Auch an den Fenstern tobten sich die Schmierer aus Foto: Truffner

In Empfingen treibt sich – sehr zum Ärger von Bürgermeister Ferdinand Truffner – ein Schmierfink herum. Graffiti wurde am Montag an der Schulfassade entdeckt. Am Dienstag folgt bereits die nächste böse Überraschung.

Empfingen - Denn plötzlich wurden auch Schmierereien im Gebäude des ehemaligen Kindergartens "Kleine Strolche" – die Gemeinde zog dort erst vor drei Wochen aus – gesichtet, wie Bürgermeister Truffner unserer Redaktion mitteilt. "Mein Ärger ist gewaltig. So was nervt echt", schildert der Empfinger Bürgermeister schon am Montagabend seine Gefühlslage.

Hausmeister entdeckt Schmierereien

Da waren aber nur die Sprühereien an der Schule bekannt, entdeckt von Hausmeister Stefan Perk am Vormittag. Die Beweisbilder zeigen: Auf dem Dach der Turnhalle sowie an der Fassade sind mehrere unleserliche Schmierereien zu sehen. "Anzeige wurde bereits erstattet", teilt Truffner mit, der seinem Ärger in einem Facebook-Post der Gemeinde Empfingen Luft verschafft. "Fahndet mal öffentlich nach dem Schmierfink-Idiot, der sich an der Schule Empfingen verewigen musste", heißt es dort. Weiter: "Mit Steuermitteln müssen wir die Schmierereien nun wieder entfernen." Das bestätigt Truffner: "Die Kosten übernimmt erstmal die Gemeinde. Wir klären mit der Versicherung nun ab, ob wir die Kosten erstattet bekommen."

Der Schaden für die Reinigungsstunden sei aktuell noch nicht zu beziffern. Hoffnung einer schnellen Klärung des Falls keimt am Dienstag auf: "Es gibt einen Hinweis aus der Bevölkerung." Der Betroffene könne sich bis Mittwoch bei Truffner melden, ansonsten würde er die Kontaktdaten der Polizei übergeben. Diese soll in den Abend- und Nachstunden nun vermehrt Streife an der Empfinger Schule fahren. "Die Lehrer sind nur tagsüber da. Wir brauchen aber besonders in der Dämmerung Überwachung."

Wände voll mit bunten Farben

Am Dienstagmorgen dann der nächste Schock. Hat der gleiche Schmierfink wieder zugeschlagen? Im Gebäude der Kindertagesstätte "Kleine Strolche", Reichenhalde 12, sind die Innenräume und Teile der Fassade voller Sprühspuren. "Das muss am Wochenende passiert sein. Die nächste Runde Deppen", kommentiert der Bürgermeister. Der oder die Täter hatten also leichtes Spiel. Die Räumlichkeiten stehen im Moment leer. Das Ausmaß der Schmierereien ist noch größer als an der Schule. An sämtlichen Außen- und Innenfassaden sowie verschiedenen Räumen sind Farben verteilt. Besonders ärgerlich: Die Sprüche auf den Wänden sind ohne jeglichen Sinn und Zusammenhang, zumeist gar Schimpfwörter. "Da war wieder jemand langweilig."

Truffner zeigt als Lösung dieses Problems: "Wir haben genügend andere Aufgaben zu bewältigen und die Idioten, die das fabriziert haben, können sich warm anziehen, sofern wir diese erwischen." In seiner Wut poltert Truffner weiter: "Ich biete es gerne den gelangweilten Jugendlichen oder Heranwachsenden an, dass wir was gegen Langeweile machen – wir hätten einige Projekte, die nur auf die Umsetzung warten."

Ähnlicher Fall an Tälesee-Halle

Nicht das erste Mal, dass in Empfingen mit Schmierereien gekämpft wird: An der Tälesee-Halle soll es vor wenigen Monaten zu ähnlichen Vorfällen gekommen sein. "Da waren es aber andere Farben", erläutert Empfingens Bürgermeister den Unterschied. Ob immer der gleiche Täter am Werk ist? Das versucht die Polizei nun herauszufinden. Bleibt die Hoffnung, dass nicht noch an weiteren öffentlichen Gebäuden in Empfingen unschöne Sprüche entdeckt werden.