Die neuen E-Scooter sind in der Stadt bereits an vielen Stellen zu entdecken, wie hier vor den Donauhallen. Foto: Guy Simon

In manchen Städten tauchen die Roller jetzt erst auf, andernorts sind sie bereits verbannt. So bewerten ADAC und Polizei die Lage.

Rund 80 Elektro-Scooter der Firma Zeus sind mittlerweile in der Stadt und können von Interessierten ausgeliehen werden. Laut Pressemitteilung wolle der Anbieter damit das Verkehrsangebot in Donaueschingen bereichern und sei gespannt, wie das Angebot, zunächst auf einen halbjährigen Probebetrieb beschränkt, angenommen wird.

 

Mancher Donaueschinger flitzt schon damit herum

Und tatsächlich sieht man auch schon einige Donaueschinger mit den kleinen Fahrzeugen durch die Stadt flitzen. Aber wie ist das eigentlich, muss man dabei einen Helm tragen? Und was sagen ADAC und Polizei dazu?

„Die sind eine neue Geschichte und wir müssen schauen, wie sich das entwickelt“, sagt Jörg Kluge, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Konstanz. Statistische Erfassungen habe man aus den Jahren 2020 bis 2022.

Zwei Schwerverletzte und sogar ein Todesfall

In diesem Zeitraum haben sich im Schwarzwald-Baar-Kreis 20 Verkehrsunfälle mit einer E-Scooter-Beteiligung ereignet, davon zwei in Donaueschingen, einer in Blumberg. Es habe dabei zwei Schwerverletzte und sogar einen Todesfall gegeben. „Acht E-Scooter-Fahrer sind wegen eines Fahrfehlers alleinbeteiligt gestürzt“, erklärt Kluge. Bei dreiviertel der Unfälle habe das Fehlverhalten beim Fahrer des E-Scooters gelegen.

Andreas Müller, Leiter Abteilung Verkehr, Technik und Umwelt, ADAC Südbaden. Foto: ADAC

„Auch der ADAC sieht das kritisch“, erklärt Andreas Müller, Abteilungsleitung, Verkehr, Technik und Umwelt vom ADAC Südbaden. Im Verleih werde das Gerät meistens als Spaßobjekt ausgeliehen. Der ADAC hat 6800 Personen befragt, ob, wie und warum sie die Elektro-Tretroller fahren. Für Besitzer und Leiher gleichermaßen steht der Fahrspaß an erster Stelle. Jeder Siebte gibt das als wichtigsten Nutzungsgrund an – heißt es in der ADAC-Auswertung.

Keine Helmpflicht, aber „dringend empfohlen“

„Die Gemengelage ist für uns nicht unkritisch“, sagt Müller. „Vieles ist dabei unklar: Braucht man einen Helm, darf man zu zweit fahren, besteht Radwegepflicht?“ Dabei stellt er klar: „Es gehört auf die Straße.“ Ein Helm sei indes keine Pflicht, aber dringend empfohlen. „Der Gesetzgeber hat erst versucht, alles im Nachhinein zu regeln“, so Müller weiter.