Nach mehr als vier Jahrzehnten als Dozentin auch für Integrationskurse an der Oberndorfer Volkshochschule verabschiedet sich Emilia Friedel in den Ruhestand.
Mit Emilia Friedel, eine langjährige und geschätzte Lehrkraft, in den Ruhestand: „Ihr Engagement für die Vermittlung der deutschen Sprache und ihre Leidenschaft für die Integration von Menschen unterschiedlicher Herkunft haben Generationen von Teilnehmern geprägt“, schreibt VHS-Leiterin Irmgard Reger.
Emilia Friedel, geborene Weigel, begann ihre Tätigkeit an der vhs Oberndorf am 3. April 1979 als freiberufliche Dozentin im Fachbereich Sprachen mit den Schwerpunkten Russisch und Deutsch als Fremdsprache.
Parallel dazu war sie bis Juni 2010 als angestellte Dozentin für Deutsch beim Vatter Bildungszentrum tätig, wo sie tagsüber unterrichtete, während sie abends an der VHS aktiv war. Seit September 2010 konzentrierte sie sich ganz auf ihre Arbeit an der VHS Oberndorf, wo sie bis Allgemeine Integrationskurse und ab 2012 auch Integrationskurse mit Alphabetisierung leitete.
Leidenschaft für Sprache
Ihre Arbeit war geprägt von einer großen Leidenschaft für die Sprache als verbindendes Element zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft, Bildungsniveaus und Altersgruppen. „Die Sprache ist das, was uns verbindet“, so Emilia Friedel. „Es war nicht immer einfach, die unterschiedlichen Bedürfnisse der Teilnehmer unter einen Hut zu bringen, aber es war immer bereichernd.“
Fortschritte bereiten auch der Dozentin Freude
Besonders herausfordernd waren für sie die Alphabetisierungskurse in denen sie Teilnehmer unterrichtete, die nie zuvor eine Schule besucht hatten. „Es ist eine besondere Aufgabe, Menschen das Lesen und Schreiben beizubringen, die noch nie eine Schulbank gedrückt haben“, erklärte sie. „Aber die Motivation und der Wille dieser Teilnehmer, etwas zu erreichen, sind oft unglaublich. Wenn sie dann Fortschritte machen, freuen sie sich wie Kinder – und ich freue mich mit ihnen.“
Stolz auf die Erfolge
Emilia Friedel schätzte besonders die Freiheit, ihren Unterricht selbst gestalten zu können. „Niemand hat mir vorgegeben, wie ich unterrichten soll. Ich konnte verschiedene Methoden ausprobieren und habe dabei selbst viel von meinen Schülern gelernt“, sagte sie. Trotz gelegentlicher Enttäuschungen und Misserfolge blickt sie mit Stolz auf ihre Erfolge zurück.
Dank für Toleranz und Unterstützung
Der Abschied von der VHS fällt ihr schwer. „Es ist, als würde man Stück für Stück etwas aus meiner Seele reißen“, gestand sie. „Die Arbeit an der VHS hatte in meinem Leben einen besonderen Stellenwert. Ich bin dankbar für die vielen Jahre, die ich hier verbringen durfte.“
Emilia Friedel bedankte sich bei allen Volkshochschulleiterinnen und -leiter, die sie über die Jahre begleitet und unterstützt haben, sowie bei ihren Kolleginnen und Kollegen: „Ich danke Euch für Eure Toleranz, Hilfsbereitschaft und dafür, dass Ihr mich so genommen habt, wie ich bin.“
„Herausragende Dozentin“
Die VHS Oberndorf verliere mit Emilia Friedel nicht nur „eine herausragende Dozentin, sondern auch eine Persönlichkeit, die durch ihr Engagement und ihre Menschlichkeit unzählige Teilnehmerinnen und Teilnehmer nachhaltig geprägt hat. Ihr Wirken wird noch lange in Erinnerung bleiben“, erklärt Leiterin Irmgard Reger.