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Uria-Hof in Balingen Kampf um Rinderwohl geht weiter

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Uria-Vorsitzender Ernst Hermann Maier kämpft weiter für das Wohl seiner Rinder. Foto: Frey

Balingen-Ostdorf - Es ist eine unendliche Geschichte: Seit Jahrzehnten setzen sich Ernst Hermann Maier und seine Familie dafür ein, dass ihre Rinder statt Ohrmarken Mikrochips tragen. Warum das nun erneut für Ärger mit dem Landwirtschaftsamt sorgt und warum Maier seine Rinder nicht mehr auf Geislinger Weiden halten darf erfahren Sie in unserem (SB+)Artikel.

Zwei Aspekte sind den Maiers ein besonderes Anliegen: eine tierfreundliche Kennzeichnung wie bei Pferden, Katzen oder Hunden, also keine Ohrmarken, und eine stressfreie Schlachtung im gewohnten Umfeld - mit der eigens entwickelten, mobilen Schlachtbox "MSB". Doch bei diesen beiden Themen bekommen sie regelmäßig von Seiten bestimmter Behörden Steine in den Weg gelegt.

Diesmal geht es mal wieder um die Ohrmarken, welche von den Maiers gekauft werden müssen. Sie weigern sich jedoch, diese in die empfindlichen Rinderohren einzustanzen, denn nach ihrer Überzeugung verursacht dies Schmerzen, und sie seien nicht fälschungssicher im Gegensatz zu den Mikrochips, die zur Kennzeichnung der Uria-Rinder verwendet werden.

Aufgrund des geringen Futteraufwuchses, verursacht durch Trockenheit in den Sommermonaten, wollten die Maiers ihre Uria-Rinder auf die Wiesen von Geislinger Kooperationspartnern zur Herbstbeweidung lassen. In Zeiten des Klimawandels würden alle Maßnahmen, die den Ressourcenverbrauch eingrenzen - hier in Form von fossilem Treibstoff durch maschinelle Mäharbeiten und Erntearbeiten - immer wichtiger, sagt Maier. Diese Erntearbeiten wollten die Maiers durch die natürliche Beweidung der Rinder verhindern.

Agrarsubventionskürzungen für Geislingen, wenn Uria-Hof-Rinder auf Weiden grasen

Das Landwirtschaftsamt hat die Kooperationspartner in Geislingen jedoch gewarnt: Kommen Uria-Rinder auf deren Flächen, dann drohen Agrarsubventionskürzungen.

Die Begründung: Rinder, die auf den Flächen weiden, müssen entsprechend der Kennzeichnungsvorgaben mit Ohrmarken versehen sein. Da dies bei den Uria-Rindern nicht der Fall ist, würden Sanktionen drohen.  "Ich höre ständig, das Chippen sei nicht zulässig. Doch dass die EU die Chipkennzeichnung schon längst, seit 2016 per Verordnung geöffnet hat, das wird verschwiegen", ärgert sich Maier.

 "Aus diesem Grund konnten wir in diesem Jahr auf diesen Flächen nicht weiden, ein ökologisches Armutszeugnis", so Maier weiter. Landrat Günther-Martin Pauli habe sich in dieser Sache stark für sie eingesetzt, betont Maier. Bislang erfolglos.

Bis Ende des Jahres vermutlich stillstand

Doch damit nicht genug, werden die mobilen Schlachtboxen nicht mehr zugelassen, obwohl diese laut Maier über rechtskräftige EU-Zulassungen verfügen.

"Dadurch konnten mehr als 2000 Rinder in Baden-Württemberg nicht ohne Stress und Leiden geschlachtet werden. Vielmehr mussten sie gegen den Willen ihrer Tierhalter lebend in die Hölle der Tötungsmaschinerie von Schlachthöfen transportiert werden und dort unter Angst und Schrecken ihr Leben beenden" - so formuliert es Maier in einem Schreiben, in dem er Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) erneut auf die Missstände hinweist, die eine Verbot der Mobilen Schlachtbox zu Folge habe. Des Weiteren fordert er ihn erneut zum Dialog auf.

Der Landwirtschaftsminister hatte dem 77-jährigen zum Thema Mobile Schlachtung seit geraumer Zeit ein Gespräch zugesagt. Dieses sei bisher allerdings noch nicht zustande gekommen. Wie geht es nun weiter? Maier denkt, dass bis Ende des Jahres vermutlich nicht mehr viel passieren wird - vor allem, da Corona das öffentliche Leben wieder eingefroren hat.

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