Die Wiesentalschule Maulburg wird ihr Stellendeputat verdoppeln. Foto: Alexandra Günzschel

Nach einem eigenen Bedarfsermittlungssystem hat der Landkreis Lörrach die förderfähigen Stellenanteile an einigen Schulen aufgestockt. 

Der Landkreis Lörrach will in den kommenden Jahren mehr Geld in die Schulsozialarbeit investieren. Die Anträge auf Aufstockung der Städte Rheinfelden, Lörrach und Weil am Rhein sowie der Gemeinden Maulburg und Schliengen, aber auch des Landkreises selbst, wurden vom Kreistag einstimmig und ohne Diskussion bewilligt. Dabei geht es um die anteilige Förderung zusätzlicher Stellenprozente für die Schulsozialarbeit. Im kommenden Jahr soll sich die Aufstockung dieser Zuschüsse durch den Landkreis auf 81 000 Euro summieren.

 

Dabei kam es im Vorfeld schon zu einer Reduzierung bei der Berücksichtigung des beantragten erweiterten Stellenumfangs von insgesamt 3,1 auf 2,3 Vollzeitstellen. Grundlage hierfür war ein kreiseigenes Bedarfsermittlungssystems, das Aspekte wie den Ganztagsbetrieb, die Inklusion, Sprachvorbereitungsklassen sowie die Anzahl der Schüler mit Migrationshintergrund berücksichtigt. Darüber hinaus kam es zu Umschichtungen bei bereits vorhandenen Stellen.

Für die Neueinrichtung einer Schulsozialarbeitsstelle an der Astrid-Lindgren-Grundschule in Lörrach-Hauingen wurde ein Bedarf von 0,65 Stellen ermittelt. Beantragt und anerkannt wurde eine 60-Prozent-Stelle.

Für besserer Startchancen

Die Stadt Rheinfelden bekommt für die Hans-Thoma-Grundschule in Warmbach eine Aufstockung von 0,5 auf 0,7 Stellen anerkannt. Die Schule ist Teil des auf Grundlage eines Sozialindexes ausgewählten Startchancenschulprogramms des Bundes. Es soll deshalb zunächst geprüft werden, ob Bundesmittel für die Aufstockung verwendet werden können. Für die Scheffelschule Herten mit Außenstelle Fridolinschule Degerfelden wurde eine Aufstockung um 0,1 Stellen auf 60 Prozent anerkannt.

Die Schulsozialarbeit am Georg-Büchner-Gymnasium kann fortan von 70 auf 80 Prozent aufgestockt werden, da an der Getrud-Luckner-Realschule nicht genutzte Stellendeputate im selben Umfang wegfallen können. Es handelt sich in diesem Fall um eine kostenneutrale Umschichtung der Förderung.

Wie beantragt bekommt die Wiesentalschule in Maulburg ihre Aufstockung von 0,75 auf 1,5 Vollzeitstellen bewilligt und darf somit auch mit einer höheren Förderung durch den Landkreis rechnen.

Die Gemeinde Schliengen hatte eine Aufstockung der Schulsozialarbeitsstellen für die Hebelschule von 80 Prozent auf 1,8 Stellen für die Gemeinschaftsschule mit Grundschule beantragt. Die bislang vom Landkreis Lörrach kofinanzierte Stelle war allein im Grundschulbereich angesiedelt. Anerkannt wurde auch der Antrag auf Aufstockung der Stadt Weil am Rhein für die Schulsozialarbeit an der Leopoldschule, einer Grundschule im Schulverbund mit einem SBBZ Lernen.

Poollösung etabliert

Veränderungen gibt es darüber hinaus an den Berufsschulen des Landkreises: So soll die Kaufmännische Schule Schopfheim von einer Reduktion des Deputats um 0,1 an der Gewerbeschule Schopfheim profitieren, so dass fortan die Förderung einer 50-Prozent-Stelle bewilligt wird.

Von bisher 1,5 auf nur noch eine Vollzeitstelle wird die Schulsozialarbeit an der Gewerbeschule Rheinfelden durch einen Rentenantritt vorerst reduziert. Der Landkreis wird in seiner Rolle als Schulträger der beruflichen Schulen die Schulsozialarbeitsstellen fortan als Poollösung führen.

Mit den Trägern der Schulsozialarbeit wurde vor einigen Jahren vereinbart, dass sie Tarifsteigerungen analog zum öffentlichen Dienst geltend machen können. Die Gesamtaufwendungen für die Schulsozialarbeit liegen deshalb gegenüber 2025 im kommenden Jahr noch einmal um 46 800 Euro höher und im Jahr 2027 sogar um 55 000 Euro.

Die Schulträger leisten jeweils einen Zuschuss für die Schulsozialarbeit in gleicher Höhe wie der Landkreis. Der als Schulträger einzubringende Anteil betrifft den Landkreis bei den kreiseigenen Schulen noch zusätzlich. Darüber hinaus fördert das Land Baden-Württemberg die Schulsozialarbeit aktuell mit 16.700 Euro pro Vollzeitstelle.