Stromausfall, verwüstete Gärten, zerstörte Terrassen, abgedeckte Dächer: Der Gewittersturm hat im Sulzer Ortsteil Glatt verheerende Schäden angerichtet. Die Einwohner sind fassungslos.
Am Tag nach dem schweren Unwetter, das den Landkreis Rottweil in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch heimgesucht hatte, haben wir uns vor Ort umgesehen. Zahlreiche Einwohner befinden sich seit dem frühen Morgen auf den Straßen, um Schäden zu beseitigen.
Die Einwohner sind fassungslos und verzweifelt, nahezu jedes Haus ist betroffen. Ziegel wurden an fast jedem zweiten Hausdach abgetragen, am Boden befinden sich Schutthaufen.
Garten gleicht einem Schlachtfeld
Ein Paar berichtet von den Szenen mitten in der Nacht: „Plötzlich kam im Bad alles runter, wir hatten die halbe Nacht keinen Strom“, bis 2.30 Uhr nachts hätten sie die schlimmsten Schäden beseitigt. Zudem hätten sie erst kürzlich Handwerkerarbeiten am Dach vorgenommen, „das sind enorme Kosten“.
Ein weiteres Paar steht mitten in seinem verwüsteten Garten. Er gleicht einem Schlachtfeld: zerstörte Gewächshäuser, weggefegte Pavillons, verwüstete Gemüsebeete, umgestürzte Bäume. „Unser Pfirsichbaum hatte zum ersten Mal Früchte getragen“, sagt ein Anwohner betrübt. Der Baum wurde samt Wurzeln ausgerissen.
Melone wurde offenbar über das Haus geweht
Eine weitere Glatterin berichtet, sie habe am Vortag eine Melone hinterm Haus, am Hühnerstall hingelegt. Am Morgen nach dem Sturm lag sie vor dem Haus.
Bürgermeister Jens Keucher und Ortsvorsteher Helmut Pfister sind vor Ort, um sich ein Bild zu machen. „Wir sind froh, dass es keinen Personenschaden gab“, sagt der Bürgermeister. Er spricht noch ein anderes wichtiges Thema an: „Wir hoffen, dass die Versicherungen mitspielen und die meisten versichert sind.“
Deutscher Wetterdienst schätzt Sturm nicht als Tornado ein
Einige Anwohner hatten den orkanartigen Sturm zunächst für einen Tornado gehalten, einen zerstörerischen Wirbelsturm mit einer Säule vom Erdboden bis zur Wolkendecke, konnte diese Aussage nun widerlegt werden. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) eingehend untersucht. Ergebnis: Es handele sich bei der verdächtigen Formation nicht um einen Tornado, sondern um eine sogenannte „shelfcloud“, auch „Böenkragen“ genannt.