US-Präsident Biden wirbt um Vertrauen. Foto: imago//Munoz

US-Präsident Biden muss nicht nur bei Verbündeten Zweifel an seiner Verlässlichkeit ausräumen. Ob das gelingt, ist fraglich, kommentiert Christian Gottschalk.

New York - An Donald Trump sind viele verzweifelt. Wer Freund gewesen ist und wer Feind, das ist nicht immer allen Beteiligten so klar gewesen beim ehemaligen US-Präsidenten. Nur eines war ziemlich deutlich: Trump war kein Freund der internationalen Zusammenarbeit. Trump ist Geschichte, am Dienstag ist Joe Biden zum ersten Mal als Präsident an das grüne Marmorpodium der Vereinten Nationen getreten. Mit einer klaren Aussage: die Welt muss zusammen arbeiten. Die Überschrift klingt gut, der Inhalt bleibt weitgehend offen.

 

Zusammenarbeit braucht Regeln, die will Biden aufstellen und interpretieren. Beim Abzug aus Afghanistan ließ das partnerschaftliche Miteinander zu wünschen übrig, ebenso bei der Zusammenarbeit mit dem Nato-Partner Frankreich beim U-Boot-Deal mit Australien. An Bidens Verlässlichkeit bestehen inzwischen Zweifel, nicht nur in den Reihen der Verbündeten. Ob sich das von den USA zum Hauptrivalen ausgerufene China davon überzeugen lässt, dass Biden keinen kalten Krieg möchte, ist kaum anzunehmen. Chinas Präsident hat auch zur Zusammenarbeit aufgerufen. Dass er dies nach Bidens Regeln machen will, ist unwahrscheinlich.