Die Geschäftsführer Claus Martin (links) und Frank Martin (rechts) begrüßten bei der Hausmesse „Bright Dark Factory“ der Martin-Gruppe unter anderem (von links) Rainer Bischoff, Geschäftsführer Deutschland von Intrinsic, Astrid Maier, Wirtschaftsbeauftragte der Stadt Nagold, und den Nagolder Oberbürgermeister Jürgen Großmann. Im Vordergrund der autonome mobile Roboter-Kellner. Foto: Werner Klein-Wiele

Mehr als 50 Unternehmer tauschten sich im „RoboDrom“ der Martin-Gruppe auf dem Wolfsberg aus. Oberbürgermeister Jürgen Großmann informierte derweil über Erweiterungspläne.

Mit Hochdruck arbeitet die Stadt Nagold an der Weiterentwicklung des Industriegebiets Wolfsberg. Das unterstrich Oberbürgermeister Jürgen Großmann beim jüngsten Wolfsberg-Dialog. Gastgeber des Unternehmertreffs war die Martin-Gruppe. Die hatte eigens für die Diskussionsrunde am Ende zweier sehr gut besuchter Hausmessetage ihr „RoboDrom“ nochmals herausgeputzt und ihren autonomen mobilen Roboter-Kellner gebrieft, um die mehr als 50 Gäste mit Essen und Getränken zu versorgen.

 

Wie aus einer Presseinformation hervorgeht, erläuterte Claus Martin, dass die Zeit der Technologie-Offensive bei dem Familienunternehmen ausgebrochen sei. „Bei uns steckt überall KI drin“, sagte der Unternehmer, der gemeinsam mit seinem Bruder Frank Martin Geschäftsführer des Sondermaschinenbauers Martin Mechanic und des Standardanlagenbauers Martin Systems ist. Vor 55 Jahren gegründet, wurden bislang mehr als 2500 Roboter in die Anlagen integriert.

Die Hausmesse „Bright Dark Factory“ gab ein beeindruckendes Bild, was mit modernster Technik heute in der deutschen Produktionslandschaft möglich ist. „Uns stehen immer intelligentere Tools zu Verfügung, so dass wir dem Ziel, auch in sehr kleinen Stückzahlen effizient produzieren zu können, tatsächlich sehr nahe kommen“, betonte Martin. Dafür bedienen sich die Entwickler einer revolutionären neuen Programmiertechnik von Intrinsic, einem Software- und KI-Unternehmen von Alphabet, die bei der MartinGruppe bereits produktiv eingesetzt wird.

Technologie bietet „Wahnsinnspotenzial“

Dessen Geschäftsführer Deutschland, Rainer Bischoff, unterstrich die Bedeutung dieser Partnerschaft: „Was hier von der Familie Martin erreicht worden ist, ist der Wahnsinn. Der mobile Roboter ist das technische Verbindungsglied.“ In dieser Technologie stecke ein „Wahnsinnspotenzial“, denn nur zehn Prozent aller Maschinen seien überhaupt automatisiert.

Oberbürgermeister Jürgen Großmann als Moderator des Wolfsberg-Dialogs sah darin eine Revolution, „die das Arbeiten noch mal komplett auf den Kopf stellen wird.“ Als Stadtoberhaupt sei er froh, ein solches Top-Unternehmen in den Mauern seiner Stadt zu haben, zumal er eben erst von der Expo Real in München den Hoffnungsschimmer mitgenommen habe, dass es doch wieder aufwärts mit der Wirtschaft gehe. Wenngleich das kommende Jahr in Nagold mit Blick auf die Gewerbesteuereinnahmen noch mal eine wirtschaftliche Herausforderung darstelle: „Momentan sind wir mit minus zwei Millionen Euro noch knapp unter der Soll-Linie“, so Großmann, der auch einen Blick auf die Bauvorhaben der nächsten Jahre warf. Gleich hinter der Spedition Stickel werde man die ideale Ergänzungsfläche schaffen.

Mit einem Tool für das Standortmarketing, informierte Astrid Maier, Wirtschaftsbeauftragte der Stadt Nagold, wolle man bei der Fachkräftesuche helfend unter die Arme greifen.

Großmann: „Die Zukunft gehört dem Fahrrad“

Mit Details einer Unternehmensbefragung und zur Zukunft des Wolfsbergs wartete Stephanie Heitel auf , beim Stadtplanungsamt für nachhaltige Mobilität zuständig ist. Dass in Nagold 87 Prozent der Mitarbeitenden mit dem Auto zur Arbeit kommen, sei nicht zielführend, was natürlich auch zur angespannten Parksituation auf dem Wolfsberg beitrage. Nicht umsonst werde von 80 Prozent der Unternehmen eine Busanbindung als wichtig angesehen.

Auch das geforderte Mitfahrportal wolle man angehen. Die Firmen selbst würden bereits für Ladestationen auf ihrem Gelände sorgen und dem Ziel einer guten Radwegeanbindung aller Ortsteile wolle die Stadt näherkommen.

Dass die Stadt Nagold einen guten Ruf bei jungen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern habe, sei nicht zuletzt der Tatsache geschuldet, dass es genügend Kinderbetreuungsplätze im Stadtgebiet gebe, so Großmann. Und dem ausgeprägten Wunsch, sich im Stadtgebiet mehr mit dem Fahrrad bewegen zu können, wolle man gerne entsprechen, denn: „Die Zukunft gehört dem Fahrrad!“