Sogar ein Sofa haben die wegen Vandalismus im Verdacht stehenden Jugendlichen in den Wald getragen. Foto: Neß

Jugendliche stehen im Verdacht das Waldstück, das dem Kinderhaus Regenbogen zur Verfügung steht, zu verschmutzen und die Bauten der Kinder zu zerstören.

Oberndorf - Glasscherben, Verpackungen, Zigarettenschachteln, Fahrradüberreste, Alkohol und neuerdings auch ein Sofa – wo sonst Kinder spielen, treiben schon seit geraumer Zeit mutmaßlich Jugendliche ihr Unwesen und hinterlassen eine Menge Müll. Steffen Lehrer, Erzieher im Kinderhaus Regenbogen auf dem Lindenhof, ist verärgert. "Durch die Corona-Zeit hat sich das verselbstständigt", erzählt er, sichtlich frustriert von den Hinterlassenschaften in dem Waldstück, das dem Kindergarten für die Waldtage zur Verfügung steht.

Zwei mal die Woche geht Lehrer normalerweise gemeinsam mit einem Kollegen und 14 bis 15 Kindern zwischen vier und sechs Jahren in den Wald, der direkt an das Wohngebiet auf dem Lindenhof angrenzt. Dort wird mit einem Morgenkreis begonnen, anschließend gespielt, gevespert und vieles erlebt. Doch im Zuge der Pandemie und der damit verbundenen Gruppentrennung war es nicht möglich, regelmäßig in den Wald zu gehen. Jetzt, da es wieder möglich ist, findet Lehrer in dem Waldstück ein reines Chaos vor. Die von den Kindern gebauten Bänke, der Tisch und das Kindergartenschild wurden zerstört, zum Teil verbrannt, die Schaukeln sind teils abgerissen worden.

Eine Brücke, die mühsam von den Eltern gebaut wurde, sei bereits vor zwei Jahren zertrümmert worden. Die Problematik ist damit nicht neu. Insbesondere der Müll sei schon immer ein Problem gewesen, auch auf Spielplätzen in Oberndorf, meint Lehrer, doch so extrem wie in den letzten Monaten sei es noch nie gewesen. Er vermutet, dass es vor allem daran liegt, dass der Kindergarten in den vergangenen Wochen im Wald nicht präsent war. Lehrer spricht von einer reinen Zerstörungswut, die die offenbar Jugendlichen oder jungen Erwachsenen antreiben müsse.

Seit wenigen Tagen steht nun auch ein Sofa in der Hütte im Wald, die den Kindern bei schlechtem Wetter als Dach über dem Kopf gedient hat. Doch nutzen können Lehrers Schützlinge diese jetzt nicht mehr. Denn Scherben, Alkoholflaschen und das langsam modernde Sofa macht die Nutzung unmöglich.

"Ich kann die Kinder hier nicht mehr spielen lassen", sagt Lehrer. "Es ist meine Aufgabe zu gucken, dass nichts passiert." Den Müll und insbesondere die Scherben wegzuräumen ist aussichtslos. Auf den Wald verzichten, sollen die Kinder aber nicht müssen. "Das Gelände ist zum Glück groß genug". Mit einem Absperrband hat Lehrer nun die Bereiche abgesteckt, in denen sich die Kinder noch bewegen dürfen. Das vermüllte Gelände ist für die Kinder nun tabu. Das klappe zum Glück sehr gut, dennoch werden die Bauten der Kinder immer wieder zerstört. "Die nehmen das zum Glück gelassen", meint Lehrer. Dennoch schließt er nicht aus, dass sich das Kinderhaus früher oder später ein neues Waldstück suchen muss.