Eine Lehrerin im Unterricht. Weil Pädagogen krankheitsbedingt ausfallen, könnte es in den nächsten Wochen zu Fernunterricht kommen. Foto: ©littlewolf1989-stock.adobe.com

Zum Wiederbeginn des Unterrichts nach den Weihnachtsferien sind beim Staatlichen Schulamt Albstadt noch keine Meldungen aus den Schulen eingegangen, wonach nach Personalausfällen wegen Corona Klassen in Fernunterricht müssen. Ein anderes Problem bleibt indessen akut.

Zollernalbkreis - Die ersten Tage nach der Wiederaufnahme des Unterrichts nach den Ferien haben laut Gernot Schultheiß, Leiter des Staatlichen Schulamts in Albstadt, noch keine Fälle gebracht, wonach Schulklassen durch Corona in "Homeschooling" geschickt werden, weil Lehrkräfte krankheitshalber ausfallen. Es seien nur einige Anrufe eingegangen mit der Bitte um Präzisierung einiger Punkte. Er befürchtet aber, dass es in den kommenden Wochen im Zollernalbkreis und dem Kreis Sigmaringen zu Fernunterricht an Schulen kommen könnte.

Regelmäßige Tests

Die Corona-Verordnung Schule gibt die Möglichkeit, dass Schulleitungen wegen Personalmangel Fernunterricht für einzelne Klassen oder die ganze Schule in Absprache mit dem Schulamt anordnen können. Schultheiß steht in engem Kontakt mit den Rektorinnen und Rektoren. Bis Freitag werden tägliche Antigen-Schnelltests genommen, in der folgenden Woche an drei Tagen.

Die Schulleitungen und Lehrkräfte könnten, so Schultheiß, jetzt besser mit der Corona-Situation umgehen als noch zu Beginn der Pandemie.

Auch seien dank massiver Investitionen die Schulen durch den Digital-Pakt technisch besser ausgestattet. Für die Lehrerinnen und Lehrer sei Fernunterricht kein Fremdwort mehr.

Mangel an Lehrern

Ein anderes Problem treibt den Amtsleiter und die Schulleitungen seit Jahren um: Im Zollernalbkreis und dem Landkreis Sigmaringen sei es besonders schwer, neue Lehrkräfte zu gewinnen, sagt Schultheiß: "Der Zollernalbkreis und der Kreis Sigmaringen waren bislang zweite oder dritte Wahl." Der Mangel an Fachkräften habe sich im ländlichem Raum noch verschärft. Attraktiver als die Schwäbische Alb oder das Donautal seien beispielsweise die Universitätsstädte Tübingen und Freiburg oder die Bodenseeregion mit ihrem hohen Freizeitwert.

Pensionäre im Einsatz

Auch im Amtsbereich Albstadt werden Lücken durch Verträge mit "Nichterfüllern" beschlossen. So werden im Behördendeutsch Personen genannt, die die Voraussetzungen für den Landesdienst aus formalen Gründen nicht erfüllen, weil sie etwa die zweite Dienstprüfung nicht abgelegt haben. Aufgenommen werden auch Kräfte mit Abschluss in Sozialpädagogik oder als Erzieherin. Ferner wird auf Pensionäre zurückgegriffen.

Schultheiß verspricht sich Resonanz von einer Begrüßung junger Lehrerinnen und Lehrer, wie sie beispielsweise in Sigmaringen durch den Bürgermeister praktiziert wird. Auch in Albstadt sei so etwas in Planung.