In der Produktion von AeroLift Binsdorf Foto: Dillmann

In Binsdorf ist das Vakuumtechnik-Unternehmen „AeroLift“ ansässig. Der Betrieb erlangte kürzlich diverse Auszeichnungen.

Sätze wie „AeroLift hat den bewährten Schlauchheber Force-Lift um eine leistungsstarke Kombination aus Flächengreifer und vollelektrischer Schwenkeinheit erweitert“ oder „Die Integration eines Vuss-Flächengreifers ermöglicht das zuverlässige Aufnehmen auch solcher Werkstücke, die Ausschnitte oder unterbrochene Flächenstrukturen aufweisen“ lassen einen schnell mal daran zweifeln, ob das Gelesene auch wirklich der deutschen Sprache entspricht.

 

Doch der Fachjargon solle niemanden irritieren, wie Melanie Maier versichert: „Vakuumtechnik lässt sich am besten mit der Vorstellung erklären, wie wenn man einen Saugnapf benutzt. Dabei ‚saugt‘ sich aber nicht die Saugplatte an der Oberfläche fest, sondern drückt die Luft dazwischen weg und es entsteht ein Unterdruck. Der höhere Umgebungsdruck bewirkt, dass der Saugknopf ‚kleben‘ bleibt.“

Während ein Saugnapf im Alltag bestens dafür geeignet ist, an der Wand einen Haken für das Küchenhandtuch ohne Bohren anzubringen, kommen in der Industrie meist schwerere Gegenstände zum Tragen.

Mehr als 70 Mitarbeiter tätig

Das Binsdorfer Unternehmen „AeroLift“ hat mit Sicherheitsprüfung bereits Lösungen für bis zu 60 Tonnen Gewicht angefertigt. Entsprechend groß fallen die Vorrichtungen dafür aus. Damit diese vom kleinen Heuberg über deutsche Straßen zum Kunden transportiert werden können, werden sie teilweise als aufklappbare Variante konzipiert und vom Kundenservice vor Ort gebrauchsfertig aufgebaut.

Mehr als 70 Mitarbeiter sorgen in der Binsdorfer Turmstraße 1 dafür, dass eine passgenaue Lösung für die Anforderungen der Kunden gefunden wird. Diese kommen aus den unterschiedlichsten Branchen, etwa dem Handwerk, der Industrie und der Logistik.

Den Anfang machte im Jahr 1992 Max Pauli, der die AeroLift Vakuumtechnik GmbH gründete, nachdem er zuvor mehrere Jahrzehnte bei Siemens tätig gewesen war. Auch wenn inzwischen Sohn Tobias Pauli sowie Katja Haak die Geschäftsführung übernommen haben, bezeugen die Mitarbeitenden: „Max Pauli ist wirklich jeden Tag präsent. Ihm ist das Unternehmen auch sehr wichtig.“

Flexible Arbeitszeiten als Plus

Seit vier Jahren ist außerdem Melanie Maier als Senior Marketing Managerin Teil des Unternehmens. Wieso sie sich für AeroLift entschieden hat? „Ich war schon immer in technischen Unternehmen beschäftigt. Es ist etwas Gutes, den Menschen bei der Arbeit zu helfen. Dass man wirklich tonnenschwere Güter nur durch Vakuum anheben kann, konnte ich erst glauben, als ich es selbst gesehen habe“, zeigt sie sich fasziniert.

Ihr zur Seite steht Lady Johanna Cristancho Alvarez. „Mich interessiert, dass es ein Familienunternehmen ist, weil Entscheidungen schneller getroffen werden und die Atmosphäre ist netter“, sagt die Auszubildende. Flexible Arbeitszeitmodelle, wie etwa Teilzeit und Home-Office, kämen als Plus hinzu.

Dass Alvarez damit keine schlechte Entscheidung getroffen hat, bezeugen diverse Auszeichnungen, über die sich das Unternehmen in diesem Jahr freuen darf. So zeichnet etwa die Capital-Studie 2025 AeroLift als einen der besten Ausbildungsbetriebe Deutschlands aus. Die vom Wirtschaftsmagazin Capital gemeinsam mit der Talentplattform Ausbildung.de durchgeführte Untersuchung zählt zu den umfassendsten Ausbildungsstudien in Deutschland. Im Jahr 2025 nahmen rund 730 Unternehmen aus verschiedensten Branchen teil. Bewertet wurden sowohl klassische Ausbildungsberufe als auch duale Studiengänge.

Mehrere Bereiche bewertet

In der Untersuchung wurden mehrere zentrale Bereiche bewertet, darunter Betreuung und Einbindung der Auszubildenden, Lernerfolg im Unternehmen, Chancen auf einen erfolgreichen Berufseinstieg sowie die Struktur und Qualität der Ausbildungs- und Studienprogramme. AeroLift überzeugte dabei in allen Kategorien und erhielt in beiden Bereichen die Bestnote.

Außerdem zählt das Unternehmen laut der Brigitte-Studie 2025 zu den besten Arbeitgebern explizit für Frauen in Deutschland. In der Untersuchung wurden die Bereiche Vereinbarkeit und Flexibilität, Gleichstellung und Diversität, Empowerment, Transparenz sowie Karriereförderung bewertet. Auch hier sahnte AeroLift überall die Höchstbewertung ab. Nur 20 der 292 teilnehmenden Unternehmen können sich mit fünf Sternen rühmen.