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Unwillige Gläubiger Fernsehhersteller Loewe ist pleite und stellt Betrieb ein

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Dunkle Wolken am Hauptstandort des Elektronikkonzerns Loewe. Foto: Nicolas Arme Foto: dpa

Kronach - Der Fernsehhersteller Loewe ist pleite und will zum Wochenende kurzfristig den Betrieb einstellen.

Dem oberfränkischen Traditionsunternehmen ist das Geld ausgegangen, wie aus einer Mitteilung der Geschäftsführung hervorging. Demnach waren Gläubiger nicht gewillt, ein weiteres Darlehen zur Fortsetzung des Betriebs zu geben.

"Wir sind daher aus insolvenzrechtlichen Gründen zum Schutz unserer Gläubiger verpflichtet, den Geschäftsbetrieb voraussichtlich zum 01.07.2019 vorläufig bei geringster Kostenlast ruhend zu stellen", erklärte Geschäftsführer Ralf Vogt in einer Stellungnahme. Die Geschäftsführung wollte die gut 400 Mitarbeiter bei einer Betriebsversammlung informieren.

Damit hat sich die Krise bei einem einstigen Pionier der Fernsehtechnik dramatisch verschärft. Es ist nicht einmal klar, ob Loewe im nächsten Monat noch Gehälter zahlen kann: Laut Mitteilung von Vogt ist die Zahlung der Löhne und Gehälter "im Rahmen von Insolvenzgeld bis zum 01.07.2019 sichergestellt" - das ist der kommende Montag.

Bisher war bei Loewe ein Insolvenzverfahren in Eigenregie geplant, damit hätte Vogt weiter die Geschicke des Unternehmens lenken können. Nun ist ein reguläres Insolvenzverfahren eingeleitet, womit das Management die Kontrolle über das Unternehmen verliert.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter hat das Amtsgericht Coburg den Bayreuther Rechtsanwalt Rüdiger Weiß bestellt, wie auf der Justiz-Webseite "Insolvenzbekanntmachungen" nachzulesen ist. Die Geschäftsführung hofft aber nach wie vor auf einen Investor, der das Unternehmen retten könnte.

Zudem gibt es einen schweren Konflikt mit der IG Metall. Die Gewerkschaft war am Montag auf Konfrontationskurs gegangen und hatte das Vorgehen der Geschäftsführung scharf kritisiert. "Die IG Metall ist entsetzt über die aktuellen Entwicklungen", hatte der bayerische Bezirksleiter Jürgen Horn gesagt und bereits vor der Stilllegung gewarnt. Das ist ein bei Unternehmenskrisen sehr ungewöhnliches Vorgehen der einflussreichen Gewerkschaft, das auf das Ausmaß des Konflikts schließend lässt.

Horn macht den britischen Finanzinvestor Riverrock für die Verschärfung der Krise verantwortlich: Laut IG Metall hat Riverrock Loewe in der Vergangenheit bereits mit einem zweistelligen Millionendarlehen ausgeholfen, ist nun aber nicht bereit, einen weiteren Kredit zu geben.

"Es deutet einiges darauf hin, dass der Finanzinvestor Riverrock abwartet, bis Loewe endgültig ausgeblutet ist, um erst danach mit den Trümmern des Unternehmens Geld zu verdienen", hatte Horn in seiner Stellungnahme gesagt. Eine Reaktion von Loewe oder Riverrock auf die Kritik gab es zunächst nicht.

Die Geschäftsführung hat noch ein Zukunftskonzept ausgearbeitet, aus dem hervorgeht, dass eine Fortführung der Produktion in Kronach unwahrscheinlich ist, auch wenn Loewe gerettet werden kann: Denn laut Vogt ist das Konzept "auf die Kernkompetenzen in den Bereichen Vertrieb, Marketing, Produktdesign und R&D (Forschung und Entwicklung) fokussiert". Von der Herstellung der Fernsehgeräte ist nicht die Rede.

Das 1923 gegründete Unternehmen war ein Pionier der Fernsehtechnik, hat jedoch seit langem mit der übermächtigen Konkurrenz aus Südkorea, Japan und China zu kämpfen. Vogt ist erst seit Ende Dezember im Amt. Eine erste Insolvenz in Eigenverwaltung hatte Loewe 2013 mit Hilfe eines Investors überstanden.

Die Technik in Loewe-Produkten ist längst nicht mehr nur Made in Germany. Erst im Februar hatte Vogt eine strategische Partnerschaft mit dem japanischen Elektronikhersteller Toyoichi bekannt gegeben, der unter anderem LCD-Displays liefert. Von der einst bedeutenden deutschen Konsumgüterindustrie sind nur wenige Hersteller verblieben. Neben Loewe stellt noch Metz TV-Geräte her, seit 2015 unter Regie eines chinesischen Eigentümers.

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