Eine Augenweide ist der Chevy Belair orange von Frank Gerhardt. Foto: Hella Schimkat

Der herrliche Park von Maria Tann präsentierte sich am Wochenende von seiner schönsten Seite, war er doch Treffpunkt von den Freunden der US Cars. Ob neu oder historisch jeder einzelne Bolide war ein Blickfang, ihre Besitzer ebenfalls.

Es war das zweite Treffen in Maria Tann und wurde organisiert von Felix Winterhalter, der mit Viola und Mel Thomes von Maria Tann Events, freundliche Unterstützung gefunden hatte.

Am Samstag ab 9 Uhr rollten die US Cars, viele noch in Original Farben, langsam in den Park, denn Sechs- und Achtzylinder können auch ganz langsam fahren und ihre Besitzer sind keine Raser, egal wie viel PS sie unter der Haube haben.

Musikalische Unterhaltung gibt es auch

Helmut Doser aus dem Brigachtal spielte ab morgens Country Songs, nachmittags hatte die Band Senior Council aus Freiburg ihr Schlagzeug, Keyboard und Bässe mit Verstärker, die sich vor den PS starken Boliden nicht verstecken brauchten, aufgebaut. Jörg Besch (Bass, Gesang), Gilbert Kümmerle (Schlagzeug, Gesang), Niclas Soddemann (Keyboards, Gitarre, Mundharmonika, Gesang) und Ralf Soddemann (Gitarre, Gesang) spielten drei Stunden von Rock bis Blues alles, ob Credence Clear Water Revival oder Eagles mit ausdrucksstarken Gesang, wobei sie auch bei den Boliden am Ende des Parks gut ankamen. Die Bewirtung ließ auch keine Wünsche offen, genauso wie das Wetter, alles passte.

In Grün mit Baujahr 1951: Der Chevy Blue Flame von Patrick Gutwetter aus Brigachtal. Foto: Hella Schimkat

Da war Steffen Krismann aus Villingen-Schwenningen mit Familie, der seinen Acht Zylinder Chevy Carprice Coupé mitgebracht hatte. Baujahr 1977, 550 PS, Wasserkühlung, Rennauto mit Straßenzulassung. Er und Ehefrau Lena freuten sich schon auf die nächste Oldtimer-Rallye, bei der sich der Chevy garantiert nicht lumpen lassen würde.

Gleich neben ihm stand Frank Gerhardt mit dem Top Chop Chevy Belair Baujahr 1952, 300 PS, ganz in Orange. Auf die Bemerkung, dass der Chevy hinten ja fast auf dem Boden auflag, erklärte er unserer Redaktion: „Schau mal, was ich jetzt mache“. Er zog an einem Hebel neben dem Fahrersitz und das Heck erhob sich lautlos um etwa 15 cm. Das sei ein Luftfahrwerk, nicht nachträglich eingebaut, erläuterte er.

Suche nach einer Halle

„Wir suchen in VS und dem näheren Umkreis eine Halle, wo wir unsere Fahrzeuge unterstellen und natürlich an ihnen schrauben können“, erklärten er und Steffen Krismann, und einige weiteren Aussteller nickten mit den Köpfen.

Patrick Gutwetter aus Brigachtal zeigte sich stolz auf seinen „Blue Flame G-Motor“, Baujahr 1951, 120 PS. „Hier ist alles original inklusive winzige Beulen“, erklärte er, stolzer Besitzer seit sechs Wochen. Er hatte schon eine Uhr und Zigarettenanzünder sowie Aschenbecher, ganz wichtig im Marlboro Land, schmunzelt er. Auf die Frage, wo denn die Gurte zum Anschnallen habe, antwortet er: „Hat er nicht, braucht er auch nicht, hat hier Bestandschutz.“

Was ein „Bug Diffuser“ ist

Nächste Frage: „Was ist das denn für ein witziges Gebilde auf der Motorhaube, ein zusätzlicher Rückspiegel?“. Das werde er immer gefragt, lacht er, das sei ein „Bug Diffuser“, also auf gut Deutsch, an ihm rennen sich die Fliegen die Köpfe ein und werden abgeschmettert, landen nicht auf der Windschutzscheibe. Der schöne „Grüne“ hat eine Drei-Gang-Automatik mit Powerglide Getriebe, also einen Rückwärts- einem Vorwärts- und einem Langsam-Gang.

Über 1000 PS aus Weigheim

Weitere attraktive US-Cars älterer Baureihe, stehen neben neueren Boliden, wie dem Chevy Camaro, acht Zylinder, grün foliert, mehr als 1000 PS, aus Weigheim.

Am Sonntag kamen noch weitere US Cars vom Bodensee und die Baden US Cars hatten sich auch angemeldet. Viele Besucher haben wieder gestaunt, schossen Fotos und stellten viele Fragen.