Spatenstich für die Betriebswohnungen der Firma Erbe in der Oberen Gasse in Rangendingen. Mit dabei: Erbe-CEO Christian O. Erbe (Bildmitte) mit seiner Frau Birgit Erbe (Fünfte von rechts) und Erbe-Finanzchef Daniel Zimmermann (Vierter von rechts), Bürgermeister Manfred Haug (Dritter von rechts), Ortsbaumeister Jürgen Dieringer (Zweiter von links), Klaus Fahrner von der Höfendorfer Bauträgerfirma (Zweiter von rechts), Architekt Rüdiger Mengis (Vierter von links) und weitere Vertreter der Firma Fahrner und der Gammertinger Hoch- und Tiefbaufirma Lieb. Foto:  

Dezembernebel in Rangendingen, aber schöne Aussichten für die Erbe-Belegschaft: Ihr Arbeitgeber hat am Montag den Bau von 14 Betriebswohnungen gestartet.

Eine gewaltige Baugrube klafft bereits in der Oberen Gasse in Rangendingen an der Stelle, wo kürzlich noch zwei alte, dörfliche Wohnhäuser standen. Die Vorbereitungen für den Bau von 14 Betriebswohnungen der Firma Erbe Elektromedizin laufen auf Hochtouren.

 

Am nebelverhangenen Montagmittag trafen sich Vertreter der Bauherrschaft, der Höfendorfer Bauträgerfirma Fahrner, der Gammertinger Hoch- und Tiefbaufirma Lieb und der Gemeinde Rangendingen zum symbolträchtigen ersten Spatenstich.

Christian O. Erbe, der CEO des Tübinger Traditionsunternehmens, das weltweit 2200 Mitarbeiter beschäftigt, war persönlich nach Rangendingen gekommen, um auf einen „besonderen Tag“ anzustoßen. „Wir sind froh, dass es jetzt losgeht“, sagte der langjährige Präsident der Industrie- und Handelskammer Reutlingen. Es sei „ein wichtiger Tag für die Firma Erbe und für alle Kolleginnen und Kollegen, die hier einziehen werden.“

Vor anderthalb Jahren hatte Erbe Elektromedizin mit der Eröffnung seines Produktions- und Entwicklungszentrums in der Rudolf-Diesel-Straße schon ein offensives Bekenntnis zum Standort Rangendingen abgegeben.

„Jetzt gehen wir den nächsten Schritt und schaffen ergänzend Wohnraum, der den Bedürfnissen der Menschen gerecht wird – inklusiv, nachhaltig und zukunftsorientiert“, erklärte Daniel Zimmermann, der Chief Financial Officer des Unternehmens, der Christian O. Erbe und dessen Frau Birgit Erbe begleitete.

Für Erbe ist das Neubauvorhaben „Teil unserer Überzeugung, dass wirtschaftlicher Erfolg und soziale Verantwortung zusammengehören“. Dem Projekt liege die Idee zugrunde, dass sich die Erbe-Mitarbeiter auch in ihrer Freizeit treffen und gegenseitig unterstützen. Ziel sei es außerdem, in der Rangendinger Ortsmitte zu einer lebendigen Nachbarschaft beizutragen.

Bürgermeister froh über die Investition

Das weiß auch der Rangendinger Bürgermeister Manfred Haug zu schätzen. „Wir sind immer darum bemüht, dass der Ortskern belebt wird und nicht ausblutet“, sagte er. Flächenverbrauch am Rand wolle man vermeiden, wo immer es gehe. Deshalb freue sich die Gemeinde über die Investition der Firma Erbe im Ortskern. Unterstützung aus dem Rathaus sei selbstverständlich: „Es ist elementar für uns, dass wir bestmögliche Standortbedingungen für unser Gewerbe schaffen.“

Baugenehmigung in Rekordzeit

Klaus Fahrner, Chef des Höfendorfer Bauunternehmens, das den Neubau im Auftrag der Firma Erbe realisiert, lobte die unbürokratische Zusammenarbeit mit der Gemeinde: „Die Baugenehmigung haben wir in der Rekordzeit von knapp drei Monaten erhalten.“ Zusammen mit Erbe habe man ein schönes Projekt entworfen.

Wie Christian O. Erbe erläuterte, sind die 14 projektierten Wohneinheiten flexibel nutzbar. Geschaffen werden Zwei-, Drei- und Vier-Zimmer-Wohnungen für Singles, Paare und Familien sowie Räume für eine Wohngemeinschaft, die von Azubis oder Werkstudenten genutzt werden können. Dem „Parkdruck in der Oberen Gasse“ wollen die Bauherren mit 21 Pkw-Stellplätzen, davon 13 in einer eigenen Tiefgarage, entgegenwirken. Auch E-Ladestationen sollen geschaffen werden.

Wer genau künftig in der Oberen Gasse wohnen wird, ist noch offen. Weil mit einer Fertigstellung der Wohnungen erst Ende 2027 gerechnet wird, sind die betriebsinternen Vergabeprozesse noch nicht angelaufen. Dass das Interesse an Wohnungen groß ist, hat Erbe mit einer Umfrage im Unternehmen aber eruiert.

270 Betriebsangehörige und ihre Familien hätten sich interessiert gezeigt. Daraufhin hat Erbe das Projekt in Rangendingen auf den Weg gebracht – und ein weiteres in Mössingen, das noch nicht ganz so weit ist wie das in der Starzelgemeinde gestartete.

Verzicht auf Landesförderprogramm

Auf ein einschlägiges Förderprogramm des Landesbauministeriums hat Erbe übrigens verzichtet, obwohl bis zu 2200 Euro pro Quadratmeter für Mitarbeiterwohnungen in Aussicht gestellt werden. Gründe: Nur Mitarbeiter mit Wohnberechtigungsschein dürften in vom Land geförderte Wohnungen einziehen. Dafür, so Erbe, dürfe man aber kaum mehr verdienen als die Sozialhilfesätze.

Außerdem dürfe man als Bauherr nicht mehr als 60 Prozent der lokalen Vergleichsmiete verlangen. Erbes Fazit: Das Programm der Landesregierung gehe „vollkommen an der Realität vorbei. Deshalb haben wir gesagt: Wir verzichten und bauen selber.“