Gemeinsam mit den Schülern hat Josef Burbach, Vorsitzender des Vereins, die letzten Äpfel auf dem Tina-Gelände gesammelt. Foto: Bohnert-Seidel

Der Oberschopfheimer Verein für Tier und Natur hat Unterstützung bekommen: elf junge Helfer von der Hans-Jakob-Schule in Offenburg. Obwohl in diesem Jahr rund zwei Tonnen Äpfel gesammelt wurden, spricht der Vorsitzende von einer geringen Ernte.

Mit dem Besuch von elf Schülern der Hans Jakob Schule in Offenburg ist die Apfelernte 2023 auf dem Gelände des Oberschopfheimer Verein für Tier und Natur (Tina) abgeschlossen. Den jungen Helfern wurden Apfelbäume auf der Streuobstwiese direkt am Vereinshaus aufgehoben. Alle anderen rund 80 Apfelbäume wurden bereits von Ehrenamtlichen abgeräumt. Insgesamt zwei Tonnen unterschiedliche Apfelsorten wurden in diesem Jahr auf dem Tina-Gelände geerntet. Das Ergebnis: Knapp 1000 Liter Apfelsaft in Bio-Qualität.

Mit großem Eifer waren die zahlreichen Schüler des Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum bei der Arbeit. Christoph Lachmann, Naturschutzwart im Verein, kletterte in die Baumkronen und reichte den Schülern die Äpfel herunter. Behutsam legten die jungen Helfer diese Stück für Stück in die bereitgestellten Kisten. Saft wurde daraus keiner mehr getrottet. Diese Äpfel stehen für Kuchen und Apfelmus bereit. Aber es durfte auch direkt vor Ort hineingebissen werden.

Viele Sorten sind im Frühjahr erfroren

Zwar hatten die Schüler reichlich Ausbeute, die Apfelernte sei in diesem Jahr jedoch sehr gering ausgefallen, erklärte Josef Burbach, Vorsitzender des Vereins. So habe man in einem guten Apfeljahr auch schon 2000 Liter Apfelsaft getrottet und in den Verkauf gebracht. Der Grund: Einige Sorten wie Boskop hätten überhaupt keine Früchte getragen. Denn jene Sorten, deren Blütezeit direkt in die Frostperiode Anfang des Jahres gefallen ist, seien erfroren. In den Senken, die etwas geschützter liegen, sah die Situation besser aus.

Den Saft trinken die Mitglieder nicht selbst – er wird an den Landgasthof Mühlenhof verkauft, um mit den Einnahmen den Unterhalt des fünf Hektar großen Geländes zu sichern. Zudem fallen laut Burbach auch immer wieder größere Investitionen an. So sei vor zwei Wochen der Motor im Hochmäher mit einem Totalschaden liegen geblieben. Die Kosten für einen neuen Motor liegen bei rund 4000 Euro. Ein neuer Mäher würde mit 12 000 Euro die Kasse sprengen. Aber vier Kilometer „Tina-Pfad“ müssten regelmäßig hin und zurück gemäht werden, was eine Strecke von acht Kilometern ausmache. Hinzu kämen die riesigen Wiesenflächen auf dem Gelände. „Das geht mit meinem einfachen Rasenmäher nicht“, weiß der Vorsitzende.

Verein erhält viel Lob von den Lehrern

Gedanken an einen Hochmäher verschwendeten die jungen Helfer der Hans-Jakob-Schule in Offenburg jedoch nicht: Sowohl Lehrer als auch Schüler waren dankbar für den kurzweiligen Ausflug auf das Tina-Gelände. „Diese Form der Gastfreundschaft tut allen Beteiligten gut und der direkte Kontakt mit der Natur ist für die Schüler elementar“, erklärte Lehrerin Bettina Stöckle und fügte an: „Josef Burbach und alle Mitglieder setzen sich hier mit sehr viel Herzblut ein.“ Viele der Schüler würden dieses Eintauchen in die Natur kaum mehr kennen, umso wichtiger seien Ausflüge dieser Art. Dabei war der Besuch der Offenburger Schüler nicht der erste und wird laut den Lehrkräften auch nicht der letzte sein.

Während der ganzen Apfelsaison bekamen die Oberschopfheimer Besuch von vielen Gästen – nicht nur aus Offenburg. Helfer aus der ganzen Region kamen zum Tina-Gelände, um bei der Apfelernte zu helfen.

Info – Der Verein

Der Verein für Tier und Natur Oberschopfheim wurde im Jahr 2015 gegründet. Ziel der Mitglieder ist es, Grundstücke zu nutzen und aufzuwerten, um Rückzugsorte für Flora und Faune zu erschaffen. Weitere Infos unter www.tina-natur.de.