Bei der Gemarkungswanderung kommt auf den Tisch, was den Menschen im Oberndorfer Teilort auf den Nägeln brennt.
Die Bochinger Gemarkungswanderung stand im Fokus aktueller kommunalpolitischer Themen, der Besichtigung abgeschlossener, laufender und anstehender Baumaßnahmen, sowie einer Betriebsbesichtigung.
Diese Veranstaltung hat eine langjährige Tradition, und wird immer wieder gerne angenommen – insbesondere weil sie die Gelegenheit bietet, sich über den Ist-Zustand vor Ort zu informieren und gezielte Fragen zu stellen. Bürgermeister Matthias Winter kam in Begleitung der Verwaltungsleiterin Planen und Bauen der Stadt Oberndorf, Lidia Melito-David, und so standen mit Ortsvorsteher Thorsten Ade drei Funktionsträger den rund 40 Teilnehmern Rede und Antwort.
Voraussetzung für Ganztagsbetreuung
Los ging es beim Kindergarten-Erweiterungsbau, der auch in dieser Runde große Zustimmung erfuhr. Ade erklärte, dass nach Ende der aktuellen Ertüchtigung des Altbaus 107 Plätze zur Verfügung stehen. Energetisch sei man auf dem neuesten Stand, und die Voraussetzungen für einen Ganztagskindergarten seien auch schon geschaffen worden. Nach den Gebühren gefragt, meinte der Bürgermeister, dass „die große Investition“ nicht notwendigerweise zu einer Erhöhung führt, stufte die allgemeine Gebührenperspektive dieser städtischen Einrichtungen jedoch als „beweglich“ ein.
Einziger Wermutstropfen bleibt der Wegfall von Parkplätzen, was – zumindest für die Bochinger Abteilungswehr – mit der Herstellung einer Parkfläche aufgefangen wurde. Wiederholt wurde ein neues, schlüssiges Parkkonzept angesprochen, denn diesbezüglich sei es aufgrund der innerörtlichen Baumaßnahmen in Bochingen äußerst eng geworden. Dass das Buswartehäuschen beim „Kreuz“ nun einer praktikablen Lösung zugeführt werden konnte, wusste man zu schätzen.
Immer auf dem Programm steht eine Betriebsbesichtigung und so empfing Metzgermeister Ingo Fricker die Gruppe im neuen Bochinger Hofladen, der im Juli einen längeren Leerstand beendet hatte.
Ein Bürger nahm die Gelegenheit wahr, im unübersichtlichen Kreuzungsbereich von Steinbruchstraße und der Ortsdurchfahrt auf die Sinnhaftigkeit eines Zebrastreifens hinzuweisen, da die Querungshilfe nicht wirklich für Sicherheit sorge, zumal es den Schul-und Kindergartenweg für viele Kinder betreffe.
„Gewerbeflächen an der Autobahn sind ein rares Gut“ – so Winter, weshalb man auch wählerisch sein dürfe, was die Ansiedlung betreffe. So lege der Gemeinderat Wert auf die Bereitstellung von Arbeitsplätzen und Steuereinnahmen, was eine Bürgerin veranlasste, im Hinblick auf das unmittelbar angrenzende Wohngebiet auch die Lärm-und Schmutzbelästigung als Kriterium aufzunehmen.
Winter erklärte, weshalb der Naturschutz die Bautätigkeit ausgebremst habe und welche Maßnahmen – wie die Umsiedlung der Kreuzkröten – ergriffen werden mussten, um den Weg für weitere Gewerbeansiedlung im Vogelloch frei zu machen. Der stellvertretende Ortsvorsteher, Marco Braasch, warb um Verständnis für den Artenschutz und erklärte, weshalb gerade diese nach dem Gipsausbau und der Verdichtung brach liegende Fläche zwischen Wald und extensiv betriebenen Landwirtschaftsflächen als idealer Lebensraum für die Tierwelt diene.
Da neue Bewegung in eine sich zuspitzende Problematik gekommen war, wurde der Bochinger Riedsee in die Gemarkungswanderung eingebunden – und eine zumindest verhalten günstige Prognose hierzu gegeben. Direkt am See ließ man sich nieder – und bei belegten Brötchen und Getränken die Gemarkungswanderung nach- und ausklingen, genoss die herbstliche Stimmung auf diesem wunderbaren Stück Natur.