Alwin Eppler bei der Jubiläumsfeier zum 60-jährigen Bestehen seines Ingenieurbüros. Foto: Ingenieurbüro Alwin Eppler

Zahlreiche wegweisende Projekt auf die Bahn gebracht. Auch als Chef und Bürger sehr geschätzt.

Er galt als der Experte in der Wasserwirtschaft: Bauingenieur Alwin Eppler verwirklichte auch überregional wegweisende Wasserbauprojekte. Für seine beruflichen Erfolge wurde ihm 2009 die Ehrensenatorenwürde der Uni Stuttgart verliehen. Nach kurzer Krankheit starb er im Alter von 95 Jahren im Kreis seiner Familie.

Dornstetten - Bewundert wurde der "Vater der Trinkwassertalsperre Kleine Kinzig" nicht nur wegen seiner großen Erfolge und Verdienste als Unternehmer und innovativer Bauingenieur, geschätzt und geliebt wurde Alwin Eppler auch als Vorgesetzter, als Privat- und Familienmensch. Kein Wunder, war ihm doch der Spruch "Nicht Titel und Grade machen Menschen, sondern was wir können und wie wir unsere Pflicht erfüllen für diese Menschheit, jeder an seiner Stelle" stets Maxime seines Handelns.

Schon in seiner Kindheit in Dornstetten wurden Eppler früh viele Pflichten auferlegt. Sein Vater – Schneider von Beruf – starb früh. Seine nun alleinerziehende Mutter ernährte sich und ihre vier halbwüchsigen Kinder – Nesthäkchen Alwin war damals erst acht Jahre alt – notdürftig mit Putzarbeiten in den Schulen. Oft half ihr der kleine Alwin dabei. Fleiß und große Begabung zeigte er auch in der Schule, weshalb er später die Kepler-Oberschule in Freudenstadt besuchte und dort sein Abitur ablegte. Prägend für Eppler waren auch Kriegsdienst und Gefangenschaft. So mahnte er noch im hohen Alter, dass das Schlimmste überhaupt Krieg sei und es gelte, diesen zu verhindern.

Mathematisch sehr begabt und angesichts der vielen Trümmer ringsum, begann er 1947 an der Technischen Hochschule Stuttgart ein Bauingenieurstudium. Bereits fünf Jahre später gründete der junge Bauingenieur in seiner Heimatstadt das Architekturbüro Eppler. Sein erster Auftrag, die Quellfassung und Sanierung der Altheimer Wasserversorgung, war der Start seiner erfolgreichen Unternehmertätigkeit in der Wasserwirtschaft.

Zahlreiche Patente tragen seinen Namen

Sein Ingenieurbüro expandierte kontinuierlich. Zu den vielen nationalen und internationalen Wasserbauprojekten, wobei neben der Wasserversorgung auch die Abwasserreinigung eine große Rolle spielte, kamen bald Straßenbau- und Baugebietsplanungen hinzu. Dass Alwin Eppler nicht nur ein zielstrebiger und unermüdlicher "Schaffer", sondern ein typisch schwäbisches "Cleverle" war belegen zahlreichen Patente, die seinen Namen tragen.

Geplant wurden alle Projekte im stetig wachsenden Büro in der Dornstetter Gartenstraße. Dazu gehörte auch das die Region prägende Talsperrenprojekt Kleine Kinzig, das Eppler ersonnen, entwickelt und gebaut hat und über das er 2004 sein Buch "Die Talsperre Kleine Kinzig – Trinkwasser für eine Schwarzwald-Region" veröffentlichte.

Wichtiger als alle beruflichen Erfolge war für Eppler aber stets sein Familienleben. Nach dem frühen Tod des Vaters musste er familiär weitere Schicksalsschläge hinnehmen. Nach längerer Krankheit starb Ehefrau Ruth 1972. Als zunächst alleinerziehender Vater kümmerte sich Alwin Eppler liebevoll um die drei halbwüchsigen Kinder. Schmerzlich war für ihn auch der Tod von Tochter Doris vor fünf Jahren.

Alt werden durfte er mit seiner zweiten Ehefrau Lore, die ihn seit vielen Jahrzehnten, so betont Tochter Renate, als "liebevoll-fürsorglicher Beistand" begleitete. Stets habe er es als besonderes Geschenk empfunden, gemeinsam mit seiner Lore so alt zu werden und bis ins hohe Alter zusammen mit ihr viel unternehmen zu können. Denn neben seiner Firma – Alwin Eppler übergab sie 2009 im Alter von 84 Jahren an die damaligen Geschäftsführer Wolfgang Strasser, Ulrich Kornhaas und Rolf Fleig – gehörten Reisen und Wandern zu seinen Lieblingsbeschäftigungen. Eppler war gerne unterwegs, ob auf Städtereisen, in den Alpen oder, wie noch im vergangenen Sommer, an der Nordsee.

Dass Eppler nicht nur ein erfolgreicher und innovativer Geschäftsmann und ein fürsorglicher Familienvater war, sondern auch als Vorgesetzter und Bürger stets Vorbildwirkung hatte, belegen die Berichte weiterer Weggefährten. So lobt Dornstettens Bürgermeister Bernhard Haas neben Epplers fachlicher Kompetenz und seinem zielorientierten Erfindungsreichtum auch sein Engagement als Bürger. Unter anderem geht die Nikolaus­päckchenaktion in Dornstetten auf Epplers Initiative und Sponsoring zurück. Gesellschafter und Geschäftsführer Ulrich Kornhaas beschreibt Eppler als prägende Persönlichkeit sowie als offenen und geradlinigen Menschen. Großes Lob zollen ihm auch zwei jahrzehntelange Angestellte. Sigrid Weise beschreibt Alwin Eppler als "den besten Chef meines über 47-jährigen Arbeitslebens", und Gerti Killinger sagt: "In 43 Jahren gab es nie Differenzen. Herr Eppler war wie ein Vater zu mir, auch ein guter Ratgeber, der stets offene Ohren für meine Fragen hatte."n Die Trauerfeier findet diesen Freitag im engsten Familienkreis statt. Wer sich von Alwin Eppler verabschieden möchte, hat dazu zwischen 11 und 13 Uhr im Bestattungshaus Fischer Gelegenheit.

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