Vorschläge, Ideen, Wünsche, Probleme: Im Workshop wurde ganz vieles angesprochen Foto: Holzer-Rohrer

Beim Stadtteilspaziergang in Bochingen mit Planungswerkstatt gab es viele Wünsche, Anregungen und Überlegungen, aber auch eine Menge Kritikpunkte.

Zuvor jedoch machte sich die Gruppe mit Ortsvorsteher Thorsten Ade im Regen zur Ortsbegehung auf, wobei der Ortsvorsteher mit Rathaus, Kindergarten, Mehrfamilienhaus beim „Kreuz“ und dem Kronevorplatz vier Stationen ausgewählt hatte, an denen er aufzeigte, wo Bochingen aktuell steht, was in Bewegung ist, was umgesetzt wurde, und was dringend angegangen werden muss.

 

So kamen die Innenentwicklung zur Sprache, die infrastrukturellen Voraussetzungen, Verkehrslast und Verkehrssicherheit, Lärmbelästigung, Parkplatzsituation, Erziehungs- und Bildungsangebote. Beispielhaft am Jugendclub und dem Kroneareal sprach Ade das vorbildliche ehrenamtliche Engagement im Stadtteil an. Beeindruckt zeigte sich die Gruppe von der architektonisch gelungenen Kindergartenerweiterung, negativ schlug sich der Verkehrsfluss auf der Ortsdurchfahrt nieder, den man hautnah erlebte.

Unter die Lupe genommen

Zurück im Kronesaal fasste Hannah Reinbold, Projektleiterin in der Kommunalentwicklung, die bisherigen Schritte zusammen, die im Auftrag der Stadt seit April unternommen wurden, um ein gesamtstädtisches Aktivierungskonzept zu entwickeln, das als Grundlage dienen soll für weitere Maßnahmen in den kommenden 15 Jahren.

Nun stecke man in der Phase, in der die Stadtteile zu Gehör kommen sollen hinsichtlich der Innenentwicklung. Unter der Zielformulierung, vorhandene Flächen innerhalb der Ortsgrenze nachhaltig zu nutzen im Sinne von Klimaschutz, Flächensparen und zukunftsorientierte Mobilität, wurde der Stadtteil Bochingen „unter die Lupe“ genommen.

Viele rote Punkte

Lange überlegen musste niemand, um seine roten Punkte auf das überdimensionale Luftbild zu kleben, um so zu signalisieren, wo man Handlungsbedarf sieht, was verbesserungswürdig wäre, mit welchen Baumaßnahmen man nicht einverstanden ist, wo sich Möglichkeiten auftun, Bauen, Mobilität und Grünstrukturen in Einklang zu bringen.

Erstaunlich war die hohe Konzentration der Punkte an bestimmten Stellen, was für ein einheitliches Meinungsbild bei den Themen Leerstände, Verkehr, Parkplatzsituation und innerörtliche Mehrfamilienhäuser sprach. Letztere haben große Grünflächen verschlungen und die Parksituation verschärft.

Riesenproblem: zahlreiche Leerstände

Ein Riesenproblem, das der Innenentwicklung kaum Chancen lasse, verursachten die zahlreichen Leerstände, die das Leben aus dem Ortskern zögen, teilweise verfielen und das Ortsbild beeinträchtigen. Dennoch stünden sie nicht zum Verkauf.

Das Gewerbegebiet kam ebenfalls auf den Prüfstand. Es stehe in seiner aktuellen Größe nicht mehr in Relation zum Ort und zur Infrastruktur, hieß es. Deshalb solle wenigstens das Grünland erhalten werden, das auch schon im Flächennutzungsplan als Industriegebietserweiterung ausgewiesen sei. Spielplätze, sichere Radwege, kleine grüne Oasen kamen ebenfalls zur Sprache.

Das übergeordnete Anliegen aber war, dass das Herausgearbeitete nicht nur im Ergebnisbericht festgehalten wird oder gar in „einer Schublade verschwindet“, sondern dass das bis Ende 2025 erstellte Konzept wenigstens punktuell zur Umsetzung kommt.