Die kubanische Diplomatin Josefina Vidal Ferreiro auf dem Weg zu den Gesprächen mit den USA. Foto: dpa

Seit 1961 herrschte Eiszeit zwischen Washington und Havanna. Nun wollen die einstigen Erzfeinde ihre diplomatischen Beziehungen wieder normalisieren. Zum Verhandlungsauftakt reden beide Regierungen über Migration.

Havanna - Beginn einer neuen Ära: Fünf Wochen nach der Ankündigung haben das sozialistische Kuba und die USA mit Verhandlungen zur Normalisierung ihrer Beziehungen begonnen. Hochrangige Delegationen beider Länder kamen am Mittwoch zu zweitägigen Beratungen in der kubanischen Hauptstadt Havanna zusammen. Auf der Agenda standen zunächst Migrationsgespräche.

„Natürlich sind wir uns nicht bei allen Themen zu 100 Prozent einig“, sagte der Vizeleiter der kubanischen Delegation, Gustavo Machín, nach der ersten Kontaktaufnahme. Beide Seiten hätten erste Gespräche über den Migrationsfluss zwischen ihren Ländern geführt. Seine Regierung habe ihre Sorgen über den sogenannten „Cuban Adjustment Act“ zum Ausdruck gebracht. Das seit Jahrzehnten gültige US-Gesetz gewährt vielen kubanischen Flüchtlingen, die die USA auf illegalem Weg erreichen, ein Bleiberecht.

Obama bekräftigte am Dienstagabend seine Entscheidung

In der kubanischen Hauptstadt wurde am Mittwoch die Staatssekretärin im US-Außenministerium, Roberta Jacobson, erwartet. Auf kubanischer Seite ist die Topdiplomatin Josefina Vidal als Chefunterhändlerin vorgesehen. Der Dialog zur baldigen Eröffnung regulärer Botschaften in Washington und Havanna soll offiziell am Donnerstag beginnen. Wann die Verhandlungen abgeschlossen werden, ist noch unklar.

Mitte Dezember hatten beide Staaten die Normalisierung ihrer Beziehungen nach über 50 Jahren Eiszeit verkündet. Die diplomatische Versöhnung wurde weltweit als Meilenstein begrüßt. Im Rahmen der Annäherung lockerte US-Präsident Barack Obama auch das seit den 1960er Jahren bestehende Wirtschafts- und Handelsembargo gegen den Karibikstaat. So können unter anderem US-Bürger jetzt einfacher nach Kuba reisen.

Am Dienstagabend bekräftigte Obama seine Entscheidung. „Auf Kuba beenden wir eine Politik, die ihr Verfallsdatum lang überschritten hatte“, sagte er in Washington in seiner Rede zur Lage der Nation. Zugleich forderte er den Kongress zur Aufhebung des Kuba-Embargos auf.