Der Freundeskreis Landesgartenschau hat am Dienstag auf die Streuobstwiese im Seepark bei Mietersheim eingeladen. Im Rahmen des Ferienprogramms haben 15 Kinder erfahren, warum eine Wiese nie gemäht werden darf.
Was unterscheidet eine Wiese von einem Rasen? Mette und Stella (beide acht Jahre alt) sind sich sicher, dass es im Rasen weniger Blumen gibt und die Wiese dafür höher ist. Einen einleuchtenden Grund für mehr Blumen und Insekten sowie höhere Gräser auf der Wiese haben die zwei Mädchen dafür auch: „Der Rasen ist gemäht.“
Die Szene auf der Streuobstwiese am Rand des Seeparks gehört zum Ferienprogramm der Stadt Lahr. Der Freundeskreis Landesgartenschau hat auf den weiträumigen Abenteuerspielplatz am Rande des Seeparks eingeladen. 15 Kinder zwischen sieben und elf Jahren sind gekommen. Die Kinder bilden drei Gruppen mit je zwei Betreuern des Freundeskreises und das Abenteuer beginnt. Tabu sind die Teile der Wiese, in denen die Kinder untertauchen würden. Was auch für den Wald gilt. Hier leben Schwarzkrähen ungestört, die anderswo sogar geschützt werden müssen.
Eine Gruppe erkundet die Gräser und Blüten zwischen den Apfelbäumen nach verschiedenen Lebensformen. Die Fläche ist überschaubar – was für alle Teilnehmer sicher ein Vorteil ist. Die Forscher haben Plastikbecher dabei. Käfer oder andere Insekten erleben eine andere Art Abenteuer. Wenn die Falle zuschnappt, können die Kinder die Gefangenen mittels Lupe eingehender betrachten, bevor die Gefangenen wieder entfleuchen. Schmetterlinge haben die Kinder bei unserem Besuch nicht erwischt. Auch wenn es da den einen oder anderen Versuch gegeben hat.
„Wir sind in der Wohnstube der Blumen und der Insekten.“ Ulrike Holland, die Vorsitzende des Freundeskreises, erklärt der Gruppe einige unumstößliche Regeln auf der Streuobstwiese. So sind Taschenmesser und Handys tabu. „Gräser oder Blüten werden weder abgeschnitten noch abgerissen.“ Zum Verbot der Smartphones hat Holland eine einleuchtende Erklärung. „Wir unterhalten uns direkt miteinander.“ Die Kinder haben damit keine Probleme. Im Fall der Fälle hätte einer der Betreuer sein Gerät schnell zur Hand.
Reife Äpfel reichen aus, um Saft von Hand zu pressen
Da nur die Fläche zwischen den Bäumen erkundet und die mittels Zeltdach vor der Sonne geschützten Tische am Rand der Streuobstwiese genutzt werden, bleibt der Kontakt gewahrt. Eine zweite Gruppe darf Äpfel einsammeln. Drei Bäume haben bereits reife Früchte. Das reicht, dass diese Gruppe genügend Fallobst hat, um frischen Apfelsaft von Hand zu pressen. Nach der nicht gerade einfachen Arbeit an der Handpresse schmeckt der Apfelsaft sicher doppelt so gut.
Die dritte Gruppe bastelt auf eine sehr simple Art und Weise via Dosen Insektenhotels (siehe Info). Nach getaner Arbeit tauschen die Kinder die Einsatzgebiete. So erlebt jedes Kind so ziemlich alles, was es auf der Streuobstwiese zu erkunden gibt.
Den Auftakt machten alle zusammen mit Liedern. Das Apfellied beschreibt, was alles in einem einzigen reifen Apfel zu finden ist. Das war der ideale Start für den Tag.
Suppendose als „Hotel“
Eine leere Lebensmitteldose eignet sich gut, um ein Insektenhotel zusammenzustecken. Ein Loch, seitlich am Boden gebohrt, reicht, um einen dicken Faden durchzuziehen. Die Dose wird, wenn mit den richtigen Baumaterialien gefüllt, so aufgehängt, dass der Eingang, der abgeschnittene Deckel und der geschlossene Boden auf gleicher Höhe sind. Gefüllt wird die Behausung mit Dingen, die es auf dem Waldboden zu finden gibt. Abgestorbene Hölzer oder Tannenzapfen gehören dazu. Laut Nabu bieten sich neben Totholz auch Ziegelsteine, Bambus oder Ton an.