Auch das Zwiebelschneiden für die Wurstproduktion und ein Glas Bier gehören zur Fasnacht dazu. Die Bräunlinger Narren freuen sich über die jährliche Tradition (von links): Armin Ewald, Tobias Schelb, Stefan Scherer und Matthis Schmid. Foto: Dagobert Maier

Die Bräunlinger Urhexen schlachten jedes Jahr ein Schwein. Drei Metzger halfen den Rieswellemacher.

Bei den meisten der zahlreichen Bräunlinger Vereine stehen ihre spezifischen Gruppeninteressen im Vordergrund, egal ob diese in den Bereichen Sport, Kultur, Geselligkeit, Musik oder Brauchtum angesiedelt sind. Feste Vereinstermine wiederholen sich Jahr für Jahr, darunter sportliche Wettkämpfe, Konzerte, Ausflüge, Schulungen und auch diverse Meisterschaften sowie zahlreiche Traditionsveranstaltungen.

 

Doch mehr als nur ungewöhnlich ist, dass die jährliche Schlachtung eines Schweines und danach die fachmännische Verarbeitung des Tieres zum jährlichen Rhythmus im Vereinskalender der Narren gehört. Das ist in Bräunlingen so gut wie einmalig.

„Die Schlachtung eines Schweines gehört zu unserem Vereinsleben traditionell in jedem Jahr mit dazu“, hob Boris Dold, der Chef der Bräunlinger Rieswellemacher alias Urhexen, hervor. Sie schlüpfen während der Fasnettage in das furchterregende Häs als Bräunlinger Urhexen – ganz stilecht mit Rock, Schürze und Strohschuhen.

So haben die Urhexen auch in diesem Jahr wieder ein Schwein geschlachtet, das nun Proviant für die Vereinsfestivitäten das Jahr über beisteuern soll. Die drei Metzger Philipp Hummel, Matthias Fritschi und Alexander Dold verarbeiten das Schwein schließlich bis zur Bratwurst und zu Steaks weiter. Ein Tierarzt hatte die Schlachtung überwacht.

Gemeinsames Essen

Schon das ganze Jahr über freuen sich die Rieswellenmacher auf den Schlachttermin, der im Vereinsleben einen Höhepunkt darstellt. Bratwürste, von den eigenen Metzgern hergestellt, und gutes Brot sorgten neben dem Flüssigen auch in diesem Jahr beim Schlachttag für Hochstimmung, die bis zum gemeinsamen Essen der Narren im Gruppenraum anhielt.

Die 18 Mitglieder starke Hexenmännergruppe Rieswellenmacher, die nicht nur über die Fasnetzeit aktiv, sondern auch über das Jahr hinweg bei einigen Aktionen präsent ist, gehört mit zu der über die Stadtgrenzen hinaus bekannten närrischen Kultur der Narrenzunft Eintracht Bräunlingen. Für die Mitglieder der etablierten Narrenzunft haben Geselligkeit, eine gute Kameradschaft und die Freude an gemeinsamen Aktionen einen hohen Stellenwert.

Start beim Sprung aus dem Druidenstein

Nun richten die Bräunlinger Narren ihren Blick mit großer Spannung auf die närrischen Tage bis zum Fasnetbeginn. Los geht es dann beim Sprung der Urhexe aus dem Druidenstein.

Mehr Informationen über die Bräunlinger Narrengruppen und über ihre Bräuche gibt es im Internet unter der Adresse www.narrenzunft-braeunlingen.de.

Zum Verein

Bräunlinger Rieswellenmacher (Urhexen)
Die Rieswellemacher sehen ihr Vereinsziel hauptsächlich in der Geselligkeit und der Freude am gemeinsamen Tun. Einer der Höhepunkte ist das Rieswellemachen im Sommer, bei dem im Wald dünnes Holz für die Hexenfeuer über die Narrentage mit einem Traktor und Anhänger gesammelt wird. Die Aktiven und auch die Ausgeschiedenen gehören mit zu den Rieswellemachern. Die 18 Mitglieder starke Hexenmännergruppe, die nicht nur über die närrischen Tage, sondern auch das Jahr über unter anderem bei der Kilbig, beim Holzmachen für die Hexenfeuer sowie bei Mehrtageswanderungen viel Aktivität zeigt, gehört mit zu der über die Grenzen von Bräunlingen hinaus bekannten närrischen Kultur und beleben die närrischen Tage auf besondere Weise. Für alle Mitglieder haben die Geselligkeit, eine gute Kameradschaft und die Freude an gemeinsamen Aktionen, auch für soziale Zwecke, einen hohen Stellenwert.