In einer Sonderschau präsentieren sich auf der Urlaubsmesse CMT unter anderem Golf-Clubs aus Südtirol. Foto: Jan Reich

Die größte Golfmesse Deutschlands präsentiert sich auf der CMT zum 20. Mal. Doch die Sportart hat ein Nachwuchsproblem – weil sie zu teuer und der Weg aufs Grün zu lang ist.

Die größte Golfmesse Deutschlands präsentiert sich auf der CMT zum 20. Mal. Doch die Sportart hat ein Nachwuchsproblem – weil sie zu teuer und der Weg aufs Grün zu lang ist.

Stuttgart - Die Aussicht auf den Schlern, den 2563 Meter hohen Berg in den Dolomiten, ist grandios. Mitten in dieser imposanten Bergwelt auf der Seiser Alm in Südtirol liegt der Golfclub St. Vigil Seis. Der 18-Loch-Platz ist 60 Hektar groß, der Golfer kommt an Schluchten, Bächen und kleinen Wasserfällen vorbei. St. Vigil ist eine von ­sieben Anlagen, die vom Anbieterverband Golf in Südtirol bei der Sonderausstellung Golf- und Wellnessreisen in Halle 9 der CMT beworben werden.

Die Golfmesse präsentiert sich zum 20. Mal auf der CMT. 250 Aussteller sind dabei. Für Südtirol ist es eine Premiere. Bislang war die Region eher für 300 Sonnentage im Jahr, Wanderungen, gutes Essen und edle Weine bekannt. Jetzt will man neue Wege gehen. „Wir haben schon viele Stammkunden aus dem Raum Stuttgart und wollen neue hinzugewinnen“, sagt Hannes Schnitzer von Golf in Südtirol. Schnitzer zielt vor allem auf die Gruppe der 40- bis 60-Jährigen ab, jene Klientel, die sich den Sport auch leisten kann. „Wir müssen in diesem Punkt umdenken, den Sport mehr öffnen und weg davon, dass sich die Leute an einen Club binden müssen“, sagt Schnitzer. Denn wenn die jungen Leute nicht nachkommen, leiden auch die Golfanlagen in den Urlaubsgebieten.

Mitgliedschaft in Club kann schon mal 2000 Euro kosten – im Jahr

In Deutschland sind die Zuwachsraten im Deutschen Golfverband (DGV) eher bescheiden. Dabei will man die Mitgliederzahlen mittelfristig von 600.000 auf eine Million steigern. Doch Golf boomt nicht gerade. Das liegt zum einen daran, dass es eine relativ teure Sportart ist: Die Mitgliedschaft in einem Club kann schon mal 2000 Euro im Jahr kosten. Für einen Tag auf dem Grün ohne Mitgliedschaft zahlt man rund 40 Euro aufwärts. Dazu kommt, dass nicht jeder einfach auf einen Platz spazieren und spielen darf. Man muss zunächst die Platzreife, eine Art Führerschein für den Golfplatz, machen. Auch das kostet Geld und setzt viel Übung und Zeitaufwand voraus. „Wir wollen mehr Golfer haben, dann müssen wir auch die Platzreife einfacher machen und am besten die ganzen Golfregeln“, sagt Frank Adamowicz, Golflehrer beim Golf Club St. Leon Rot. Er kritisiert seit langem die verkrusteten Strukturen: „Es muss einfacher und schneller gehen für die Leute, und wir brauchen auf jedem Platz mehr öffentliche Löcher.“ Auf der Messe gewährt Adamowicz dem Publikum Einblicke in das Leben eines Tourprofis. Zum Rahmenprogramm gehört auch Golflegende Jonathan Taylor, der zweimal täglich Tricks und Tipps zum richtigen Golfen gibt.

Ein Renner unter den Produktneuheiten ist die Golfuhr der Firma Garmin. Das vorinstallierte Datenmaterial umfasst über 30.000 Golfplätze auf der ganzen Welt, allein in Deutschland sind es über 900. Den jeweiligen Platz erkennt die Uhr mittels Satellit von selbst. Über das Menü lassen sich alle wichtigen Entfernungsangaben auf einen Blick erkennen: ob Anfang, Mitte oder Ende des Grüns. Die Nummern der aktuellen Spielbahn werden mit dem jeweiligen Par angezeigt. Dieser Wert steht für die Anzahl an Schlägen, die ein sehr guter Spieler durchschnittlich benötigt, um den Ball vom Abschlag ins Loch zu spielen.

Parallel zur Hauptausstellung finden in Halle 9 der Landesmesse Stuttgart noch bis Sonntag Schauen zu Sonderthemen statt. Neben Golf- und Wellnessreisen liegt der Schwerpunkt auf Kreuzfahrt- und Schiffsreisen.

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