Unterwegs auf dem Mühlenradweg kommen Radfahrer auch am Ottenweier Hof vorbei. Foto: Tourismus-Neueird

Der Mühlenradweg bietet Radfahrern auf 52 Kilometern Strecke jede Menge Abwechslung und verbindet sechs alte Mühlen im Ried und dem Hanauerland miteinander. Außerdem erfährt man einiges über die Bedeutung und Nutzung der historischen Gebäude.

Der Mühlenradweg führt die Radfahrer von der Gemeinde Neuried bis zur Gemeinde Willstätt und wieder zurück. In welche Richtung die 52 Kilometer lange Tour gefahren wird, können die Radler selbst entscheiden. Der Weg ist in beide Richtungen gut ausgeschrieben. Das Tourzeichen ist ein weißes Mühlrad auf blauem Hintergrund. „Ich würde die Fahrtrichtung so wählen, dass die bewirtschafteten Mühlen in der zweiten Hälfte der Tour liegen – bei Start in Altenheim gegen den Uhrzeiger, bei Start in Ichenheim mit dem Uhrzeiger“, empfiehlt Ernst Dörflinger, Vorsitzender des Arbeitskreises „Tourismus Neuried“. Alternativ kann die Tour auch direkt an einer der Mühlen gestartet und am Ende dort eingekehrt werden.

 

2008 wurde in Neuried der Arbeitskreis „Tourismus im Ried“ gegründet, um das Ried für Touristen attraktiver zu gestalten. Zu den ersten Aktivitäten gehörte die Ausarbeitung und Beschilderung von Radwegen, die die Schönheiten des Rieds erfahrbar machen. „Nach gut drei Jahren Planung wurde der Mühlenradweg 2012 eingeweiht“, erklärt Dörflinger.

Im Sommer sorgen Badeseen für Abkühlung

Auf der Grundlage des Neurieder Mühlenradweges wurde 2020 eine weitere Tour nach Willstätt zur Willstätter Mühle ergänzt und somit die Verbindung vom Ried ins Hanauerland hergestellt. Deshalb können Radfahrer zwischen der ursprünglichen Route, die auf 34 Kilometern an fünf der sechs Mühlen vorbeiführt und der längeren Route über Willstätt wählen.

„Die Tour lässt sich in einem halben Tag mühelos schaffen, ist aber auch problemlos zu einer Ganztagestour ausbauen“, so Dörflinger. Sein Tipp: „Wer die ganze Fülle der landschaftlichen Reize an einem Tag erfahren will, macht zwischen Altenheim und Kittersburg einen Abstecher zum Rheinforum und wandert dort in rund 1,5 Stunden den Auenwildnispfad.“

Mühlen und Gasthäuser laden zum Verweilen ein

Neben den sechs zu erradelden Mühlen bietet die Tour landschaftlich viel Abwechslung. Sie führt durch Riedlandschaften, vorbei an Badeseen sowie durch Dörfer mit Fachwerkhäusern und bietet eine interessante Tier- und Pflanzenwelt. „Im Sommer muss man unbedingt eine Badehose mitnehmen“, sagt Dörflinger, denn die Badeseen laden zum Verweilen ein und sorgen für eine willkommene Abkühlung zwischendurch.

So unterschiedlich wie die Landschaft entlang der Radwege sind auch die sechs Mühlen. Drei von ihnen werden bewirtschaftet. „Schutterzeller-, Dundenheimer- und Kittersburger Mühle liegen idyllisch und bieten eine gute Auswahl an Essen und Trinken“, erklärt der Neurieder Tourismus Experte. Aber auch die Gasthäuser in den umliegenden Orten offerieren leckere Gerichte, so Dörflinger weiter.

Willstätter Mühle dient als Sitz der Verwaltung

Die Altenheimer Mühle wurde im Jahr 1695 gegründet und kam im Jahr 1737 in den Besitz von Altenheim. Die Mühle wurde nach dem zweiten Weltkrieg zerstört und nicht wieder aufgebaut.

Die Ursprünge des Ottenweierer Hofs liegen zwischen dem 11. und 14. Jahrhundert. 1970 kaufte die Gemeinde Ichenheim den Hof. Der Musiker Jürgen Seitz übernahm das heruntergekommene Anwesen in den 1980er Jahren und verlieh ihm neuen Glanz.

Auch die Wilstätter Mühle hat eine bewegte Geschichte. Ende des 19. Jahrhunderts errichtet, wurde sie nur bis 1908 betrieben. Anschließend folgte eine Nutzung durch das Militär, als Tabakfabrik. Die Mühle wurde saniert und für die neue Willstätter Ortsmitte umgebaut. Seit 2017 ist der viergeschossige Teil neuer Sitz der Gemeindeverwaltung.

Informationen und Einkehrmöglichkeiten

Homepage: 
Weitere Informationen zur Tour gibt es bei den Gemeinden Neuried und Willstätt direkt vor Ort oder auf den Internetseiten der beiden Gemeinden unter www.neuried.net und www.willstaett.de. Dort gibt es auch einen Info-Flyer zum Herunterladen.
Werkstatt: 
Entlang des Mühlenradwegs gibt es Hilfe in der Fahrradwerkstatt „2 Rad Baumann“ in der Kronengasse 51 in Neuried-Altenheim.
Parkplätze: 

Wer mit dem Auto anreist, sollte an der Herbert-Adam-Halle in Altenheim oder der Langenrothalle in Ichenheim parken. Alternativ kann an einer der Mühlen mit Einkehrmöglichkeit geparkt und gestartet werden.
Einkehrmöglichkeiten: 
In drei der sechs Mühlen entlang des Mühlenradwegs – in der Dundenheimer Mühle (Dundenheimer Mühle 1, Neuried-Dundenheim), der Kittersburger Mühle (Dorfstraße 58, Kehl-Kittersburg) und im Landgasthof Schutterzeller Mühle (Schutterzeller Mühle 1, Neuried-Schutterzell) – können Gäste einkehren. Diese eignen sich deshalb auch als Start- und Endpunkt der Radtour.