Bei seiner Radtour durch den Stadtwald schaute sich der Haigerlocher Gemeinderat auch die Situation des Waldkindergartens in einem Waldstück bei Hart an.Foto: Kost Foto: Schwarzwälder Bote

Kommunales: Haigerlocher Gemeinderat macht mit den Förstern eine Radtour durch den Stadtwald

Durchforstungsmaßnahmen am Salenhofweiher, Holzvermarktung, Waldkindergarten, Waldrefugien die für Ökopunkte sorgen und auch Wegeinstandsetzungen: Die Themenpalette bei der jährlichen Waldtour des Haigerlocher Gemeinderates war breit gefächert.

Durchforstungsmaßnahmen am Salenhofweiher, Holzvermarktung, Waldkindergarten, Waldrefugien die für Ökopunkte sorgen und auch Wegeinstandsetzungen: Die Themenpalette bei der jährlichen Waldtour des Haigerlocher Gemeinderates war breit gefächert.

Haigerloch. Die unternahm man diesmal mit dem Fahrrad. Etwas mehr als ein Dutzend Gemeinderäte und -rätinnen begleiteten Forstdirektor Hermann Schmidt und den neuen Leiter des Forstrevieres Haigerloch-Nord, Alexander Bauer.

Zuerst ging es auf einen Feldweg oberhalb des Sportplatzgeländes "Wollensack" in Richtung großer Eiche vor dem Salenhofweiher. Dort zeigt Hermann Schmidt exemplarisch eine Wegeinstandsetzungsmaßnahme, die der Forst für die Stadt Haigerloch übernehmen kann, um diese zu entlasten.

Am Salenhofweiher stoppte die Gruppe an einer Stelle, die etwas ganz Besonderes ist. Das Biotop das praktisch nahtlos ins Gewässer übergeht, ist nämlich laut den beiden Förstern das letzte intakte Übergangsmoor im ganzen Regierungspräsidium Tübingen (RP). Bereits 2018 wurden dort die letzten Erlen entfernt und im Oktober will man einen vom RP bezahlten Arbeitseinsatz machen und "Grashubbel" und die übrig gebliebenen Erlenstöcke entfernen, weil diese schon wieder ausschlagen.

Von dort ging es weiter zum städtischen Waldkindergarten, der in einem Waldstück nahe des Harter Friedhofs liegt. Auf politischer Ebene gibt es bekanntlich Überlegungen, den Standort des Kindergarten auf eine Fläche etwas außerhalb des Waldes zu verlegen, wo man laut Forstdirektor Schmidt vier Bäume fällen müsste. Alternativ könnte die Einrichtung sogar ganz von Hart wegkommen und nach Trillfingen auf eine Wiesenfläche oberhalb des Schützenhaus-Spielplatzes verlegt werden. Aber das ist vorerst nur ein reines Gedankenspiel.

Beeindruckt war der Gemeinderat von einem Stück Waldrefugium im Eichwald, das der Forst 2013 ausgewiesen hatte. Dieses wird nicht angetastet und sich selbst überlassen. 8,17 Hektar Fläche sind laut Revierförster Alexander Bauer im Harter Wald als Refugien ausgewiesen und das Totholz-Konzept bringt der Stadt 327 000 Ökopunkte.

Weiter ging es zu einer 3,6 Hektar großen Fläche am Rande des Eichwalds, die vor 1992 noch Ackerland war. Dort wachsen jetzt Birken, Hainbuchen, Linden und andere Baumarten. Und zwar so gut, dass jetzt die erste Durchforstung ansteht.

Und weil der Stadtwald natürlich ein Wirtschaftsfaktor ist, ging es letztendlich auch um den Hieb und die Vermarktung von Holz. Von den jährlich geplanten 8600 Festmetern Einschlag sind laut Revierförster Bauer erst 30 Prozent (etwa 2600 Festmeter) gemacht. Das entspricht der Strategie des Forstamtes, wegen stark abgesunkener Holzpreise (viel Sturm- und Käferholz) den Markt nicht zusätzlich mit Holz zu überschwemmen.

Jetzt aber ziehen Nachfrage und Preise wieder an und deshalb, so Forstdirektor Schmidt, wolle man von diesem Kuchen "auch etwas abhaben". Weil sich der Holzmarkt wieder stabilisiere, werde sich das Defizit von 2020 im Stadtwald im Jahr 2021 nicht wiederholen, ist Schmidt überzeugt. Man werde eher in Richtung schwarze Null kommen.

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