Das Gefühl, die Schule in Zimmern werde vom Gemeinderat stiefmütterlich behandelt, hat eine Bürgerin und teilt dies in einem Leserbrief mit.
Ich konnte in den vergangenen Jahren aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln – als Mutter, Elternbeiratsvorsitzende, Vorsitzende des Schulfördervereins und Gemeinderätin – mitverfolgen, dass eigentlich nur in die Schule investiert wurde, wenn es, überspitzt gesagt, nicht anders ging. Etwa aufgrund gesetzlicher Vorgaben (wie gesetzlicher Anspruch Ganztag) und wenn entsprechende Fördermöglichkeiten vom Land beantragt werden konnten.
Dass meine Ratskollegen hier teilweise von „überzogenen Ansprüchen“ sprechen, ist für mich nicht nachvollziehbar, vor allem, wenn ich mir im Verhältnis anschaue, in welche Projekte in den vergangenen Jahren in der Gesamtgemeinde investiert wurde. Wieso stellt man da die Bildungseinrichtung für unsere Kinder dermaßen hintenan?
Vergoldete Luxusmaßnahmen?
Ist es überzogen, dass der geteerte Hof, der an verschiedenen Stellen verwittert und beschädigt ist, mit einem neuen Belag (was genau stand noch gar nicht zur Debatte) versehen werden soll? Oder dass man sich Sitzgelegenheiten zum Verweilen wünscht? Sind Bäume und deren Pflege der Tropfen, der das „Fass der überzogenen Ansprüche“ zum Überlaufen bringt?
Dem Bericht nach scheint es, als hätte man dem Gemeinderat eine Planung mit „vergoldeten Luxusmaßnahmen“ vorgelegt. Aber ist der Wunsch nach einem stimmigen Gesamtkonzept für den Ort, an dem unsere Kinder täglich viel Zeit verbringen, wirklich überzogen? Oder wäre es einfach mal an der Zeit, nicht nur zu flicken, sondern proaktiv und langfristig zu gestalten?
Inkom, Förderverein und Round Table Rottweil
„Sonderwünsche“ der Schule (wie Spielgeräte auf dem Schulhof) wurden zuletzt hauptsächlich durch Spenden von Firmen aus dem Inkom, dem Förderverein der Schule und dem Round Table Rottweil ermöglicht.
Ohne diese Unterstützung wären auf dem Schulhof Reckstangen und eine Tischtennisplatte.
Statt endlich ein Gesamtkonzept zu entwickeln, sollen nun planlos angeschaffte Spielgeräte eine Lösung sein. Wenig Verständnis habe ich für die Aussage, man müsse halt dranbleiben. Ohne ein Budget dafür festgelegt zu haben? Arbeiten Landschaftsbauer und Co. neuerdings für ein Butterbrot?
Viel Potential
Zimmern hat als Schulstandort viel Potenzial. Die Schule muss sich im Vergleich mit umliegenden Schulen nicht verstecken. Das Gebäude ist innen schön und gut ausgestattet, die Zimmer sind hell, geräumig und ansprechend. Die Grund- und Werkrealschule kann seit Jahren sehr gute Schülerzahlen vorweisen, und ich kann aus persönlicher Erfahrung sagen, dass die Schule über ein sehr engagiertes Kollegium verfügt.
Enttäuschend, wie abwertend über die Ideen zur Schulhofgestaltung geredet wurde. Abwertend gegenüber dem Engagement des Schulleiters und allen an der Schule Tätigen und vor allem gegenüber den Kindern, welche als einzige direkt von einer Umgestaltung profitieren würden.
Mein Kind wechselt dieses Jahr auf eine weiterführende Schule, es könnte mir also egal sein. Aber ich sehe die Aufwertung unserer Schule als Aufwertung der Gemeinde und würde mir deshalb hier mehr Weitsicht wünschen.
Jeanette Hartmann, Zimmern o. R.Schreiben Sie uns: leserbriefe@schwarzwaelder-bote.de. Mit der Übersendung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihr Leserbrief in der Printausgabe, im E-Paper sowie im Onlinedienst des Schwarzwälder Boten veröffentlicht wird. Wir behalten uns Kürzungen vor. Leserbriefe entsprechen nicht notwendig der Meinung der Redaktion.