Edgar Schröder (von links) und Norbert Bauer (Geschäftsführung Sülzle Kopf), Bürgermeister Jens Keucher, Birgit Stiehle und Gislinde Sachsenmaier (beide HGV) und der Erste Abgeordnete Hans-Peter Fauser tauschen sich aus. Foto: Schneider

Erst kürzlich hat die Firma Sülzle Kopf das Areal von Kitzlinger Haus auf Kastell gekauft. Was dort geplant ist, erfuhren jetzt Vertreter der Stadt und des Handels.

Die größte Tuchfilter-Anlage der Welt, die kleinste Spurenstoffe wie Medikamentenreste und Pestizide herausfiltern kann, steht zwar in Dortmund, ohne Technik aus Sulz wäre das aber nie möglich gewesen. „In diesem Bereich sind wir in Deutschland Marktführer“, verrät Edgar Schröder, der bei Sülzle Kopf für den Anlagenbau verantwortlich ist.

 

„Planung, Rohrleitungen, Montage und Wartung – bei uns kommt praktisch alles aus einer Hand“, erklärt der Geschäftsführer den Vertretern von Stadtverwaltung sowie Gewerbe- und Handelsverein (HGV). In der Schweiz habe man beispielsweise eine Aktivkohle-Dosier-Anlage in Betrieb genommen.

Großprojekte „made in Sulz“

Die Aktivkohle ziehe die winzigen Spurenstoffe an und werde ihrerseits aus dem Wasser herausgefiltert und als Klärschlamm dann verbrannt – und das saubere Wasser wieder in Flüsse und Seen geleitet.

Aber auch ein Pufferspeicher der Südwestdeutschen Salzwerke AG mit 78 000 Litern Fassungsvermögen ist „made in Sulz“. Die Fläche, um solche Objekte herzustellen, sei in Bergfelden jedoch begrenzt.

Kitzlinger-Haus-Areal wird genutzt

„Da sehe ich die Nachnutzung des Gebiets von Kitzlinger Haus in guten Händen“, findet Bürgermeister Jens Keucher. Mitte 2026 soll das Areal des insolvent gegangenen Zimmereibetriebs auf Kastell von Sülzle Kopf bezogen werden.

Und was hat die Firma dort vor? „Auf der großen Fläche kann man auch größere Projekte bauen“, erklärt Schröder mit Blick in die Zukunft.

Doch wie sieht diese beim Thema Personal aus? Denn auch wenn laut Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwarzwald-Baar-Heuberg zum Ausbildungsstart am 1. September 1811 neue Ausbildungsverhältnisse in der Region geschlossen wurden, seien bei zahlreichen Betrieben Stellen noch unbesetzt.

„Suche wird immer schwieriger“

„Aktuell haben wir alle Stellen besetzt. Aber die Suche ist immer schwierig. Wir sind froh über jeden, der sich bewirbt“, hatte Ralf Hauser bei der Ausbildungsmesse KAZ im Oktober gesagt.

Wie geht man als Unternehmen mit einem demografiebedingten Rückgang der Bewerbungszahlen um? Schließlich gibt es in dem Unternehmen zehn verschiedene Ausbildungsberufe zu besetzen. Die Antwort: Investitionen in Weiterbildung und Karriere-Möglichkeiten.

Techniker, Master oder Meister

Wer die Ausbildung erfolgreich absolviert habe, könne auch ein duales Studium ins Auge fassen, erläutert Norbert Bauer, neben Schröder ebenfalls in der Geschäftsführung. Denn so könne man die persönliche Weiterbildung schon mit einer guten Portion Praxiserfahrung starten.

Aber auch die fertigen Gesellen, die nicht zur Hochschule gehen wollen, könnten noch einmal draufsatteln. „Der Techniker oder Meister ist natürlich auch eine Option“, sagt er.

Erneuerbare Energie im Trend

Wobei es da auch nicht nur um Kläranlagen geht. Denn auch im Sanitärbereich oder bei erneuerbaren Energien habe man viel zu bieten. „Die Energie, die in einer Kühlanlage gewonnen wird, kann ihrerseits zum Erhitzen von Warmwasser genutzt werden“, nennt der Geschäftsführer ein Beispiel ressourcenschonender Verwendung.

Aber auch, wer sich für Wärmepumpen oder eine PV-Anlage mit Batteriespeicher interessiere, sei hier an der richtigen Stelle. „Der Trend geht Richtung ‚Erneuerbare‘“, beschreibt Bauer das aktuelle Marktgeschehen. Und freut sich, dass Sulz in diesem Bereich ganz vorne dabei ist.