Die Ministerpräsidenten wollen eine Testpflicht für von Mallorca zurück kehrende Urlauber. Aber die Reiseveranstalter und Fluggesellschaften warten noch auf die Klärung rechtlicher Fragen.
Stuttgart - Die Reisebranche wartet auf eine Klärung von Rechtsfragen, bevor die von den Ministerpräsidenten gewünschte Einführung einer Testpflicht von Mallorca-Urlaubern vor der Rückkehr eingeführt wird. So weist der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) darauf hin, dass viele Detail-Fragen derzeit noch ungeklärt sind und mit den Behörden erörtert werden müssen. Zu besprechen sei etwa, wie mit Passagieren umgegangen werden soll, die am Flughafen kein negatives Testergebnis vorweisen können, sagte BDL-Sprecher Ivo Rzegotta. Ein Kompensationsanspruch gegenüber der Fluggesellschaft bei einer Nichtbeförderung könne daraus jedenfalls nicht entstehen. Die Airlines seien im Übrigen keine medizinischen Unternehmen, die selbst Tests durchführen können. Ihre Rolle würde sich darauf beschränken, Testangebote für die Passagiere sicherzustellen, die Einhaltung der Testpflicht zu kontrollieren und die Passagiere auf die Testpflicht aufmerksam zu machen. Der BDL plädiere dafür, die Mallorca-Maßnahme auf die Osterzeit zu beschränken.
Testen in den Ferienhotels?
Der Reiseveranstalter TUI teilt mit, dass abzuwarten sei, auf welchem Weg das Testen vorgeschrieben werde: über Einreiseregelungen durch den Bund oder Infektionsschutz-Verordnungen der Länder. Im Prinzip könne die TUI aber ihren Gästen Testangebote machen oder sie darauf hinweisen, entweder am Testzentrum am Flughafen von Palma de Mallorca oder in medizinischen Praxen, so TUI-Pressesprecher Aage Dünhaupt, möglicherweise auch direkt in den Ferienhotels. Man habe damit schon gute Erfahrungen auf den Kanarischen Inseln gemacht.
Die TUI bedauert Fehlinformationen über die Insel
Die TUI hat derzeit 1000 Urlauber auf Mallorca, über Ostern erwarten alle deutschen Reiseveranstalter rund 70 000 Gäste auf der Insel. Ein Problem könnte die geringe Kapazität des Testzentrums am Flughafen von Palma sein, sie liegt angeblich bei 120 Testungen am Tag. Dünhaupt bedauerte „Fehlinformationen über Mallorca“, die auch von Ministerpräsidenten verbreitet werden. So treffe es nicht zu, dass auf der Insel, die eine Inzidenz von unter 30 aufweist, das brasilianische Virus grassiere. Einige Reiseexperten stellen den Sinn einer Maßnahme infrage, Reisende aus einem Gebiet mit niedrigerer Inzidenz verschärft zu kontrollieren. Norbert Fiebig vom Reiseverband warnte im Redaktionsnetzwerk Deutschland vor einer „Neiddiskussion“: „Lasst uns da aufmachen, wo es gesundheitlich vertretbar ist – egal ob im Inland oder Ausland.“