Einen Stadtstrand, wie hier im vergangenen Jahr auf dem Marktplatz in Freundenstadt, soll es im Sommer in Schwenningen geben. Foto: Timo Beyer/Archiv

Citymanager Thomas Herr ließ am Mittwochabend im Gemeinderat die Katze aus dem Sack: Die Schwenninger Innenstadt soll im Sommer einen Stadtstrand erhalten.

Nicht nur Grünen-Stadträtin Elif Cangür zeigte sich Mittwochabend im Gemeinderat begeistert, als Citymanager Thomas Herr und Stadtmarketing-Chef Matthias Jendryschik von den Plänen für die Schwenninger Innenstadt berichteten. „Da überlege ich mir, ob ich meine Auslandsreise absagen und hier in VS bleiben soll“, sagt sie frohlockend. Denn der Muslenplatz soll sich im Sommer zu einem Stadtstrand verwandeln.

Von Mitte Juli bis September, so erklärte Herr den Stadträten, soll tonnenweise Sand in das Zentrum der Innenstadt gekarrt werden, um dort für Urlaubsgefühle zu sorgen. „Das soll Aufenthaltsqualität in die Stadt bringen“, hofft Herr auf einen Impuls für die Schwenninger Innenstadt.

Dass dies dringend notwendig ist, zeigt nicht nur der Blick auf die Leerstände dort, auch eine Passanten-Befragung machte deutlich, dass Handlungsbedarf besteht. Während die Villinger Innenstadt hinsichtlich der Aufenthaltsqualität gute Noten erhielt, setzte es für Schwenningen bei den Passanten in der Vielzahl die Schulnote 4 und schlechter.

Kooperation mit Gastronomie vor Ort

Bei der Suche nach pfiffigen Ideen, um den Sommer in Schwenningen attraktiv zu gestalten, stieß man nun auf den Stadtstrand. „Wir werden dort auch Liegestühle stehen haben“, so der Citymanager. Derzeit sei man in Gesprächen, die Gastronomie mit einzubeziehen, um für eine Verpflegung zu sorgen – „einfach, damit man sich dort ungezwungen mit Freunden treffen kann“.

An mehreren Abenden in der Woche – natürlich auch mit Blick auf das Ruhebedürfnis der Anwohner – soll es zudem ein Rahmenprogramm geben, an dem derzeit noch gefeilt wird. In das Konzept des Stadtstrandes fließt auch das Projekt der offenen Bühnen mit ein.

Offene Bühnen mit eingebunden

Herr: „Das haben wir entsprechend abgestimmt.“ So lädt das Stadtmarketing alle lokalen Musikgruppen, Schulbands, Solo Acts und Straßenkünstler ein, sich für die „Offenen Bühnen“ in den Innenstädten von Villingen und Schwenningen zu bewerben. Und eben auch am Muslenplatz.

Ulrike Salat (Grüne) brachte in diesem Zusammenhang noch gleich eine Belebung des Marktplatzes ins Spiel – und zwar mit einer Verlegung des Wochenmarktes während der Stadtstrand-Aktion dorthin. Dann würde der Marktplatz auch wieder seinem Namen gerecht, so Salat. Oberbürgermeister Jürgen Roth zeigt sich nicht abgeneigt von der Idee, dies müsse aber zunächst noch mit den Beschickern besprochen werden.

Blumenkübel bleiben stehen

Und der Muslenplatz soll über die Dauer des Stadtstrandes hinaus von der Aktion profitieren. Blumenkübel, die dort für Flair sorgen, bleiben demnach erhalten. Zudem wird der Sand nachhaltig genutzt – und zwar für die Spielplätze in der Stadt.

Der Aufbau für den Stadtstrand soll nach der Schwenninger Kulturnacht (1. Juli) beginnen, bis zum 22. September, wenn das Kürbis-Fest des GVO stattfindet, muss der Sand dann wieder abtransportiert sein.