeseitigung sei der Eigenbetrieb Wasser- und Energieversorgung. „Ein kleines Stadtwerk, ein Gebilde mit sechs Sparten“, sei der inzwischen. Neben der Wasserversorgung bildet der Eigenbetrieb die Tätigkeiten der Gemeinde als Nahwärmeversorgerin und Stromproduzentin ab, den Breitbandausbau sowie die drei gemeindlichen Beteiligungen an der Kraftwärmeanlagen (KWA) Oberwolfach, an der Badenova und am Windpark Hohenlochen.

Insbesondere in den Bereichen Wasser, KWA und Breitband, „da ist im Moment richtig viel los“, hatte Springmann bereits in der Vorberatung in der vergangenen Woche bilanziert. Der fertige Wirtschaftsplan sieht als Gesamtergebnis einen Verlust von 26 300 Euro vor. Der kostenintensivste Geschäftszweig sei in der Einzelbetrachtung der Breitbandausbau, wo trotz Zuschüssen mit einem Minus von 47 100 Euro kalkuliert werde.

In den Eigenbetrieb sollen knapp 1,1 Millionen Euro investiert werden

Diese Entwicklung werde in den kommenden Jahren anhalten, erklärte Springmann: Erst, wenn die Investitionen in den Netzausbau abgeschlossen und das Netz aktiv sei, seien Einnahmen in dieser Sparte möglich.

Investiert werden sollen in diesem Eigenbetrieb insgesamt knapp 1,1 Millionen Euro. Rund 100 000 Euro davon sind für die Strom- und Wärmeverbindung vom Familienzentrum zum Rathaus vorgesehen. „Das hatten wir letztes Jahr schon auf der Agenda und konnten das aus Zeitgründen nicht umsetzen“, so Springmann. Rund 94 000 Euro sind zudem für Arbeiten am Hochbehälter Kirchberg veranschlagt. 500 000 Euro sind als Gesellschafterdarlehen für die KWA bestimmt, 250 000 Euro sind als kommunaler Eigenanteil für den Breitbandausbau 2026 veranschlagt.

Schulden Eigenbetrieb

Der Schuldenstand im Eigenbetrieb wächst nach der Planung von rund 4,2 Millionen Euro zum 1. Januar 2026 auf knapp 4,6 Millionen Euro zum Jahresende. Einen Anteil von knapp 2,2 Millionen Euro daran mache aber die KWA aus, mit der Werte geschaffen würden. „Das belastet unseren Betrieb nicht, da profitiert er sogar noch ein bisschen.“