Nach dem Martinimarkt wird die Grundschule Pfaffenweiler Ziel einer Vandalismusattacke. Beschmierte Wände und ein zerstörter Holztisch sorgen für Bestürzung.
Mitte November wurde die Grundschule Pfaffenweiler Ziel einer Vandalismusattacke: Fassadenputz wurde abgeschlagen, Fenster beschmiert, Wände besprayt und der Holztisch auf dem Schulhof wurde besonders verunstaltet. Das sagen der Ortsvorsteher und die Schulleiterin zu dem Vorfall.
„Nach dem Martinimarkt hat jemand gemeint, sich verwirklichen zu müssen“, erklärt Pfaffenweilers Ortsvorsteher Martin Straßacker. Totenkopfsymbole, Schimpfworte und Phrasen wie „Schule ist Scheiße“ seien an die Wände der Schule und den Holztisch des Schulhofs geschmiert worden.
Der große Holztisch sei ein Abschiedsgeschenk einer vierten Klasse gewesen, meint die Schulleiterin Melanie Wirich. Diese Tat habe sie alle daher umso mehr erschreckt, sagt sie bedrückt. Und vor allem die Kinder seien betroffen von den Schmierereien.
Natürlich habe man den Vorfall zur Anzeige gebracht, berichtet Straßacker. Aber es werde wohl nichts dabei rauskommen. „Tags“, also Unterschriften der Sprayer, anhand derer man die Täter überführen könnte, seien keine vorhanden, erläutert der ehemalige Polizeibeamte.
Schrifthöhe der Schmierereien
Wirich glaubt nicht, dass es Schüler ihrer Schule waren. „Die Schrifthöhe der Schmierereien passt nicht zu Grundschulkindern“, meint sie. Daher sei anzunehmen, dass es sich um ältere Kinder oder Jugendliche gehandelt haben müsse.
Vor Corona habe es einmal eine ähnliche Aktion gegeben, so Straßacker. In diesem Fall habe die verantwortliche Gruppe gefasst werden können. Diese seien mit über 14 Jahren bereits strafmündig gewesen. Die Übeltäter haben als Strafe daher unter anderem die Malerarbeiten bezahlen müssen, erzählt der Ortsvorsteher.
Schaden von mehreren Hundert Euro
Für den geschätzten Schaden dieser Tat – von 300 bis 400 Euro – müsse nun die Stadt aufkommen. Das sei in Anbetracht des sowieso schon strapazierten Haushalts besonders ärgerlich. „Das Geld hätte man sinnvoller einsetzen können“, stellt er fest.
Und neben den Kosten müsse auch Arbeitszeit aufgewendet werden, so Wirich. Gemeinsam mit dem Hausmeister der Schule organisiere Straßacker nun die Renovierung. Der Verputz am Kellerabgang, der weggeschlagen wurde, müsse neu angebracht werden. Die Fassaden müssen überstrichen werden, und der Holztisch müsse abgeschliffen und neu lackiert werden, führt der Ortsvorsteher aus.
Die Schmierereien an den Fenstern seien bereits kurz nach der Attacke „weggeschrubbt“ worden, erklärt die Rektorin. Insgesamt hätte man auf eine solche Tat gerne verzichten können, fügt Straßacker hinzu.
Optionen, um Vandalismus zu verhindern
Um weiteren Vandalismus vorzubeugen, seien Überwachungskameras jedoch keine geeignete Option, erklärt der Ortsvorsteher. Aus seiner Zeit als Polizeibeamter wisse er zum einen, dass diese Maßnahme aus datenschutzrechtlichen Gründen nur schwer umsetzbar sei und zum anderen solche Vorfälle nicht häufig genug auftreten, um den Einsatz von Kameras zu rechtfertigen.
Vorstellen könne er sich allerdings, an die dunkle Ecke auf dem Schulhof, die beschmiert wurde, einen Strahler mit Bewegungsmelder anbringen zu lassen, so dass diese einsehbarer werde, erläutert Straßacker.