Im Museum in Wildberg wird noch bis Ende November eine Bierkrug-Ausstellung gezeigt. Bunte, aufwendig verzierte Krüge und schlichte Gläser zeigen die Vielfalt der Gefäße.
Bierkrüge in allen Formen und Farben hat das Museum in Wildberg ausgestellt. Passend zu Oktoberfest und Cannstatter Wasen wird die erstaunlich große Bandbreite der Trinkgefäße dargestellt.
Besonders in Auge fällt, wie unterschiedlich die Trinkgefäße sind. Neben relativ schlichten, grauen Krügen mit Logo und Namen einer Brauerei gibt es aufwendig gestaltete Gefäße mit reliefartig eingelassenen, bunten Figuren. Manche haben traditionelle Zinndeckel zum Aufklappen, andere sind offen. Auch Weizen- und Radlergläser gehören zur Ausstellung.
Keramik und Glaskrüge mit feinem Blumenmuster
Erstaunlich sind die filigran verzierten Biergefäße. Ein Keramikbecher in Weiß, handbemalt mit blauen Blumen ist ein besonderes Schmuckstück und könnte von der Gestaltung her auch für eine feine Porzellan-Teekanne Modell stehen.
Ein anderer, gläserner Bierkrug ist mit zarten, violetten Blumen und einem Pferd verziert und hat einen dünnen Metalldeckel. Es wirkt fast ein wenig paradox: Dieses Gefäß, dessen Kombination aus Gestaltung und Material viel mehr in der Hand einer feinen Dame vermutet würde, ist für das eher bodenständig-urige Bier gemacht. Eine Art Kompromiss zwischen feiner Lebensart und Populärgetränk.
Weiter unten: Bierflaschen, die zu eigenen Anlässen gewidmet wurden. Darunter natürlich auch das Wildberger Herzensthema: Der Schäferlauf wird mit dem Schäferlauf-Bier gewürdigt.
Bierbrauen ist eine uralte Kunst, wird in der Ausstellung außerdem deutlich. Schon im sumerischen Reich (ungefähr 3200 bis 2000 vor Christus) war Bier bekannt, verrät eine Infotafel . Im Museum sind ergänzend auch weitere Utensilien fürs Bier ausgestellt. Bierdeckel, Bierkästen aus verschiedenen Epochen – vom Holz bis zum heutigen Kunststoff, das Bierfass, Zapfhähne aus einfachem Holz und modern aus Metall und glänzenden Holz.
Ein Getränk in allen Schichten
Und auch die Bestandteile des Bieres selbst sind ausgestellt und verraten mehr über das Bier selbst. Wer hätte spontan gewusst, dass Malz gekeimte Gerste ist?
Bier wurde in allen Gesellschaftsschichten getrunken. Der eigene Bierkrug wurde zum individuellen Statussymbol – manch einer weigerte sich, aus einem fremden zu trinken. Der Adel ließ seine Trinkgefäße aufwendig gestalten, mit künstlerischen Motiven, reliefartigen bunten Gestaltungen und natürlich dem Familienwappen. Damit wurde der Bierkrug mehr als ein austauschbares Trinkgefäß – sondern ein Statussymbol und sehr persönlicher Besitz.
Die Bierkrüge sind teilweise aus dem Fundus des Museums, teilweise aus dem Bestand der ehemaligen Gastronomie von Rolf Drodofsky, der die Ausstellung als Mitglied des Arbeitskreises Museum Wildberg – der sich auch immer über neue Mitglieder freut – mit gestaltet hat.
Die Ausstellung im Museum
Die Ausstellung läuft bis Ende November. Mit der Klosterweihnacht am 29. und 30. November folgt auf die Bierkrüge-Ausstellung die Weihnachtsausstellung. Das Museum hat an Sonn- und Feiertagen von November bis Februar von 13 bis 16 Uhr geöffnet, in den Sommermonaten von 14 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.