In Rottweil verändert sich das Reiseverhalten deutlich, ein Experte erklärt welche Faktoren aktuell die Urlaubsplanung beeinflussen
Globale Krisen, geopolitische Spannungen und wirtschaftliche Unsicherheiten wirken sich zunehmend auf die Urlaubsplanung vieler Menschen aus. Auch in Rottweil ist dieser Wandel spürbar. Alexander Hesse vom Reisebüro Übersee in Rottweil beobachtet die aktuellen Entwicklungen genau und beschreibt unserer Redaktion, wie sich Buchungsverhalten und Zielpräferenzen verändern.
Vor allem internationale Konflikte beeinflussen die Wahl der Destinationen deutlich. Hesse erklärt dazu: „durch die Nahostkrise schwenken die Kunden mehr auf westeuropäische Reiseziele und die Karibik um, sowie auf Direktflüge anstatt Umsteigeverbindungen in den Indischen Ozean und den fernen Osten.“ Besonders Reisen nach Asien seien derzeit rückläufig, was unter anderem mit Flugrouten über große Drehkreuze im Nahen Osten zusammenhänge. Dort gelte bei Transitverbindungen teilweise ebenfalls eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes, was die Planung zusätzlich erschwere und die Auswahl an Alternativen einschränke.
Neben sicherheitspolitischen Faktoren spielt auch die wirtschaftliche Lage eine immer größere Rolle. Laut Hesse seien viele Kunden vorsichtiger geworden und würden Reiseentscheidungen stärker abwägen als noch in den Vorjahren. Preisentwicklung und Gesamtbudget hätten spürbar Einfluss darauf, wohin die Reise letztlich gehe.
Trend bei den Reisezielen
Bei den beliebtesten Reisezielen zeigt sich ein klarer Trend: Griechenland, Spanien sowie Südosteuropa – etwa Bulgarien – stehen hoch im Kurs. Besonders gefragt seien zudem Kreuzfahrten, die häufig als vergleichsweise gutes Preis-Leistungs-Verhältnis wahrgenommen werden. Auch Fernreiseziele bleiben zwar weiterhin relevant, haben sich jedoch verschoben. Während zu Jahresbeginn noch Nordafrika und Südostasien stärker nachgefragt wurden, gewinnen inzwischen andere Destinationen an Bedeutung. „Seit letztem Jahr bis jetzt sind auf der Fernstrecke noch Baja California (Pazifikküste Mexikos) und Japan voll im Trend,“ so Hesse.
Auch bei bereits gebuchten Reisen kommt es in Einzelfällen zu Anpassungen. Allerdings bleibt die Zahl der Stornierungen gering. Viel häufiger werden Umbuchungen vorgenommen, insbesondere wenn politische Entwicklungen oder Reisewarnungen eine Rolle spielen. Hesse berichtet hierzu: „Die Rottweiler buchen lediglich die bereits gebuchten Reisen in den Orient um, auf Grund der Reisewarnung. Stornierungen gab es keine, außer ein Reiseziel war von einer entsprechenden Reisewarnung betroffen. Hier konnten wir bisher immer gute Alternativen für unsere Kunden finden.“
Sicherheit bei der Buchung
Ein weiterer Aspekt, der laut dem Experten zunehmend an Bedeutung gewinnt, ist das Thema Sicherheit bei der Reisebuchung. Viele Kundinnen und Kunden achten stärker auf Absicherungen und flexible Optionen. „Im Hinblick auf die Sicherheit werden die bereits oben genannten Zielgebiete mehr in den Fokus genommen und die Kunden buchen häufiger einen Reiseschutz und/oder eine Flex-Option hinzu.“
Diese sogenannte Flex-Option ermöglicht es Reisenden, ihre Buchung unter bestimmten Bedingungen kurzfristig anzupassen. Konkret kann eine Reise damit bis zu 29 beziehungsweise 15 Tage vor Abreise gebührenfrei umgebucht oder storniert werden – ohne Angabe von Gründen.