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Uwe Ochsenknecht im Interview "So schöne Beine hatte ich noch nie"

Von

Inwiefern?

Bei den meisten Musicals ist es doch so, dass es ein paar Lieder gibt, um die herum dann irgendwie eine Geschichte gebastelt wird, und sei sie noch so abstrus. Nur damit die Songs irgendwie zusammenhalten. Bei "Hairspray" dagegen gibt es eine richtige Geschichte. Und die Lieder sind schön integriert. Das wirkt nicht wie Flickschusterei, sondern passt einfach. Nicht umsonst hat das Stück über 30 internationale Auszeichnungen bekommen, darunter acht Tonys, die als wichtigste US-Theaterpreise gelten.

"Hairspray" spielt 1962 in Baltimore und erzählt die Geschichte des übergewichtigen Teenagers Tracy Turnblad. Tracy träumt davon, in einer beliebten Fernseh-Tanzshow auftreten zu dürfen. Als ihr das gelingt, wird sie zum Star. Ihre Berühmtheit nutzt sie nun zu einer Kampagne gegen die Rassentrennung. Welche Relevanz hat das Thema hier und heute?

Eine große. Es geht um Toleranz, um Gerechtigkeit, um Freundschaft. Also um zeitlose Themen. Und es geht um den Mut, aufzubegehren, selbst wenn die Übermacht stärker scheint. Es gibt immer wieder Gründe, für die man den Mund aufmachen muss, für die es sich lohnt, auf die Straße zu gehen und zu sagen: Wir lassen uns das nicht mehr bieten! Leider ist das bei uns in Deutschland verloren gegangen. Wir haben keine Demonstrationskultur. Protestieren und boykottieren - das macht kaum noch jemand.

Warum?

Ich weiß es nicht. Was Streiks betrifft, ist es wohl so, dass die Menschen Angst haben, durch solche Aktionen ihren Arbeitsplatz zu verlieren.

Trotz Gesellschaftskritik setzt "Hairspray" aber auch auf viel Humor.

Sicher. Aber das ist kein Karneval, keine platte Comedy. Man muss auch die komischen Momente seriös spielen. Und man darf Edna nicht vorführen, sich nicht über sie lustig machen. Ich nehme die Rolle ernst.

Was ist Ihr Ziel?

Dass die Leute vergessen, dass da ein Mann spielt, dass da ich spiele. Ich will einfach diese Figur dem Publikum nahebringen.

Im Original war Dragqueen Divine in der Hauptrolle zu sehen, in der Neuverfilmung John Travolta. Haben Sie sich bei den beiden etwas abgeschaut?

Nein, ich will ja keine Kopie sein. Außerdem ist mir Divine in dieser Rolle ehrlich gesagt zu tuntig und Travolta zu eindimensional.

Ihre Söhne Jimi Blue und Wilson Gonzales sind ebenfalls Schauspieler. Was halten die denn davon, dass Papa als Mami bei einem Musical auf der Bühne steht?

Ach, wissen Sie, die sind da ganz professionell. Bevor sie mich nicht auf der Bühne gesehen haben, erlauben sie sich kein Urteil.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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