Kann dort, wo ein JVA-Bau scheiterte, ein neues Gewerbegebiet entstehen? Rottweil will bei dem Thema vorwärts kommen, doch es gibt Herausforderungen.
Rottweil braucht Bau- und Erweiterungsflächen für Unternehmen. Der Platz in den bestehenden Gewerbegebieten Berner Feld, Saline und im Interkommunalen Gewerbegebiet INKOM ist rar. Im Blick hat die Verwaltung das Gewann Buck, nahe der Saline und nahe des Stallbergs, wo einst wegen der Beschaffenheit des Untergrunds der geplante Bau des Großgefängnisses geplatzt war.
Nun ist ein Gewerbegebiet ist zwar kein Mega-Projekt wie eine JVA – dass das Gebiet dennoch Herausforderungen birgt, zeigte Ingenieur Rainer Christ im Ausschuss für Umwelt, Bauen und Verkehr am Mittwochabend auf.
Hoffen auf gute Konjunktur
„Es geht um die Gewerbesteuer. Wir müssen Druck auf die Leitung bekommen“, betonte OB Christian Ruf. Die Stadt tue gut daran, antizyklisch zu handeln – das heißt, dann erschlossene Grundstücke parat zu haben, wenn sie gebraucht werden. Konkrete Nachfragen von Firmen seien bereits da.
Bei dem vorgesehenen Gewerbegebiet handelt es sich um eine Fläche in Verlängerung der Rheinwaldstraße auf der Saline, ein zwischen der B 14, der B 27 und in der Nähe der Bahnstrecke gelegenes etwa 8,5 Hektar großes Grundstück. Im Westen begrenzt ein Hof die Fläche.
Gut sei, so Christ, die Feuerwehr habe die Unterführung als einzige Zufahrt zum Gewerbegebiet bereits geprüft. Da gebe es keine Schwierigkeiten. Eine Herausforderung sei indes die Topografie. Etwa 16 Meter Höhenunterschied sind vorhanden.
Hinzu komme ein erheblicher Eingriff in die vorhandene Natur. Die Feldlerche etwa (ein Heckenbrüter) werde vermutet. Und geologisch betrachtet könnte der vorhandene Gipskeuper für schwierigere Bedingungen sorgen, was etwa die Tragfähigkeit betrifft. Untersuchungen stünden unmittelbar bevor, so Christ.
Maximal Flexibel
In der Ausgestaltung des Gewerbegebiets sei man dafür „maximal flexibel“, so Ruf. Heißt: Grundstücke könnten nach Nachfrage angepasst werden. Eine geplante Ringstraße unterstützt dies. Wenngleich Felicitas Bott (SPD+FFR) mahnte, mit den Flächen gut zu haushalten.
Hermann Breucha (FWV) – „wir brauchen das Gewerbegebiet“ – und Rasmus Reinhardt (CDU) – „wir sind begeistert“ – hätten am liebsten gleich den Bagger anrollen lassen. Doch wie Ingenieur Christ anhand einer Zeitachse veranschaulichte, steht man noch ganz am Anfang.
Ein Punkt, den gleich mehrere Ausschussmitglieder ansprachen, war die Möglichkeit eines Anschlusses des Gewerbegebiets Buck an die nahe gelegene Bundesstraße. Wenngleich die Idee für gut befunden wurde, erteilte Christ eine Absage. Der Bund werde sich kaum auf einen zweiten Verkehrsknoten an dieser Stelle einlassen.
Quartiersgarage statt B14-Anschluss
Was die Verwaltung und die Planer allerdings mitnehmen werden, ist der Vorschlag von SPD+FFR, eine Quartiersgarage zu erreichten. Wie Elke Reichenbach erklärte, könne so – je nachdem, welche Art Unternehmen dort ansiedeln – auf ausufernde Parkflächen verzichtet werden.
Die Verwaltung jedenfalls geht mit einem einstimmigen Beschluss ins Bebauungsplanverfahren. Am 18. März wird das Gewerbegebiet auch Thema im Gemeinderat sein.