Das Kinder-und Jugendtheaterfestival „Allez Hop!“ beginnt am Sonntag, 11. Januar, mit dem Stück „Der kleine König Artus – Le petit roi Arthur“. Unsere Redaktion hat die Proben besucht.
Das Licht geht aus, die Musik geht an, drei tanzende Figuren erscheinen. Die erste Szene des bilingualen Theaterstücks „Der kleine König Artus – Le petit roi Arthur“ spielt sich im Wald ab, wo der Zauberer Merlin (Lena Sophie Knapp) den kleinen König Artus (Tom Salminen) und dessen französischen Halbbruder Arthur (Clement Labopin) zusammenführt – sie sollen gemeinsam zum Ritter werden.
„Wir haben die alte Legende für Grundschulkinder auf beiden Seiten des Rheins konzipiert“, verriet Geschäftsführer und Regisseur Guido Schumacher beim Besuch unserer Redaktion im Theater Baal. Aus diesem Grund sei das Theaterstück auch zweisprachig aufgebaut.
Die Premiere der Vorstellung geht am Sonntag, 11. Januar, ab 16 Uhr im Theater Baal über die Bühne und eröffnet gleichzeitig das Kinder-und Jugendtheaterfestival „Allez Hop!“. „Die Stücke des grenzüberschreitenden Festivals sind entweder bilingual oder werden auf Deutsch und Französisch gezeigt“, erklärte Annika Schneider-Stamm, die für die Koordination des „Jungen Theaters“ am Theater Baal zuständig ist.
Freundschaft ist bei dem Theaterstück sehr wichtig
Das Theater um Artus und seinen Halbbruder, das vom Schweizer Schauspieler und Regisseur Jean-Michel Räber geschrieben wurde, macht dabei den Anfang – insgesamt wird es 30 Vorstellungen geben, „von Karlsruhe bis Breisach bis in den Elsass hinein“, freute sich Schneider-Stamm. Bis Ende März wird das Abenteuer zu sehen sein. Positiv: Das Stück werde im Rahmen des Interreg-Projekts „Acto“ von der europäischen Union gefördert, so die Koordinatorin.
Und worum geht es in dem Kindertheater? „Im Kern ist es eine humorvolle, zweisprachige Geschichte über Freundschaft, Eifersucht und das Großwerden“, fasste es Schumacher zusammen. Die Kunst bestehe für die beiden Halbbrüder darin, eine gemeinsame Sprache zu finden.
In der circa 70-minütigen Vorstellung müssen Artus und Arthur verschiedene Prüfungen, treffen auf eine ungewöhnliche Prinzessin und kämpfen gegen einen Drachen. Die beiden ehrgeizigen Jungen realisieren am Ende, dass „kein Schwert oder große Schlacht notwendig ist, um ein Ritter zu sein“, brachte es der Regisseur zum Ausdruck. Die Vorführung sei für Kinder ab sechs Jahren geeignet.
Dolmetschen war nicht oft notwendig
Eine weitere Besonderheit an dem Stück: Der deutsche Schauspieler von Artus, Tom Salminen, und der französische Schauspieler von Arthur, Clement Labopin, sprechen nur in ihrer Landessprache. „Die Sprachbarriere hat die Proben, die am 1. November begonnen haben, anfangs natürlich erschwert“, betonte Schumacher.
Hilfreich bei der Kommunikation war Schauspielerin Lena Sophie Knapp, die Merlin verkörpert, beide Sprachen beherrscht und im Theaterstück oft zwischen Deutsch und Französisch wechselt. „Wir haben uns anfangs gefragt, ob wir viel dolmetschen müssen. Aber letztendlich erzählt sich viel über das Schauspiel, das universell ist“, war sich Knapp sicher.
Der Bau der Drachenpuppe dauerte ein halbes Jahr
Die Sprache sei nur außerhalb der Bühne wichtig, ergänzte Salminen. „Wir sind Profis. Außerdem habe ich einen hervorragenden Kollegen, der mir viel anbietet, sei es Gesten oder Haltungen“, lobte Labopin seinen Schauspielkollegen. Außerdem sei das mehrsprachige Produktionsteam ein großer Vorteil und wichtiger Faktor beim Proben der Szenen, unterstrich Schumacher.
Die kindgerechte Darstellung machte sich bei den ersten Szenen bemerkbar: Artus trat mit einem Pferd als Handpuppe auf, Arthur fuhr mit einem Kinderroller über die Bühne. „Daran zeigt sich, dass sowohl Artus als auch Arthur selbst noch jung sind“, so Schumacher. Die humorvolle Darstellung wie die Nachahmung von Tiergeräuschen oder gemeinsame Tanzeinlagen seien ebenso ein wichtiger Bestandteil des Kindertheaterstücks.
Der Bau der Drachenpuppe sei zeitintensiv gewesen, „im Juni hat Puppenbauer Andreas Kurrus bereits begonnen“, fügte der Regisseur hinzu. Die Idee zum Theaterstück sei noch früher entstanden: Im Sommer 2024 habe man sich überlegt, eine Geschichte um die Legende des Artus für das Theater zu inszenieren. Nun stehe man vor der Uraufführung und „wir möchten eine Geschichte zeigen, die trotz Sprachbarriere Menschen erreichen kann“, so das Ziel des Regisseurs. Gerade Kindern seien in der Lage, ohne gemeinsame Sprache miteinander umzugehen.
Das Festivalprogramm
Das Kinder-und Jugendtheaterfestival „Allez Hop!“ geht 2026 in seine 15. Auflage. Neben dem Theater über Artus und seinen Halbbruder werden bis Ende März fünf weitere Stücke in 14 verschiedenen Orten gezeigt. Darunter zählt „Das Tagebuch der Anne Frank“, „Wie das Elefantenkind zu seinem Rüssel kam“, „Elisa und die Schwäne“, „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“ und „Die Burg“. Tickets und weitere Infos gibt es unter theater-baden-alsace.com.