Die Feuerwehr Rottweil war im Großeinsatz. Foto: Feuerwehr Rottweil/Mack

Der Gewittersturm hat die Feuerwehren im Kreis massiv gefordert. Etwa 100 Einsätze hat die integrierte Leitstelle Rottweil verzeichnet. Landrat Wolf-Rüdiger Michel spricht allen Einsatzkräften seine Anerkennung aus.

Schon am Dienstagvormittag hatte der Deutsche Wetterdienst (DWD) eine Unwetterwarnung für Rottweil und Umgebung herausgegeben. Gewitter mit Starkregen und Windböen von bis zu 120 Stundenkilometern wurden angekündigt – und diese entwickelten dann in der Nacht tatsächlich gewaltige Kräfte. Selbst dicke Bäume knickten um, begruben teilweise Autos unter sich, Dächer wurden abgedeckt, umherfliegende Ziegel verursachten weitere Schäden. Mehr als 100 Mal mussten die freiwilligen Feuerwehren im Kreis ausrücken.

 

Rottweil und Sulz besonders stark betroffen

Die Bilanz am Tag danach fällt für die Gemeinden im Kreis Rottweil ganz unterschiedlich aus. Während der Westen des Landkreises rund um Schramberg glimpflich davon kam, traf es die Bereiche Rottweil und Sulz mit den umliegenden Gemeinden besonders stark. In Glatt besteht sogar der Verdacht, dass es sich dort um einen Tornado gehandelt hat. Die Spuren der Verwüstung weisen zumindest darauf hin.

Keine Verletzten

Die gute Nachricht: Es gab keine Verletzten, und auch der Rettungsdienst musste nicht unwetterbedingt ausrücken, wie das Landratsamt am Mittwoch bilanziert.

Das Unwetter hatte den Landkreis Rottweil ab 21.30 Uhr erreicht. Lautes Donnergrollen war zu hören, Blitze erhellten die Nacht, Starkregen setzte ein. Schon eine Viertelstunde später trafen die ersten Anrufe in der Leitstelle ein, die Feuerwehren der Gemeinde Fluorn-Winzeln und der Stadt Sulz rückten als erste Einsatzkräfte aus.

Integrierte Leitstelle aufgestockt

Die Integrierte Leitstelle, normalerweise nachts mit zwei hauptamtlichen Mitarbeitenden besetzt, wurde nach Angaben des Landratsamts umgehend auf elf Personen aufgestockt, um die eintreffenden Notrufe entgegenzunehmen und die Einsätze zu koordinieren. Sowohl Ehrenamtliche als auch weitere dienstfreie hauptamtliche Kräfte verstärkten das Team - so konnten alle zur Verfügung stehenden Plätze besetzt werden. Die Koordination der Einsätze übernahm Andreas Noth, Leiter der Integrierten Leitstelle für den Bereich Brand- und Katastrophenschutz.

Dank des Landrats

„Ich möchte allen Einsatzkräften, die in dieser stürmischen Nacht unterwegs waren und Hilfe geleistet haben, meine Anerkennung aussprechen“ so Landrat Wolf-Rüdiger Michel am Mittwoch. Er sei erleichtert, so der Landrat, dass niemand verletzt worden sei und sich die Auswirkungen des Sturms auf Sachschäden begrenzten. „Mein besonderer Dank gilt neben den Feuerwehrleuten auch allen, die an diesem Abend in der Leitstelle unterstützt haben“ so Michel.

Elf Feuerwehren im Einsatz

In der Zeit von 21.50 Uhr bis etwa 1.30 Uhr waren insgesamt elf Feuerwehren im Einsatz. Besonders betroffen waren die Regionen Sulz sowie Rottweil mit den umliegenden Gemeinden. In Rottweil war die Wehr mit 120 Kräften im Einsatz und arbeitete 40 Einsatzstellen ab. In Sulz war die Wehr bei über 30 Einsätzen gefordert, auch in Dornhan musste Bäume beseitigt und verstopfte Gullydeckel freigemacht werden. In Deißlingen wurde ebenso wie in Rottweil ein Auto von einem umgestürzten Baum zerstört. Viele weitere Fahrzeuge wurden durch Äste und Ziegel beschädigt. Schäden gab es auch in Oberndorf, Eschbronn und anderen Gemeinden. Auch in Schiltach rückte die Wehr aus, um nahe des Hansgrohe-Werks einen Baum von der Straße zu räumen.

Gegen Mitternacht schwächt sich die Lage ab

Ab 23.30 Uhr schwächte sich die Lage wieder ab. Während dieser Zeit disponierte die Integrierte Leitstelle Rottweil etwa 100 unwetterbedingte Einsätze, so das Landratsamt, hinzu kamen knapp 30 Einsatzstellen, die direkt ohne Alarmierung von die Feuerwehren abgearbeitet wurden.

Das Polizeipräsidium Konstanz berichtet von insgesamt 370 Notrufen. Die Aufräumarbeiten dauerten den ganzen Tag an. Die Schäden können noch nicht beziffert werden.