Vieles wird teurer – auch eine Bestattung auf den Friedhöfen in Villingen-Schwenningen. Der Technische Ausschuss berät über die Kalkulation für 2026/2027.
Die Marschroute des Gemeinderates ist die selbst gesetzte Vorgabe, dass städtische Dienstleistungen möglichst kostendeckend zu erfolgen haben. Das gilt auch für Bestattungen auf den zwölf Friedhöfen im Stadtgebiet.
Ende des letzten Jahres hatte die Friedhofsverwaltung darauf aufmerksam gemacht, dass sich die Gebührenkalkulation so nicht mehr halten lasse und vorzeitig Gebühren geändert – sprich in den meisten Bereichen erhöht – werden müssten. Dafür erfolgte die Zustimmung des Gremiums.
Für die Sitzung des Technischen Ausschusses am Dienstagabend in Villingen legte die Friedhofsverwaltung die Gebührenkalkulation für die Jahre 2026/2027 vor. Daraus wird ersichtlich, der Trend bei den meisten Preisen in eine Richtung zeigt – nach oben.
Das Krematorium
Seit 2023 arbeitet das Krematorium auf dem Schwenninger Waldfriedhof mit zwei Kremationslinien. Obwohl man hier kontinuierlich positive Betriebsergebnisse erziele, komme man wegen „inflationsbedingter Preis- und Lohnsteigerungen“ nicht um eine Entgelterhöhung herum. Die Umsatzerlöse sind von 1,5 Millionen Euro im Jahr 2022 auf 1,7 Millionen Euro im Jahr 2025 gestiegen. Allerdings gingen auch die Kosten rauf von 1,2 Millionen Euro (2022) auf zuletzt 1,4 Millionen Euro (2025).
Die Feuerbestattung bleibt die am stärksten genutzte Form der Bestattung in Villingen-Schwenningen. Das hängt sowohl mit den Kosten als auch mit Aspekten wie Grabpflege zusammen. In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Kremationen kräftig gestiegen: von etwas über 3000 im Jahr 2018 auf 3854 im Jahr 2024. Bei der Friedhofsverwaltung gehen man davon aus, dass die Nachfrage weiterhin auf hohem Niveau bleibt.
Für die Festsetzung der neuen Preise bedeutet das, dass für eine Feuerbestattung für Verstorbene ab sechs Jahren ein Nettoentgelt von 470,59 Euro (brutto 560 Euro) ab 2026 erhoben wird. Das ist ein Anstieg von rund fünf Prozent. Derzeit werden für eine Feuerbestattung in dieser Kategorie netto 445,38 Euro erhoben.
Die Stadt Tuttlingen setzt 583 Euro brutto an für eine Feuerbestattungen, die Stadt Singen 555 Euro und die Stadt Albstadt 530 Euro brutto.
Friedhofsgebühren
Auch bei den Friedhofsgebühren sind Veränderungen geplant, denen der Technische Ausschuss zustimmte. Bisher sind die Kosten des Betriebes der zwölf städtischen Friedhöfe in Villingen-Schwenningen jeweils für einen Zeitraum von fünf Jahren geplant worden. Aufgrund der dynamischen Kostensteigerungen in Bereichen, die auch diesen Bereich betreffen, lässt sich nach Angaben der Stadt so ein langer Zeitraum nicht mehr halten. Man wechselt auf eine Kalkulation und Entgeltfestsetzung für zwei Jahre.
Die Kosten für den Betrieb der Friedhöfe in VS gibt die Verwaltung für 2026 mit voraussichtlich 5,9 Millionen Euro an. Der Berechnung der sich daraus ergebenden Gebühren erfolgt auf der Grundlage von 5,2 Millionen Euro. Rechnerisch entstünden pro Grab Kosten in Höhe von knapp 45 Euro im Jahr. Die Pflegekosten sind mit knapp 5,70 pro Grab pro Jahr angegeben. Dazu zählen Posten wie die Grundbepflanzung, Wechselflor, Rasenmähen oder das Entfernen von Trauerdekoration. Die Kosten für die Grabnutzung haben sich laut Vorlage um rund 100 000 Euro pro Jahr erhöht. Als Gründe sind angegeben Sanierungen an den Friedhofsmauern in Rietheim und Tannheim sowie Lohnsteigerungen.
Der Trend bei Grabstellen ist rückläufig. Der Anteil an Urnenbestattungen liegt in VS danach mittlerweile bei 75 Prozent. Das wirke sich aufgrund der langen Ruhezeit von Grabstätten erst jetzt aus. Dadurch verteilen sich die Kosten auf weniger Grabstellen. Auch das ein Grund, warum es teurer wird.
Die Gebühren
Die Bestattung in einem Erdreihengrab schlägt für die Jahre 2026/27 mit 919 Euro zu Buche (2025: 899 Euro). Ein Platz in einem Erdfamiliengrab kostet künftig 1149 Euro (2025: 1124 Euro).
Einen Urnenbeisetzung kostet künftig netto 459 Euro (449 Euro). Die Umbettung eines Sarges kostet neu 635 Euro (630 Euro).
Die Feierhalle
Der Rückgang bei den Erdbestattungen führt wiederum dazu, dass Infrastruktur für Begräbnisse wie Aussegnungshalle oder -raum, Aufbahrungs-/Kühlraum sowie Wasch- und Hygieneräume weniger genutzt werden. Hier fällt die Gebührensteigerung am kräftigsten aus.
600 Mal im Jahr wurde zuletzt eine Feierhalle in Anspruch genommen. Die Gebühr dafür steigt auf 331 Euro (289 Euro), ein Aussegnungsraum wird pro Jahr 110 Mal genutzt. Kosten hier künftig: 194 Euro (189 Euro). Bei 230 Beerdigungen im Jahreslauf ist der Aufbahrungs-/Kühlraum gefragt. Dafür werden 2026/27 dann 348 Euro berechnet (281 Euro). Die Verwaltung weist darauf hin, dass steigende Kosten für Erdbestattung den rückläufigen Trend verstärken können. Auf der anderen Seite sei man gehalten, kostendeckende Gebühren zu verlangen.