Marina Dal Pont in der Eisdiele Rialto: Wo sie Eis verkaufte, wird am Samstag nach dem Hochwasser fleißig aufgeräumt. Foto: Kauffmann

Schwer getroffen vom Hochwasser hat es das Eiscafé Rialto am Marktplatz in Bisingen: Mehr als 50 Zentimeter hoch stand dort das Wasser. Das Ausmaß der Schäden ist noch nicht absehbar, ebenso wie der Termin der Wiedereröffnung.

Ein Video zeigt, wie das Wasser die Eisdiele gegenüber des Marktplatzes flutet, Tische und Stühle wegschwemmt. Michele Dal Pont: „Ich bin kurz weggefahren, als ich zurückkam war da ein reißender Fluss.“ Er konnte sich noch gerade so ins benachbarte Gasthaus Rose retten. Seine Frau war indes eingeschlossen und hat die Tür des Eiscafés nicht mehr aufbekommen. Mit Flipflops stand sie im Verkaufsraum, während der Pegel unaufhaltsam stieg. Am meisten Angst hatte sie in diesem Moment vor einem Stromschlag.

 

Angstmomente um Marina Dal Pont

Michele informierte derweil die Feuerwehr, die vor Ort rasch präsent war. Sie haben zuerst die Tür eingeschlagen, um sie zu öffnen. Danach evakuierten sie Marina Dal Pont in die Hohenzollernhalle zum Aufwärmen. Ihrem Mann, der alles beobachten konnte, fiel ein Stein vom Herzen.

Und das nicht umsonst: Die Wassermassen hatten eine solche Wucht, dass sie den schweren, deckenhohen Kühlschrank aus den Angeln hoben. Eine Delle am Metallgehäuse zeigt noch, mit welcher Gewalt umstürzte.

Viele Freiwillige sind im Einsatz

Mehr als 50 Zentimeter stand das Wasser in der Eisdiele. Das ganze Eis in der Verkaufsfläche ist natürlich nicht mehr genießbar, ebenso wie viele weitere gelagerte Lebensmittel. Das Wasser drang in Schubladen, zerstörte Unterlagen und sicher auch Geräte. Wie groß das Ausmaß der Schäden aber wirklich ist, lässt sich derzeit nicht absehen. Michele Dal Pont mit Blick auf die Ausstattung: „Wir schauen, dass wir so viel wie möglich retten können.“ Erst müssen alle Geräte trocknen, dann könne er mehr über den angerichteten Schaden sagen – augenscheinlich muss dieser, wie vielerorts in Bisingen nach dem Hochwasser, immens sein.

51 Zentimeter: So hoch stand das Wasser in der Eisdiele. Foto: Kauffmann

Schon kurz nach dem Hochwasser begann das große Aufräumen. Am Samstag stand vor der Eisdiele ein Container für all das, was unverhofft zum Sperrmüll geworden war. In der Eisdiele selbst bietet sich ein Bild der Zerstörung. Schubladen mit wichtigen Unterlagen sind unbrauchbar geworden, Behälter füllten sich mit Schlamm, der Dreck des Hochwassers drang auch in die feinsten Lücken.

Blick auf den Bereich vor das Eiscafé Rialto in Bisingen Foto: Kauffmann

Zahlreiche freiwillige Helfer sind dort seit dem Unwetter bereitwillig im Einsatz. „Viele Leute haben schon geholfen“, berichtet Michele Dal Pont, Freiwillige aus Bisingen und aus benachbarten Orten seien aus Verbundenheit zu ihrer Eisdiele in die Kirchspielgemeinde gekommen. Die Hilfsbereitschaft vieler Kunden sei enorm; das Mare Blu brachte zwischendurch Pasta und Pizza. Michele ist überwältigt von der Solidarität: „Ich danke allen Helfern.“

Michele Dal Pont (rechts) vom Eiscafé Rialto freut sich über die große Solidarität und die vielen freiwilligen Helfer (links). Foto: Kauffmann

Einen Termin für die Wiedereröffnung kann er freilich noch nicht nennen. Priorität hat derzeit das Aus- und Aufräumen, ebenso das Trocknen. Danach muss der Schaden festgestellt werden, und etwaige Erneuerungen sondiert werden. Michele Dal Pont zeigt sich trotz des Hochwassers optimistisch: „Was soll man machen. Das ist unser Leben hier.“ Der Wiederaufbau beginnt.

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