Das Jahreskonzert der Stadt- und Feuerwehrkapelle Schiltach feiert das Jubiläum „750 Jahre – die Stadt der Flößer“ in der Friedrich-Grohe-Halle.
Als „bleibende Erinnerung“ an ihr 750-jähriges Jubiläum hat Schiltach die Komposition „Stadt der Flößer“ an den Komponisten Mathias Gronert aus Wolfach vergeben, erklärte Bürgermeister Thomas Haas. Der Dirigent, Blasmusiker und Komponist mit eigenem Musikverlag in Hornberg kennt die enge Verbindung der Stadt zur Flößerei und konnte ihr die festliche Musik zu fließendem Wasser, mächtigen Baumstämmen und ihren Flößen maßgeschneidert aufs Fachwerk komponieren.
Musikalische Reise der Flößer
Zu einem ruhigen Einstieg des Orchesters wuchsen geheimnisvoll und mächtig die hohen Tannen, die später zum Floß gebunden auf große Fahrt gingen. Beim Flößerfest wurde auf dem Marktplatz zu historischen Volksweisen gefeiert. Bläser markierten das „Gamber uff“, und das dümpelnde Floß auf der Kinzig nahm Fahrt auf, floss auf dem Rhein zu festlichen Klängen an majestätischen Kathedralen vorbei zum Ziel im lebendigen Holland. Eine wehmütige Melodie ließ Heimweh anklingen, und die Heimkehr nach Schiltach zu fröhlichen Klängen der Bläser machte es vergessen.
Die Mühen der langen Floßfahrt verklangen mit der musikalischen Reise durch das höfische Leben von Sissi, der Kaiserin von Österreich. Mit dem ersten verspielten Walzer blühten die Musiker auf, und zu zarten Tönen erwachte die Liebe zwischen Kaiser Franz Joseph und der jungen Sissi. Ihre Ankunft in Wien wurde zu einem musikalischen Höhepunkt für und mit dem Orchester. Walzerkönig Johann Strauß feierte in diesem Jahr seinen 200. Geburtstag. Sissis tiefe Verbindung zu Ungarn klang in Melodien der Csárdás-Tänze an, die auch das Publikum zu begeistertem Beifall antrieben.
Sanfte Klänge der Romantik vergangener Zeiten ließen die rauen Flößer einsam den Rhein hinabtreiben. Dann rückte Udo Jürgens mit seiner „Krone der Schöpfung“ das einnehmende Verhalten der Menschen gegenüber ihrer natürlichen Umwelt zurecht. Zu kraftvollen Melodien mit Elementen aus Klassik und Rock sang Emanuel Penalver eindringlich von der Verantwortung der Menschen für die Natur.
Ralf Vosseler zum Ehrendirigent ernannt
Einen musikalischen Kurzurlaub bot „Caribbean Hideaway“ mit einem Zufluchtsort auf einer Insel in der Karibik sowie der locker klingende „Florentiner Marsch“ von Julius Fucik.
Nach dem Konzert standen auch noch Ehrungen auf dem Plan. So wurde Ralf Vosseler von der Vorsitzenden Susanne Schmider und ihrer Stellvertreterin Vanessa Hils zum Ehrendirigenten ernannt. Mit der silbernen Verdienstehrennadel für 25 Jahre als Dirigent wurde er vom Bund Deutscher Blasmusik ausgezeichnet. Die silberne Ehrennadel erhielten Daniel Hils für 25 Jahre aktive Tätigkeit sowie Michael Otto und Melanie Knödler für 30 Jahre aktive Tätigkeit.
Die Jugendkapelle Schiltach/Schenkenzell widmete sich in einem ruhigen Einstieg schmelzenden Riesen, den Eisbergen und Gletschern. Nach einer schnellen Schlittenfahrt wechselte das Orchester zu einem ruhigen Klagelied der Gletscher mit der Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
Auf einen Flamenco mit „Spanish Fever“ folgte ein Meilenstein der Musikgeschichte mit der Ouvertüre von „Wilhelm Tell“ von Gioachino Rossini.