Das Lotos-Maag-Gebäude an der Ebinger Osttangente am Tag nach dem Unwetter – links erkennt man eine Ecke der Villa Maag, die seit Jahr und Tag eine Brandruine ist. Foto: Nölke

Auch in Albstadt musste die Feuerwehr am Donnerstagabend Keller leerpumpen. Was sich in wenigstens einem Fall als problematisch erwies.

Laut Thomas Daus, dem Einsatzleiter und Kommandanten der Feuerwehrabteilung Tailfingen, waren am Donnerstagabend 21 Einsätze zu bewältigen, von denen 14 auf Tailfingen, fünf auf Ebingen und zwei auf Onstmettingen entfielen. In Ebingen trat die Schmiecha über die Ufer, der Parkplatz im Mazmann wurde überflutet, und in der Schmiechastraße schlugen Daus zufolge mehrere Personen digitalen Alarm, weil kniehohes Bachwasser sie am Verlassen einer Garage hinderte. Die vorsichtshalber hinzugezogenen Taucher aus Mengen brauchten jedoch nicht einzugreifen.

 

Ebenfalls in der Schmiechastraße, nämlich im früheren Lotos-Maag-Gebäude, kam es zu einem Zwischenfall, der die Feuerwehr bis tief in die Nacht hinein beschäftigte und für sechs Wehrmänner im Krankenhaus endete. Laut Angaben von Stadtbrandmeister Michael Adam waren seine Männer gegen 17.30 Uhr zum einstigen Lotos-Maag-Gebäude an der Ecke von Schmiecha- und Gottlob-Hummel-Straße gerufen worden, dessen Keller bei ihrem Eintreffen bereits geflutet war. Aus abgestellten Fahrzeugen waren Öl und Kraftstoff ausgetreten – und aus einigen Fässern Flüssigkeit, welche die Fassbeschriftung als Gefahrstoff deklarierte: Natriumchlorit kann Verätzungen, Hautverbrennungen, Übelkeit und Erbrechen verursachen.

Prompt klagten mehrere Feuerwehrleute über Schwindel und Magenprobleme; vier, die in Kontakt mit der – so Adam – „Drecksbrühe“ gekommen waren, wurden darauf ins Ebinger, zwei ins Balinger Krankenhaus gebracht – laut Adam sollen sie inzwischen wieder wohlauf sein.

Unterdessen war der Sachberater Gefahrgut hinzugezogen worden und nahm Wasserproben, die in Tübingenuntersucht werden sollen. Eine weitere Probe ging ans Labor von Groz-Beckert; beide Ergebnisse werden in der nächsten Woche erwartet; danach wird entschieden, was mit den Fässern zu geschehen hat. Der Lagerraum soll bislang selbst dem Eigentümer unbekannt gewesen sein, der das Gebäude vor drei Jahren erworben hatte.

100 Kubikmeter nehmen den Weg zur Kläranlage

Und das kontaminierte Wasser? Um sicherzustellen, dass es keine weiteren Personen gefährden konnte, wurden neben einem Experten von der Kläranlage auch Bürgermeister Udo Hollauer zu Rate gezogen, der sich gegen Mitternacht mit der Aufgabe konfrontiert sah, Abwasserpläne des fraglichen Gebietes zu beschaffen und so eine Nachverfolgung zu ermöglichen. Laut Adam beschloss man dann, das Wasser über die Kanalisation abzuführen – an die 100 Kubikmeter sollen in dieser Nacht in Richtung Kläranlage geflossen sein, eine Menge, die nach Auffassung des Fachmanns noch vertretbar war. Hollauer blieb bis 3.30 Uhr vor Ort; der Einsatz endete gegen 4.30 Uhr. Am Freitag inspizierten die Polizei und die Untere Wasserbehörde den Keller, sahen aber keine Veranlassung zu weiteren Maßnahmen.