Im Gespräch über Backen mit Sally (von links): Birgit Stiehle (HGV), Bürgermeister Jens Keucher, Gislinde Sachsenmaier (HGV), Kaufmännische Leiterin Bianka Schmidt und Geschäftsführer Saban Lokman. Foto: Schneider

In Sallys Shop stapeln sich bis zu 17000 Produkte rund ums Backen und Kochen. Hier werde sie verpackt, um an Interessierte aus ganz Deutschland zu gehen. Auch am nächsten Tag der offenen Tür will man seine Pforten offen – vielleicht mit einem Ehrengast.

Wer seine Kochlöffel, Backformen oder Messer samt Schneidebrett nicht im lokalen Handel vor Ort kaufen möchte, sondern es lieber im Internet bestellt und per DHL-Sendung zu sich nach Hause liefern lässt, kann dies bei Sallys Shop tun.

 

Die Stadtverwaltung und der Handels- und Gewerbeverein nutzen die Gunst eines Firmenbesuchs, um einen Blick in die Räumlichkeiten in der Bahnhofsstraße zu werfen.

5000 Leute wollen es wissen

Doch waren sie nicht die einzigen, die sich das Innenleben der großen Lagerhalle anschauen wollten. „Bei unsrem Tag der offenen Tür sind wir geradezu überrannt worden“, erinnert sich Geschäftsführer Saban Lokman.

An zwei Tagen seien rund 5000 Menschen da gewesen, schätzt er. Gut 1700 Produkte gingen in der Zeit über die Ladentheke des Werkverkaufs, wobei vor allem die „Fundgrube“, bei der fehlerhafte Gegenstände kostengünstiger bereitlagen, stark nachgefragt wurde.

9000 Quadratmeter fürs Kochen

Hauptamtsleiter Hartmut Walter, der selbst vor Ort gewesen ist, bestätigt das. „Die Autokennzeichen kamen sogar aus der Schweiz, aber auch dem Umkreis von 100 Kilometer von Sulz.“

Das Haupt- und Kommissionslager habe eine Fläche von 9000 Quadratmeter, erläutert Lokman und biete Raum für 4000 Paletten-Stellplätze. Das Entwicklungsbüro, wo neue Produkte designet werden, sei noch in Waghäusel, wo Sally mit dem Kreativ-Team auch die Videos produziere.

Fokus liegt auf Deutschland

Hergestellt würden die Töpfe oder Torteneinteiler dann weltweit, aber auch in Europa, etwa in Italien oder Türkei. Insgesamt habe man etwa 1700 Produkte im Sortiment.

Unterwegs in der großen Lagerhalle mit unzähligen Produkten. Foto: Schneider

„90 Prozent unserer Kunden kommen aus Deutschland, die restlichen sind im deutschsprachigen Raum, also Österreich und die Schweiz“, gibt Lokman einen Überblick über die Zielorte der Paketsendungen.

Bald weihnachtet es wieder

Diese werden nämlich in Sulz verpackt und dann in Containern von DHL-Transportern abgeholt. „Die Retourenquote liegt bei fünf Prozent“, sagt er nicht ohne Stolz. Betrachte man andere Versandbranchen, etwa im Textilbereich, kämen dort 40 Prozent der Ware wieder zurück.

Und bald müsse man auch wieder ans Weihnachtsgeschäft denken. „Nach den Sommerferien geht es bei uns los mit den Bestellungen für den Weihnachtsverkauf“, blickt Lokman nach vorne.

Ein nützliches Chaos

Befindet man sich im Inneren der großen Lagerhalle, sieht man an sechs Doppelregalen Kartons bis weit nach oben gestapelt. Von dort werden die Produkte in das eigentliche Herzstück des Verpackungsbetriebs gebracht.

Jetzt werden die Pakete zugeklebt und bereit für die Auslieferung gemacht. Foto: Schneider

In einer etwas kleineren Halle sind die Waren in einem „chaotischen System“, wie der Geschäftsführer es nennt, einsortiert. Schwarze Löffel liegen neben Teekannen, daneben Tuben mit Zitronenpaste.

Vielleicht kommt Sally

Die Mitarbeiter scannen nun den Code am noch leeren Karton, worauf sie der Scanner nun zu den verschiedenen Standorten lotst. „Lägen in einer Abteilung rote, blaue und schwarze Löffel nebeneinander, bestünde die Gefahr, dass das falsche Produkt im Paket landet“, erläutert Lokman den Grund für das kreative Chaos.

Bereite man sich auf die Weihnachtszeit vor, werde hier im Zweischicht-Betrieb bis zu sechs Tage die Woche gepackt und die Kartons, nachdem sie mit Packpapier ausgestopft wurden, zugeklebt, um im Container auf den nächsten Transporter zu warten.

Und man wolle sich beim nächsten Verkaufsoffenen Sonntag der Stadt beteiligen. „Vielleicht kommt auch Sally persönlich zu uns“, äußert Lokman eine Vermutung.