Die Burladinger Fideliskirche soll nach dem Ekel-Anschlag auf das Weihwasserbecken ab Donnerstag, 11. Dezember, für Besucher wieder offenstehen.
Urin im Weihwasserbecken der Fideliskirche Burladingen: Die Polizei hat den Fall aufgenommen. Ermittelt wird gegen Unbekannt wegen „Störung der Religionsausübung“ und wegen versuchter Körperverletzung. Die Tat muss sich am Freitag, 5. Dezember, ereignet haben. Tobias Widmann, der in Burladinger Kirche Mesnerdienste versieht, traute seiner Nase nicht, als er am frühen Samstagmorgen frisches Weihwasser in das Becken am hinteren Eingang füllen wollte. Beißender Gestank lag über der Schale.
So ungefähr riecht Gülle aus Schweineställen
Auch nach einer ersten Reinigung umwaberte der üble Geruch den vorderen Kirchenraum links des Altares. Eine Analyse des Urins wurde nicht vorgenommen, es lässt sich nur vermuten, dass es sich um tierische Ausscheidungen handelte – so ungefähr riecht Gülle aus Schweineställen.
Dunkelziffer dürfte höher liegen
„Es ist ein außergewöhnlicher Fall im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Reutlingen“, sagt Pressesprecher Martin Raff. Doch bundesweit betrachtet, kommt es immer wieder zu solchen Vergehen. Wobei die Dunkelziffer noch höher liegen dürfte. Betroffen waren in jüngerer Zeit Kirchen in Mainz, Ingelheim, Aarburg, Stadthagen oder Düsseldorf.
Teils wurden die Gotteshäuser daraufhin für den Besuch unter der Woche dauerhaft geschlossen. St. Fidelis soll den Gläubigen ab Donnerstag, 11. Dezember, wochentags wieder offenstehen.
Gotteshaus mehrfach verunreinigt
Eine ähnliche Tat ist aus der Kirche von Steinhofen, Zollernalbkreis, bekannt. Allerdings ereignete sie sich bereits vor längerer Zeit und dürfte mit dem Geschehen in Burladingen nichts zu tun haben. Ebenso wenig wie Vergehen, die sich vor ein paar Monaten ebenfalls in St. Fidelis ereigneten. Damals wurde das Gotteshaus mehrfach verunreinigt, ein Kerzenstapel in Brand gesetzt; man hat schmutzige Unterhosen rund um das Taufbecken drapiert und ein satanisches Symbol auf der Osterkerze hinterlassen.
Wer tut so etwas – und warum?
Es gelang, die Hintergründe aufzuklären. Die Aktivitäten hörten schlagartig auf, und die Polizei wie auch Pfarrer Joachim Greulich gehen ziemlich sicher davon aus, dass die damals Verantwortlichen nicht mit dem jüngsten Ekel-Anschlag in Verbindung stehen.
Wer tut so etwas – und vor allem warum?
Weitere Erkenntnisse liegen bislang nicht vor; die Polizei Burladingen nimmt unter 07475/95 00 10 Hinweise entgegen.
Pfarrer Greulich würde jedoch nicht nur interessieren, wer so etwas tut, sondern vor allem warum – den Glauben anderer zu schänden und zu beleidigen. Aus Hass auf die katholische Kirche, aus Spaß am Vandalismus oder aufgrund einer seelischen Störung?
Der Geistliche glaubt an eine ausgleichende Gerechtigkeit, kennt das Leben und ist überzeugt – unabhängig davon, ob man ihn ermittelt –, der Betreffende werde seine Tat einmal mit gleicher Münze heimgezahlt bekommen.
„Dann schändet jemand seinen Glauben und seine Überzeugungen. Dann wird er sehen, wie schlimm und verletzend das ist.“